Deutsche Journalisten-Akademie

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Die digitale Journalistenschule für die nächste Journalistengeneration.

Podcasting - Deutsche Journalisten Akademie 31/05/2026

Vor dreißig Jahren war die Vorstellung absurd. Wer eine größere Öffentlichkeit erreichen wollte, brauchte einen Sender, eine Druckerei, einen Verlag, ein Sendegerät.

Heute reichen ein Mikrofon und ein gutes Konzept. Erfolgreiche Podcasts laden Folge für Folge hunderttausende, manchmal Millionen Hörerinnen und Hörer ein. Das sind Reichweiten, die früher nur den größten Tageszeitungen vorbehalten waren.

Diese Demokratisierung der Reichweite hat zwei Seiten. Auf der einen entsteht eine enorme Vielfalt an Stimmen. Themen finden Publikum, die in alten Strukturen nie eine Bühne bekommen hätten. Auf der anderen wird Verantwortung diffuser. Wer Reichweite hat, hat Wirkung. Auch ohne Redaktion, ohne Pressekodex, ohne Kontrollinstanzen.

Im Podcast wird das publizistische Handwerk umso wichtiger, nicht weniger.

https://deutschejournalistenakademie.de/lehrgang/podcasting/

Podcasting - Deutsche Journalisten Akademie Konzept, Technik, Inhalte, Reichweite: In sechs Monaten bauen Sie einen Blog auf, der gelesen wird und Ihre Ziele erreicht. Ob für Ihr Unternehmen oder Ihr eigenes Projekt.

30/05/2026

Cocteau war Dichter, Filmemacher, Bildhauer. Wenn jemand wusste, wie man Komplexes auf das Wesentliche bringt, dann er.

In jedem Schreibratgeber steht es. In jeder Redaktionssitzung hört man es. Trotzdem ist die andere Richtung verlockend. Wer einfache Dinge kompliziert sagt, klingt klüger. Wer Fachvokabular streut, wirkt unangreifbar. Wer Sätze verschachtelt, scheint zu denken.
Stimmt nur nicht. Wer wirklich verstanden hat, kann auch erklären. Wer Phrasenbingo spielt, weicht aus.

Stil ist im Journalismus kein Schmuck. Er ist Funktion.

29/05/2026

Eine Quelle hat etwas gesehen, gehört, erlebt. Mehr nicht. Ob ihre Sicht stimmt, ob sie sich richtig erinnert, ob sie ein Interesse hat, der Geschichte einen bestimmten Dreh zu geben, zeigt sich erst, wenn eine zweite Stimme dazukommt. Eine dritte schadet selten.
Klingt selbstverständlich. Ist es im Tagesgeschäft aber nicht. Vor allem nicht, wenn die Deadline drückt und die eine Quelle gerade so schön zitierfähig ist.

Recherche heißt eben nicht nur, zu fragen, was passiert ist. Sondern auch, wer es bestätigt.

www.deutschejournalistenakademie.de

70 Jahre Apotheken Umschau: Hochwertige Fachinformationen für alle - Fachjournalist 28/05/2026

Das Team des Gesundheitsmagazins Apotheken Umschau hat in diesem Jahr allen Grund zu feiern: 2026 begeht das Magazin sein 70-jähriges Jubiläum. Zudem wird es im Juni zum „European Magazine of the Year“ für seine herausragende journalistische Qualität gekürt.

Doch wie gelingt es dem Traditionsmedium, sich in dem sich wandelnden Medienmarkt derart zu behaupten? Und welche Anforderungen stellt der aktuelle Gesundheitsjournalismus an Medienschaffende? Antworten darauf gibt der Chefredakteur der Apotheken Umschau, Dr. Dennis Ballwieser, im Interview mit dem DFJV-Magazin.

Er erörtert die Relevanz medizinischer Faktentreue und verständlicher Sprache für einen funktionierenden Gesundheitsjournalismus, zeigt auf, wie KI den Redaktionsalltag verändert – und erläutert, welche Kompetenzen Medienschaffende künftig mitbringen müssen, um qualitativ hochwertige Fachinhalte in dem Ressort zu vermitteln:

70 Jahre Apotheken Umschau: Hochwertige Fachinformationen für alle - Fachjournalist Die Apotheken Umschau feiert ihr 70-jähriges Bestehen – zudem wird sie im Juni 2026 von der internationalen Jury des European Publishing Awards für ihre „herausragende journalistische Qualität“ als „European Magazine of the Year“ gekürt. Doch was ist das Erfolgsrezept des seit Jahrzehn...

23/05/2026

Ein Fachpodcast zum Thema Steuerrecht erreichte nach achtzehn Monaten nur eine kleine, schwankende Hörerschaft. Die Folgen waren handwerklich solide, die Themen relevant. Trotzdem stockte das Wachstum. Eine Analyse mit einem erfahrenen Podcast-Produzenten brachte die Ursache an den Tag. Der Podcast richtete sich gleichzeitig an Steuerberater, an Unternehmer und an interessierte Laien. Diese drei Gruppen haben unterschiedliche Vorkenntnisse, unterschiedliche Fragen und unterschiedliche Hörgewohnheiten. Die Lösung war eine klare Entscheidung. Der Podcast wurde auf eine Zielgruppe fokussiert, in diesem Fall Unternehmer mittlerer Größe. Sprache, Themen und Länge wurden entsprechend angepasst. Nach sechs Monaten verdreifachte sich die Hörerzahl. Wer ein Format aufbaut, sollte zuerst eine klare Zielgruppe wählen, nicht möglichst viele gleichzeitig.

21/05/2026

Ein Satz, der älter ist als die meisten Debatten über Pressefreiheit, die heute geführt werden.

Alain Peyrefitte hat ihn als französischer Politiker formuliert, kurz nachdem er selbst Justizminister war und gesehen hatte, was passiert, wenn die Presse einer Regierung nicht mehr ins Wort fallen darf. Sein Satz hat zwei Hälften, und beide gehören zusammen.

Die Presse darf alles sagen. Klingt nach einem Privileg. Ist aber eine Pflicht. Und sie hat dieses Privileg nicht, weil Journalistinnen und Journalisten besonders edel wären, sondern weil ohne diese öffentliche Kontrolle nichts mehr Macht in Schach hält.

Wer das eine wegnimmt, gibt das andere automatisch frei.

20/05/2026

KI-Halluzinationen sind kein Randphänomen, sondern eine strukturelle Eigenschaft heutiger Sprachmodelle. Sie entstehen nicht aus Bosheit, sondern aus der Funktionsweise der Systeme, die Texte aufgrund statistischer Muster erzeugen, nicht aufgrund von Wahrheitsprüfung. Drei Praktiken helfen, sicher mit dieser Eigenschaft umzugehen. Erstens, behandeln Sie jede KI-Ausgabe als Entwurf, nicht als Resultat. Diese Grundhaltung schützt vor unkritischer Übernahme. Zweitens, prüfen Sie konkrete Fakten an mindestens einer unabhängigen Quelle. Namen, Zahlen, Zitate, Studienverweise, alles muss durch andere Quellen bestätigt sein. Drittens, prüfen Sie besonders skeptisch bei Themen, in denen Sie selbst wenig Vorwissen haben, weil dort der eigene Plausibilitätssinn am schwächsten ist. Wer mit diesen drei Praktiken arbeitet, kann KI sinnvoll nutzen. Wer ohne sie arbeitet, verteilt Fehler in größerem Tempo als ohne KI.

Podcast: Krise im Sportjournalismus: Droht eine „Abwärtsspirale“? 19/05/2026

Von den Olympischen Winterspielen über die Handball-EM bis zur Fußball-WM, der Formel 1 und der Tour de France: Allein das Jahr 2026 bietet der Sportberichterstattung zahlreiche Betätigungsfelder. Zugleich steckt der Sportjournalismus im „Krisenmodus“, wie der Sport- und Kommunikationswissenschaftler Christoph Bertling in seinem aktuellen Buch „Abwärtsspirale“ darlegt. In „BR24 Medien“ erläutert er, warum kritischer Journalismus im Sport häufig zugunsten von Unterhaltung in den Hintergrund tritt, weshalb unabhängige Berichterstattung angesichts des allgegenwärtigen Sponsoring von Sportevents erschwert wird und welche Rolle der öffentlich-rechtliche Rundfunk dabei spielen kann, eine vielfältige und unabhängige Sportberichterstattung zu sichern.

Podcast: Krise im Sportjournalismus: Droht eine „Abwärtsspirale“? 2026 ist ein Supersportjahr: Handball-WM, Olympia, Fußball-WM, dazu Tour de France, Bundesliga und Formel 1. Doch gleichzeitig steht der Sportjournalismus unter Druck wie noch nie. In BR24 Medien spricht Host Linus Lüring mit dem Sport- und Kommunikationswissenschaftler Christoph Bertling von der ...

18/05/2026

Eine der unterschätzten Lernformen für die eigene Interviewpraxis ist das systematische Hören anderer Interviews. Nicht passiv konsumieren, sondern aktiv analysieren. Welche Frage hat etwas Neues geöffnet? Welche Frage war redundant? Wo hat die Person souverän nachgehakt, wo hat sie eine Möglichkeit verpasst? Wer einmal pro Woche ein 30-minütiges Interview hört, idealerweise von einer Person, die in der eigenen Disziplin als gut gilt, und dazu schriftliche Notizen anfertigt, baut über Monate ein Repertoire an Fragetechniken auf, das in keiner Schulung in dieser Tiefe vermittelt werden kann. Dieses Lernen kostet nichts außer Aufmerksamkeit. Es lohnt sich besonders für Journalisten, Podcaster und PR-Profis, die regelmäßig Gespräche führen.

17/05/2026

Ein Großteil der digitalen Veröffentlichungen findet heute auf Plattformen statt, die nicht dem Veröffentlichenden gehören. Social Media, Streaming-Dienste, Kurzvideo-Plattformen, Mediennetzwerke. Diese Plattformen geben Reichweite, sie können sie auch wieder nehmen. Algorithmen ändern sich, Geschäftsmodelle verschieben sich, ganze Kanäle verlieren über Nacht an Sichtbarkeit. Wer das nicht einplant, riskiert seine gesamte Reichweite an einer Stelle, die er nicht kontrolliert. Eine gesunde Praxis kombiniert deshalb zwei Ebenen. Plattformen für Reichweite, eigene Kanäle für Bindung. Die eigene Website, der eigene Newsletter, die eigene Mitgliederliste sind die Bestände, die niemand löschen oder umsortieren kann. Wer dort investiert, baut Substanz. Wer ausschließlich auf Plattformen baut, baut auf gepachtetem Land.

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