13/05/2024
Autorin: Julia Szenwald
Mirosława Kocowa
Geboren am 31. Januar 1908 in Stanisławów, hingerichtet am 16. Februar 1943 in Plötzensee.
Mirosława war eine gelernte Buchhalterin, wohnte in Warschau, arbeitete in einer Bank. Sie gehörte zu den polnischen Frauen, die direkt mit dem polnischen Untergrund zusammenarbeiteten. Sie engagierte sich in den Nationalen Streitkräften (NSZ), einer antinazistischen und antikommunistischen Gruppierung, und gehörte dem Nachrichtendienst an, der für den Bereich Berlin Tegel zuständig war. Sie galt als eine Verbindungsperson (Botin) der Außenstelle "Z" der Heimatarmee zwischen Berlin und Warschau. Sie gehörte der Militärorganisation Związek Jaszczurczy (OWZJ, dt.: Eidechsenverband), einer polnischen Widerstandsorganisation mit nationalistischer Ausrichtung, die 1939–1942 tätig war. Hierhin gehörten Mirosława Kocowa, Halina Konieczna, Henryka (Nina) Veith und Wanda Węgierska. Die Berliner Gruppe wurde von Kollaborateuren denunziert, ihre Mitglieder wurden am 18. II. 1942 verhaftet und alle oder fast alle hingerichtet.
Leider fungiert Kocowa als historische Figur nur als Ergänzung zu den Biografien anderer Widerstandskämpfer, Männern, nie als Frau oder eigenständige Person.
"die Stille der Landschaft"
hallt dumpf wider
es gibt nur Schnee
und diese glänzende Klinge
der Augenblick ist gleich
vorüber
Blut wird die Hände beflecken
die Menschlichkeit ist dahin
ich schaue
der Qual ins Gesicht
die Stille der Landschaft
hallt dumpf wider
die Wasserfläche bleibt unerbittlich
regungslos
Warten wird mich auslöschen
doch mein Gedanke
wird nie
verglimmen
die Stille der Landschaft
hallt dumpf wider
mit erhobenem Haupt
werde ich mich
der Ungerechtigkeit stellen
und am nächsten Tag
taucht die Welt
in grenzenlose Freiheit
Übersetzt von Dorota Cygan
Mehr: polkopedia.org/wiki/Mirosława_Kocowa_(DE) / https://polkopedia.org/wiki/Miros%C5%82awa_Kocowa_(PL)
Bild von Anna Krenz.
Beitrag gefertigt vor, während und nach dem Workshop "Frauen im Schatten der Guillotine. Polinnen im Gefängnis Plötzensee" am 2.12.2023". Das Projekt ist gefördert von der Stiftung EVZ (Erinnerung Verantwortung Zukunft): www.stiftung-evz.de. Diese Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung der Stiftung EVZ dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Projektleiterinnen die Verantwortung.