Institut Kirche und Judentum

Institut Kirche und Judentum Das IKJ ist ein Institut der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und ist Das IKJ wurde von 1960 bis 1974 von Prof. Dr. Dres. h.c.

Das 1960 an der Kirchlichen Hochschule Berlin (West) von Günther Harder gegründete Institut Kirche und Judentum ist ein Werk der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Es ist seit 1994 der Humboldt-Universität zu Berlin angegliedert. Dr. Günther Harder, von 1974 bis 2007 von Prof. Peter von der Osten-Sacken, von 2007 bis 2009 von Prof. Dr. Rüdiger Liwak und von 2010 bis 2015 von Prof. Dr. Markus Witte geleitet. Am 22. Mai 2015 hat die Kirchenleitung der EKBO Prof. Christoph Markschies die Leitung des Instituts übertragen.

Predigtimpuls von Prof. Dr. Christina Costanza für das Erntedankfest:Ein doppeltes Wunder, ein Verbindungs- und Verbunde...
29/09/2026

Predigtimpuls von Prof. Dr. Christina Costanza für das Erntedankfest:
Ein doppeltes Wunder, ein Verbindungs- und Verbundenheitswunder: Von der Speisung der 4000 wurde immer wieder gesagt, dass sie im Markusevangelium die Öffnung der Jesusgeschichte für die nicht-jüdische Welt symbolisiere. So spiele sie anders als die Speisung der 5000, nur zwei Kapitel davor erzählt, auf überwiegend „heidnischem“ Gebiet. Die These ist exegetisch umstritten. Zugleich liegt in ihr ein Hinweis, warum dieses Wunder doppelt erzählt wird: Es geht um Verbindung und Verbundenheit. Denn die Plots der beiden Erzählungen laufen ja zusammen: im Dankgebet für die Gaben der Erde, im Wunder des gemeinsamen Essens, im Sattwerden trotz allem, was dagegenspricht. Mit der Speisung der 4000 werden dieser Deutung nach die sog. „Heiden“ hineingenommen in die großen Erzählungen des Volkes Israel, dessen Kind und Prophet Jesus ist: in die Erzählungen aus der Vergangenheit, als das Volk beim Auszug aus Ägypten auf wundersame Weise in der Wüste mit Brot versorgt wurde (Ex 16); in die Erzählungen aus der Zukunft, für die ein wunderbares messianisches Festmahl für alle Völker verheißen ist (Jes 25,6). Selbst wenn die These vom heidnischen Speisungswunder in Ergänzung zum jüdischen Speisungswunder nicht stimmt: Die Einbettung der Jesusgeschichte in jene Speisungswundergeschichten des Volkes Israel ist so wichtig, dass von der wundersamen Brot- und Fischvermehrung gar nicht oft genug erzählt werden kann.

Predigttext: Mk 8,1-9 (BigS):
1 Als sich in jenen Tagen wiederum viel Volk eingefunden hatte und sie nichts zu essen hatten, rief er die Jüngerinnen und Jünger zu sich und sagte ihnen: 2 »Ich werde durch das Volk angerührt, denn sie bleiben schon seit drei Tagen bei mir und haben nichts zu essen. 3 Wenn ich sie ohne Essen nach Hause gehen lasse, werden sie unterwegs entkräftet zusammenbrechen; einige von ihnen sind von weit her gekommen.« 4Da antworteten ihm seine Jüngerinnen und Jünger: »Wie könnte hier in der Einöde irgendeine Person diese große Menschenmenge mit Broten sättigen?« 5 Er fragte sie: »Wie viele Brote habt ihr bei euch?« Sie sagten: »Sieben«. 6 Da gebot er dem Volk, sich wie zum Essen auf die Erde niederzulegen. Und er nahm die sieben Brote, sprach den Brotsegen, brach sie und gab sie seinen Jüngerinnen und Jüngern, damit sie die Speise austeilten. Sie teilten sie an das Volk aus. 7 Außerdem hatten sie einige kleine Fische. Er sprach das Segensgebet und gebot, auch diese auszuteilen. 8 Und sie aßen und wurden satt. Sie hoben auf, was an Resten übrig blieb: sieben Körbe. 9 Sie waren aber ungefähr 4.000 Menschen. Und er schickte sie fort.

Die Ergebnisse unserer kommentierten Faksimile-Ausgabe (vgl. die Literaturhinweise ...) übersichtlich und knapp und illu...
17/09/2026

Die Ergebnisse unserer kommentierten Faksimile-Ausgabe (vgl. die Literaturhinweise ...) übersichtlich und knapp und illustriert ...

https://www.bsb-muenchen.de/stabiliebling/haggada/?fbclid=IwY2xjawUZF8twZG9mBWV4dG4DYWVtAjEwAGJyaWQRMUxaSU5lZ3hkT3d0MHdqU29zcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeNkDuUiNfoU1ZBlohp2NGasnZ-WI3Fz0m8mjBUG2mEWbbjG6sWgJlxdvfcSk_aem_tlO9GPJjoMivRYRvUBxU1g

Die Bayerische Staatsbibliothek (BSB) in München ist die zentrale Landesbibliothek des Freistaates Bayern und eine der bedeutendsten Forschungsbibliotheken in Europa.

Predigtimpuls für den 15. Sonntag nach Trinitatis am 13. September 2026 von Rabbinerin Dalia Marx:In Genesis 2 wird gesa...
08/09/2026

Predigtimpuls für den 15. Sonntag nach Trinitatis am 13. September 2026 von Rabbinerin Dalia Marx:
In Genesis 2 wird gesagt, dass der Mensch aus zwei Elementen erschaffen wurde: „Staub von der Erde“ und „Odem des Lebens“ (Vers 2). Auf der einen Seite das irdische, lebloseste und unbestimmteste Element; auf der anderen Seite die Seele, die erhaben und geistig ist. Eine chassidische Lehre, die Rabbi Simcha Bunim von Przysucha (1765–1827) zugeschrieben wird, besagt:
Jeder Mensch sollte zwei Taschen haben. In der rechten Tasche einen Zettel mit der Aufschrift: „Um meinetwillen wurde die Welt erschaffen“ (Mischna Sanhedrin 4,5), und in der linken Tasche einen Zettel mit der Aufschrift: „Ich bin Staub und Asche“ (Genesis 18,27).[1]
Viele interpretieren den Aufruf von Rabbi Simcha als Einladung, das segensreiche Gleichgewicht zwischen den beiden Haltungen zu finden: Wenn wir uns wertlos fühlen, sollten wir den stärkenden Zettel „Um meinetwillen wurde die Welt erschaffen“ lesen; wenn wir hingegen spüren, dass Hybris von uns Besitz ergreift, greifen wir nach dem zweiten Zettel... Das heißt, die beiden Zettel dienen als Mittel, um extreme und ungesunde Gefühle sowie Neigungen zu mäßigen.
Ich glaube jedoch, dass die Aussage des chassidischen Rabbis noch ein weiteres Ziel verfolgt – sie muss als eine Warnung verstanden werden. Beide Aussagen zusammen warnen uns vor Haltungen, die gleichermaßen gefährlich sind: Nach der einen ist der Mensch die Krone der Schöpfung, nach der anderen ist er völlig wertlos.
Anstatt in die eine oder die andere Tasche zu greifen, anstatt das Ego aufzublähen oder zu unterdrücken, ruft uns Rabbi Simcha meines Erachtens dazu auf, die Frage des Egos tief und ehrlich zu prüfen. Im Raum zwischen den beiden Taschen leben und handeln wir – unsere Schmerzen, Ängste, Hoffnungen und Freuden sind dynamische Empfindungen, die Seelenkraft und Glauben erfordern.
[1] Nach: Martin Buber, Die Erzählungen der Chassidim, Zürich 1949, S. 841.

Predigttext 1. Mose 2,4b-9 (10-14) 15 (18-25) (BigS):
4b Am Tage, als Adonaj, vertritt den Namen Gottes, Erde und Himmel machte, – noch gab es die Sträucher des Feldes nicht auf der Erde und das Grün der Felder war noch nicht aufgesprossen, denn Adonaj, also Gott, hatte es noch nicht regnen lassen auf die Erde, und es gab auch noch keine Menschen, um den Acker zu bearbeiten, 6 nur ein Quell stieg aus der Erde auf und tränkte die ganze Fläche des Ackers, – 7 da bildete Adonaj, also Gott, Adam, das Menschenwesen, aus Erde vom Acker und blies in seine Nase Lebensatem. Da wurde der Mensch atmendes Leben.�8 Nun legte Adonaj, also Gott, einen Garten in Eden an, das ist im Osten, und setzte das gerade geformte Menschenwesen dort hinein. 9 Aus dem Acker ließ Adonaj, Gott, sodann alle Bäume aufsprießen, reizvoll zum Ansehen und gut zum Essen, samt dem Baum des Lebens in der Mitte des Gartens und dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.
15 Adonaj, also Gott, nahm das Menschenwesen und brachte es in den Garten Eden, ihn zu bearbeiten und zu beaufsichtigen.

Predigtimpuls von Sandra Ahr-Vahrenhorst für den 14. Sonntag nach Trinitatis am 6. September 2026:Das Neue Testament wur...
01/09/2026

Predigtimpuls von Sandra Ahr-Vahrenhorst für den 14. Sonntag nach Trinitatis am 6. September 2026:
Das Neue Testament wurde ursprünglich auf Griechisch verfasst. Es besteht aber kein Zweifel daran, dass die meisten Autoren Hebräisch und die reichen und manchmal verborgenen Schichten dieser Sprache kannten. Die Namenswahl ist nicht zufällig und birgt eine tiefere und versteckte Botschaft.
Jesus begegnet in Jericho Zachäus. Dahinter verbirgt sich der hebräische Name Zakkai (mit weichem „S“ gesprochen). Dieses Wort Zakkai hat mehrere Bedeutungen. Die erste ist „würdig, etwas zu empfangen“. Jesus beschließt, trotz Zakkais’ Verfehlungen bei ihm zu bleiben, weil jeder die Chance verdient, sich zu bessern. Wir sehen zu Beginn der Geschichte, wie Zakkai sich bemüht und auf einen Baum klettert. Das bedeutet, dass er bereit ist, seine Stellung aufzugeben. Er hätte sich auch rücksichtslos durch die Menge drängen können, doch er verzichtet auf seine Würde und macht sich quasi zum Affen. Jesus erkennt dieses Potenzial und fördert es. Dass diese Handlung vor einem großen Publikum stattfindet, sendet eine deutliche Botschaft an alle Beteiligten.
Die Begegnung mit Jesus verändert Zakkais Leben grundlegend. Er durchläuft eine Wandlung und wird unschuldig. Juristisch gesehen beschreibt Zakkai nämlich eine eine Person, deren Unschuld bewiesen wurde. Die Botschaft ist klar: Ein Mensch kann sein Verhalten ändern.
Die Verantwortung dafür liegt bei beiden Seiten. Einerseits muss der Mensch den Wunsch haben, etwas zu verändern, durch Taten beweisen, dass er seine Komfortzone verlässt, und auch bereit sein, die Konsequenzen seines früheren Handelns zu tragen. Andererseits muss die Gesellschaft bereit sein, ihm die Möglichkeit geben, neu anzufangen, und ihn, sobald er seine Schuld gegenüber der Gesellschaft beglichen hat, wieder aufzunehmen.

Predigttext: Lukas 19,1-10 (BigS):
1 Und er kam nach Jericho und zog hindurch. 2 Siehe, da war ein Mann namens Zachäus, der war Oberzöllner und reich. 3 Er versuchte, zu sehen, wer Jesus denn sei, aber wegen der Menge Leute konnte er es nicht. Denn er war klein gewachsen. 4 Er eilte voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum hinauf, damit er ihn sehe, wenn er vorbeiziehen würde. 5Und als Jesus an jenem Ort vorbeikam, sah er hinauf und sagte zu ihm: »Zachäus, komm schnell herunter! Denn heute muss ich in deinem Haus bleiben!« 6 Er kam schnell herunter und nahm ihn mit Freuden auf. 7 Und alle sahen es und murrten, indem sie sagten: »Bei einem Sünder kehrt er ein, um zu übernachten.« 8 Zachäus aber stellte sich vor den Befreier hin und sagte: »Sieh, Gebieter, die Hälfte meines Vermögens gebe ich den Armen. Und wenn ich von jemandem etwas erpresst habe, gebe ich es vierfach zurück!« 9 Darauf sagte Jesus zu ihm: »Heute ist diesem Haus Rettung widerfahren, denn dieser Mann ist auch ein wahrer Nachkomme Abrahams. 10 Denn ich bin gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ging.«

Predigtimpuls von Prof. Dr. Jens Schröter für den 13. Sonntag nach Trinitatis am 30. August 2026:Kaum ist die Gemeinde g...
25/08/2026

Predigtimpuls von Prof. Dr. Jens Schröter für den 13. Sonntag nach Trinitatis am 30. August 2026:
Kaum ist die Gemeinde gegründet, schon gibt es Konflikte. Vordergründig scheint es um eine leicht zu lösende Organisationsfrage zu gehen, aber die eigentlichen Probleme könnten tiefer gelegen haben. Hebräer gegen Hellenisten – zwei jüdische Gruppen, die an Jesus Christus glaubten, sich aber offenbar uneins waren, welche Konsequenzen das für den jüdischen Glauben hat. Sie lebten alle in Jerusalem, dem Zentrum des Judentums und Sitz des Synhedriums. Sie gingen alle zum Tempel, um dort den einen und einzigen Gott zu verehren. Das war für sie mit dem Bekenntnis zu Jesus Christus ohne Weiteres vereinbar. Und doch: es gab Risse. Unterschiede wurden sichtbar, wie das so ist, wenn in Gemeinden verschiedene Menschen zusammenkommen. Das ist heute nicht anders als zur Zeit der ersten christlichen Gemeinde in Jerusalem, zu der ausschließlich Jüdinnen und Juden gehörten. Das zweite „Gremium“, neben den zwölf Aposteln, war ein Kreis von sieben Männern, die sich künftig um die gerechte Verteilung von Gütern in der Gemeinde kümmern sollten. Vielleicht hatten sie aber auch eine eigene Auffassung davon, wie christliches Bekenntnis und jüdischer Glaube zusammengehören. Diese Frage ist für unser heutiges Christentum nicht weniger dringlich. Mit ihr müssen wir uns gerade in unserer Zeit theologisch und ethisch verantwortet befassen.

Predigttext: Apg 6,1-7 (BigS):
1 Als in jener Zeit die Zahl der Schülerinnen und Schüler zunahm, wurden die griechisch sprechenden unwillig gegen die aramäisch sprechenden, weil ihre Witwen bei der täglichen Unterstützung vernachlässigt wurden. 2 Da riefen die Zwölf die Versammlung der Schüler und Schülerinnen zusammen und sagten: »Es ist nicht angemessen, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und für die Mahlzeiten sorgen. 3 Seht euch, liebe Schwestern und Brüder, nach sieben Männern unter euch um, die einen guten Ruf haben, geistvoll und klug sind. Die wollen wir für diese Aufgabe einsetzen, 4 uns selbst jedoch dem Gebet und der Wortverkündigung widmen.« 5 Dieser Vorschlag gefiel der gesamten Versammlung. Und sie wählten sich Stephanus aus, einen ganz und gar zuverlässigen und von heiliger Geistkraft erfüllten Menschen, sowie Philippus, Prochorus, Nikanor, Timon, Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia; 6 die stellten sie vor die Apostel: Sie beteten und legten ihnen die Hände auf. 7 Und Gottes Botschaft breitete sich aus, so dass die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in Jerusalem stark zunahm. Auch eine große Menge aus priesterlichen Familien folgte dieser Glaubensweise.

Predigtimpuls von Pfarrer i.R. Dr. Matthias Loerbroks für den 12. Sonntag nach Trinitatis.Die Gemeinde – eine Baustelle,...
18/08/2026

Predigtimpuls von Pfarrer i.R. Dr. Matthias Loerbroks für den 12. Sonntag nach Trinitatis.
Die Gemeinde – eine Baustelle, nie fertig. Oder wirklich fertig: schon Ruine, schon ruiniert.
Das Buch Exodus, die Urgeschichte der Befreiung, beginnt und schließt mit Bauarbeiten. Am Anfang harte, bittere Sklavenarbeit für den Sklavenhalter. Am Ende ist das Volk vom Sklavendienst befreit, aber nicht zum Nichtstun, sondern zum Gottesdienst – lass mein Volk frei, dass es mir diene! –, baut nicht mehr stumpfsinnig, sondern künstlerisch, voll Weisheit und begabt mit Gottes Geist: nicht Befreiung von der Arbeit ist Gottes Ziel, sondern befreite Arbeit; das Land der Freiheit ist kein arbeitsloses Schlaraffenland. Paulus hat ein ähnliches Bauprojekt im Sinn: Der Gott Israels begnügt sich nicht damit, das Haus Israel zu bauen als sein Heiligtum aus lebendigen Steinen, er will auch die anderen Völker einbauen und so alle Welt zum Haus, oikos, zur Ökumene machen: zu einer bewohnten, bewohnbaren, wohnlichen Welt.

Predigttext 1. Korinther 3,9-17 (BigS):
9 Wir arbeiten gemeinsam mit Gott; Gottes Acker, Gottes Bauwerk, das seid ihr. 10 Weil mir von Gott die Gnade geschenkt wurde, habe ich wie ein kluger Baumeister am Fundament gearbeitet, andere bauen weiter. Wer weiterbaut, soll sich Gedanken machen, wie es weitergeht. 11 Ein anderes Fundament kann niemand legen als das, das schon von Gott gelegt ist. Das Fundament ist Jesus, der Messias. 12 Wer immer auf das Fundament aufbaut, mit Gold, Silber, kostbaren Steinen, Hölzern, Stroh, Schilf – 13 der Beitrag aller Einzelnen wird zum Vorschein kommen. Der Tag des Gottesgerichtes wird ihn sichtbar machen. Denn im Feuer wird es offenbar. Die Qualität der Arbeit aller wird das Feuer prüfen. 14 Für das Stück, das ihr weitergebaut habt, werdet ihr Lohn empfangen, wenn es bestehen bleibt. 15 Für das Stück, das verbrennt, werdet ihr die Konsequenzen tragen, aber ihr werdet trotzdem gerettet werden, wie aus einem brennenden Haus.�16Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und Gottes Geistkraft in euch wohnt? 17 Wer den Tempel Gottes zerstört, wird selbst Zerstörung erleben. Denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr.

Predigtimpuls von Angelika Obert für den 11. Sonntag nach Trinitatis:Die Versuchung ist groß, gleich auf Distanz zum Pha...
11/08/2026

Predigtimpuls von Angelika Obert für den 11. Sonntag nach Trinitatis:
Die Versuchung ist groß, gleich auf Distanz zum Pharisäer zu gehen, zumal für die Vielen, die 'Pharisäer' nur als Gegner Jesu kennen. In Wahrheit stehen sie Jesus ja nahe mit ihrem Bemühen, Gottes Weisung in allen Lebensvollzügen gerecht zu werden. Wie alle Menschen, denen es um Gerechtigkeit geht, müssen sie Anstoß nehmen an denjenigen, die wie die Zöllner zuerst auf den eigenen Vorteil bedacht sind. Übel wird es allerdings, wenn die eigene Rechtschaffenheit mit gnadenloser Ausgrenzung der weniger Rechtschaffenen einhergeht. Kirchengemeinden haben Grund, sich da an die eigene Nase zu fassen. Doch gilt das auch für den Pharisäer? Zu bedenken ist, dass sich para in Vers 14a auch anders übersetzen lässt: Der Pharisäer wird von der Rechtfertigung nicht ausgeschlossen, aber der Zöllner ist neben ihm - mit ihm - auch gerechtfertigt. Er erfährt die Gnade.

Predigttext Lk 18,9-14 (BigS):
9 Er sprach auch zu denen, die von sich überzeugt waren, gerecht zu sein, und die Übrigen gering achteten, und gab ihnen einen Vergleich: 10 »Es gingen einmal zwei Personen hinauf in den Tempel, um zu beten. Die eine war pharisäisch, die andere arbeitete am Zollhaus. 11 Die pharisäische Person stellte sich hin und betete folgendermaßen: ›O Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die übrigen Menschen, die rauben, Unrecht tun und die Ehe brechen oder wie die, die am Zollhaus arbeiten. 12 Ich faste zweimal bis zum Sabbat, und ich gebe den zehnten Teil von meinem ganzen Einkommen.‹ 13 Diejenige Person, die am Zollhaus arbeitete, blieb von weitem stehen und wollte nicht einmal die Augen zum Himmel erheben, sondern schlug an ihre Brust und sprach: ›O Gott, versöhne dich mit mir, ich habe gesündigt!‹ 14 Ich sage euch: Diese ging gerechtfertigt in ihr Haus, jene nicht. Denn alle, die sich selbst erhöhen, werden erniedrigt werden. Wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.«

Predigtimpuls zu Röm 9,1-5 von Pfarrerin i.E. Dr. Marie Hecke: Bist du empathisch? Schaffst du es dich einzufühlen und m...
04/08/2026

Predigtimpuls zu Röm 9,1-5 von Pfarrerin i.E. Dr. Marie Hecke:

Bist du empathisch? Schaffst du es dich einzufühlen und mitzufühlen in andere Perspektiven und zuhören, ohne alles besser zu wissen und zu bewerten? Oder sagst du schnell „Ja, aber…“?
Paulus ringt. Er leidet mit. Er ist emphatisch. Tiefe Traurigkeit und steter Schmerz wohnen in seinem Herzen. Seine geliebten Geschwister, sie teilen nicht seine Überzeugung, sein Vertrauen in, seine Verbundenheit mit dem Messias. Die Mehrheit der Juden sahen im ersten Jahrhundert in Jesus nicht den Messias, den Christus. Das ist für Paulus schwer. Das muss er aushalten. In Römer 9 bis 11 muss er durchbuchstabieren, was das heißt.
Zu Beginn ruft Paulus sich vor Augen, was Gott, schon lange bevor von Jesus die Rede war, den Israelit:innen geschenkt hat. Wie auf einem Geburtstagstisch breitet er es vor sich aus: da die Gotteskindschaft, hier die göttliche Gegenwart, die Schechina, daneben den Bund und die Tora. Wie Geschenke legt er es hin, betrachtetet es und kommt zu dem Schluss: Gott hat Israel schon seine Liebe geschenkt. Das bleibt bestehen. Das ist alles zu kostbar, als dass es nichts mehr wert wäre. Und aus dieser Mitte, aus diesem Reichtum heraus, stammt der Messias.

Aus der diesjährigen Predigthilfe von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) - hier abrufbar: https://www.ikj-berlin.de/material/israelsonntag

Predigttext Röm 9,1-5 (BigS):
1 Wahrheit sage ich in Verbundenheit mit dem Messias, ich verbreite nichts Falsches, meine eigene Urteilskraft bezeugt es mir bestärkt durch die heilige Geistkraft: 2 Ich bin zutiefst traurig, steter Schmerz wohnt in meinem Herzen. 3 Ich wünschte nämlich, anstelle meiner Geschwister, meiner leiblichen Verwandten, selbst gebannt und vom Messias getrennt zu sein. 4 Sie sind Israelitinnen und Israeliten, denen die Gotteskindschaft zu Eigen ist, die göttliche Gegenwart, der Bund und die Gabe der Tora, der Gottesdienst und die göttlichen Verheißungen. 5 Ihnen gehören die Väter und Mütter an, aus ihrer Mitte stammt der Messias. Gott, lebendig über allem, sei gesegnet durch Zeiten und Welten, Amen.

Veranstaltungshinweis:
Gottesdienst zum Israelsonntag am 09. August 2026 um 10 Uhr mit Pfarrerin Dr. Marie Hecke in der Hoffnungskirche Pankow
Predigt von Pfarrerin Dr. Marie Hecke um 18 Uhr beim Hora-Gottesdienst in der St. Matthäus-Kirche
Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.ikj-berlin.de/veranstaltungen/gottesdienste

Predigtimpuls von Dr. habil. Ronen Pinkas für den 9. Sonntag nach Trinitatis:Jeremia wurde bereits vor seiner Geburt zum...
28/07/2026

Predigtimpuls von Dr. habil. Ronen Pinkas für den 9. Sonntag nach Trinitatis:
Jeremia wurde bereits vor seiner Geburt zum Propheten berufen. Die Worte „im Mutterleib“ (Jer 1:5) zeigen die besondere Beziehung zwischen Gott und Jeremia und drücken eine vorgegebene Berufung aus. Eine solche Deutung erinnert an die heidnische Vorstellung eines vorherbestimmten Schicksals und steht im Spannungsverhältnis zur biblischen Betonung der menschlichen Willensfreiheit. Die rabbinische Tradition ist dafür sensibel und interpretiert den Vers lediglich als Hinweis darauf, dass Jeremia beschnitten geboren wurde (Midrasch Tehillim 9). Seine anfängliche Weigerung, den göttlichen Auftrag anzunehmen, ist notwendig. Wie Mose verkörpert er Demut. Dies sind Eigenschaften der Prophetie und Führung. Zudem ist es eine Haltung, die Ideologien ablehnt. Die prophetische Berufung gründet nicht auf geschlossenem Idealismus, sondern auf Dialog. So erhält Mose Aaron als Sprecher (Ex 4:16) und Jeremia empfängt das Wort Gottes von dessen Hand in seinen Mund. Der Kampf gegen den Götzendienst zielt auf die Erneuerung des Dialogs ab.

Predigttext Jer 1,4-10 (BigS):
4 Das Wort Gottes erreichte mich: 5 Schon bevor ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich erkannt. Noch bevor du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich an mich gezogen. Zum Propheten für die Nationen habe ich dich bestimmt. 6 Ich sagte: Ach, Gott, du göttliche Macht! Ich kann doch nicht reden, ich bin noch so jung. 7 Gott antwortete mir: Sag nicht, ich bin noch so jung. Denn wohin ich dich schicke, dorthin sollst du gehen, und was ich dir auftrage, das sollst du sagen. 8 Habe keine Angst vor ihnen, denn ich bin mit dir, um dich zu retten – so Gottes Spruch. 9 Dann streckte Gott die Hand aus, berührte meinen Mund und Gott sagte zu mir: Hiermit lege ich meine Worte in deinen Mund. 10Siehe, heute setze ich dich über die Nationen und über die Königreiche ein, um auszureißen und einzureißen, um zugrunde zu richten und niederzureißen, um aufzurichten und einzupflanzen.

Predigtimpuls für den 8. Sonntag nach Trinitatis von Pfarrer i.R. Wolfgang Kruse:Wie oft gehe ich vorüber und schaue NIC...
21/07/2026

Predigtimpuls für den 8. Sonntag nach Trinitatis von Pfarrer i.R. Wolfgang Kruse:
Wie oft gehe ich vorüber und schaue NICHT hin… Bahnhof Zoo – nicht schon wieder – hab kein Kleingeld – sind ganz schön aufdringlich – verpasse die S-Bahn – sollen sich andere drum kümmern.
Jesus geht vorüber und schaut hin… Jerusalem – Laubhüttenfest – ein Blinder – typische Jüngerfrage: wer hat gesündigt? – Nix da, keiner hat gesündigt! – „damit sollen die Werke Gottes offenbar werden!“??? – wie bitte? gehört eher zum folgenden Vers: „wir sollen die Werke Gottes tun“ – Brei auf die Augen – gesandt zum Teich Siloah – Tauchbad – Heilung – Licht.
Jesus schaut hin, wo wir gerne wegschauen. Damit stellt er sich in die Tradition eines El Roï: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“ (Gen 16,13) Hinschauen ist der erste Schritt zur Heilung, die/den andere/n wahrnehmen mit allem, was sie/er braucht. Der Gesandte sendet ihn zum Teich Siloah (wörtlich: Gesandter). An Sukkot wird Wasser aus dem Teich Siloah, der von der Gihonquelle gespeist wird, geschöpft als Zeichen für die lebensspendende Kraft dieser einzigen Ganzjahresquelle Jerusalems. Vielleicht geschieht die Heilung ja nicht (nur) durch Jesu Brei, sondern durch das Tauchbad im Siloah-Teich. Jetzt kann auch er hinschauen. Wir können in den seltensten Fällen so wie Jesus heilen, aber wir können hinschauen und die Werke Gottes, die Werke der Barmherzigkeit tun.

Predigttext Joh 9,1-7 (BigS):
1 Im Vorübergehen sah er einen Menschen, der von Geburt an blind war. 2 Und seine Jüngerinnen und Jünger fragten ihn und sagten: »Rabbi, wer hat Unrecht getan: Dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?« 3 Jesus antwortete: »Weder hat dieser Unrecht getan noch seine Eltern, sondern die Werke Gottes sollen an ihm sichtbar werden. 4 Wir müssen die Werke Gottes tun, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, wo niemand wirken kann. 5 Wenn ich in der Welt bin, bin ich Licht der Welt.« 6 Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde und machte einen Brei aus der Spucke und strich ihm den Brei auf die Augen 7 und sagte ihm: »Geh, wasche dich im Teich Schiloach!« – was übersetzt ›Gesandter‹ heißt. Er ging also weg und wusch sich und kam sehend zurück.

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