01/12/2016
Neues Buch des ehemaligen Waldschülers Hellmut Flashar
Hippokrates - Mann mit Eid
Hellmut Flashar: Hippokrates - Meister der Heilkunst. Leben und Werk. Verlag C. H. Beck, München 2016. 298 Seiten, 10 Abbildungen. 26,95 Euro. E-Book 21,99 Euro
Homer hat es gewusst und in der um 700 vor Christus verfassten Ilias, dem ältesten Werk der europäischen Literatur, die bis heute gültige Feststellung verewigt: "Denn ein ärztlicher Mann wiegt viele andere auf." Der gebührenden Anerkennung eines fähigen Mediziners war damit schon früh der Boden bereitet.
Hippokrates von Kos, der vermutlich von 460 bis 380 vor Christus lebte, wurde bereits in seiner Zeit für sein Werk und Wirken hoch geachtet. Bis heute gilt er als der berühmteste Arzt der Antike. Der nach ihm benannte Eid wird in jeder Diskussion über die Grenzen der Medizin mahnend erwähnt, auch wenn ihn kein Arzt schwört, sondern der Eid nur noch "an mehreren Universitäten auf schönem Pergamentpapier neben die Promotionsurkunde gelegt" wird, wie Hellmut Flashar schreibt.
Damals war der Beruf des Arztes noch nicht gesetzlich geschützt
Der Altertumswissenschaftler, der lange in München gelehrt hat, widmet Hippokrates eine aufschlussreiche Biografie, in der er die Grundlagen der antiken Heilkunst und die umfangreichen Schriften des Arztes ebenso darstellt und erläutert wie die Missverständnisse und Überhöhungen, die sein Schaffen bis in unsere Zeit begleiten.
Neben seiner philologischen Genauigkeit beeindruckt immer wieder Flashars Sinn für feinen Humor, etwa wenn er bemerkt, dass jene Touristen, die heute auf der Insel Kos den Spuren des Hippokrates nachgehen und das Asklepios-Heiligtum besuchen, leider auf der falschen Fährte sind.
So schrieb Werner Bartens (Auszug) in der SZ vom 24.11.2016