27/12/2023
Schalom und auf Wiedersehen!
TKVA - Treptow-Köpenick für Vielfalt und gegen Antisemitismus beendet ihre Arbeit
Zum Jahresende 2023 endet die Arbeit der Fachstelle TKVA – Treptow-Köpenick für Vielfalt und gegen Antisemitismus. Stattdessen wird im Frühjahr beim Bezirksamt Treptow-Köpenick die Stelle des Beauftragten für Antisemitismusprävention eingeführt.
Zum Schluss wollen wir ein Rückblick machen:
Der Start des Projekts war kein einfacher. Nachdem der Träger pad gGmbH im Jahr 2019 die Ausschreibung für das Antisemitismus-Projekt in Treptow-Köpenick gewonnen hatte, fiel der Projektbeginn mit der Corona-Pandemie zusammen. Viele der anfänglichen Aktivitäten mussten mit Hilfe von digitalen Formen der Wissensvermittlung erprobt und umgesetzt werden. Er später konnte das Projekt die volle Spanne an Aktivitäten entfalten und die Projektziele verfolgen.
Die Fachstelle TKVA – Treptow-Köpenick für Vielfalt und gegen Antisemitismus hatte zwei zentrale Ziele. Es sollte einerseits für verschiedene Erscheinungsformen des Antisemitismus sensibilisieren und andererseits die Diversität jüdischen Lebens gestern und heute im Bezirk sichtbar machen.
Von März 2020 an war sie die erste Stelle einer Ansprechperson für Antisemitismus auf bezirklichen Ebene in Berlin. Das Projekt klärte sowohl mit Veranstaltungen als auch mit informativen Texten auf seinen Social Media Seiten über jüdische Bräuche und Feiertage auf. Mit Konzerten, Feiern und Diskussionsveranstaltungen wurden diese auch lebendig im Bezirk zelebriert. Jüdisches Leben wurde sichtbar.
Unter anderem zum Beispiel mit den Chanukka-Leuchtern an unterschiedlichen Orten im Bezirk und den dazugehörigen Veranstaltungen. Dass es vor allem die Begegnungsräume waren, die das Projekt bereitstellen wollte, wurde deutlich, nachdem die Folgen der Pandemie nachließen. Die zentralen Aktivitäten von TKVA hatten stets zum Ziel, unterschiedliche Menschen zusammenzubringen – interreligiös, intergenerationell, interkulturell. Das gelang vielfach.
An über 60 Veranstaltungen war TKVA in den vier Jahren, teils zentral teils in Netzwerken, beteiligt und hat damit im Bezirk Spuren hinterlassen. Die unbequemen Themen wie aktuelle Ausprägungen von Antisemitismus und Umgang damit, aber auch die Altlasten der Schoa, der NS-Zwangsarbeit oder der Umgang mit antisemitischen Straßennamen angegangen.
Im kommenden Jahr soll Treptow-Köpenick einen bezirklichen Beauftragten für Antisemitismusprävention bekommen. Deshalb läuft jetzt, zum Ende des Jahres 2023, das Projekt TKVA aus. Mit seiner Arbeit wurden für diese kommende Arbeit zahlreiche Anknüpfungspunkte geschaffen. Sei es durch die Mitarbeit in erinnerungspolitischen Netzwerken, mit der Sensibilisierung für antisemitische Erscheinungsformen oder mit der Stärkung der jüdischen Community im Bezirk selbst.
Gemeinsam mit vielen Kooperationspartner*innen, ehrenamtlich Aktiven, Politik und Verwaltung konnte in den vier Jahren vieles auf den Weg gebracht werden sowie Bestehendes gestärkt werden – für die sehr gute Zusammenarbeit möchte sich TKVA ausdrücklich bedanken.
Foto: Shalom von Allison Schlobohm/flickr
07/12/2023
Heute Abend, am 7. Dezember, nach dem Einbruch der Dunkelheit beginnt das Chanukkafest mit dem Anzünden des ersten Lichts. Zum vierten Jahr in Folge steht eine Chanukkia in der Altstdat von und wird bis zum 14. Dezember jeden Tag um 17:00 Uhr angezündet.
Am Sonntag, den 10. Dezember, findet in Köpenick eine Chanukkafeier statt. Bei Interesse bitte bei TKVA melden: [email protected]
Die Chanukkia von Köpenick wurde letzes Jahr durch die Künstlerin Talya Feldman entworfen und durch den Sahlbildhauer Jürgen Neumann erstellt .
Die Aktivitäten zur Förderung des Jüdischen Lebens sind unterstützt durch das Bundesprogramm "Demokratie Leben!" und der Partnerschaft für Demokratie Treptow-Köpenick
28/11/2023
Die Zahl von antisemitischen Vorfällen in Berlin ist seit dem 7. Oktober dramatisch gestiegen und bleibt besorgnisserregnet stabil. Um Antisemitimus zu bekämpfen muss es sichtbar gemacht werden. Dank RIAS Berlin - Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin wird es dokumentiert. Es zeigt auf wie dringend es ist weiter kontinuierlich gegen jeder Form von vorzugehen.
Meldet Antisemitismus: https://report-antisemitism.de/
RIAS Berlin hat im Zeitraum vom 07.10. bis 18.10.2023 bislang 70 verifizierte antisemitische Vorfälle dokumentiert. Die Zahlen müssen als vorläufig betrachtet werden, da bereits zahlreiche weitere Vorfälle gemeldet wurden, die noch nicht verifiziert werden konnten.
Diese 70 Vorfälle stellen eine Verdreifachung antisemitischer Vorfälle zum gleichen Zeitraum im Vorjahr dar, in dem 25 antisemitische Vorfälle dokumentiert wurden.
Fast zwei Drittel der Vorfälle (46 von 70) wiesen die Erscheinungsform des israelbezogenen Antisemitismus auf.
Der sprunghafte Anstieg von Meldungen und antisemitischen Vorfällen in Deutschland vor dem Hintergrund des arabisch-israelischen Konflikts ist kein neues Phänomen. Eine qualitative Veränderung zeigt sich jedoch in der Wirkungsweise der Vorfälle auf Jüdinnen_Juden und Israelis in Berlin. Die meisten Jüdinnen_Juden und Israelis sorgen sich infolge des Massakers durch die Terrororganisation Hamas um Angehörige und Freund_innen oder trauern um die Ermordeten.
https://report-antisemitism.de/documents/2023-10-20_Sprunghafter_Anstieg_antsisemitischer_Vorfaelle_in_Berlin.pdf
21/11/2023
„Schalom neues Deutschland – Juden in der DDR“ Filmvorführung am Sonntag, den 26. November um 16:00 Uhr im Kino Casablanca Berlin, Friedenstraße 12, in Adlershof.
Nach dem Film wird es ein Gespräch zwischen Dr. Juliette Brungs und dem Regisseur Tom Franke geben.
Antisemitismus galt in der DDR als „mit Stumpf und Stiel“ ausgerottet. Somit spielte die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust eine untergeordnete Rolle. Nach 1945 waren es zumeist kommunistische Juden, die in die DDR zurückkehrten. Ihre oft ambivalenten, persönlichen Erfahrungen will die Dokumentation aufzeigen. „Schalom neues Deutschland – Juden in der DDR“ stellt die Biografien und die emotionalen Schilderungen der Protagonisten in den Vordergrund und zeigt, wie Juden in der DDR gelebt und gefühlt haben.
Der Film ist eine Produktion von Armadafilm, gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, im Auftrag des Rundfunk Berlin-Brandenburg.
Der Film wird gezeigt im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Von der Geschichte zur Gegenwart – Orte der historischen und politischen Bildungsarbeit in Treptow-Köpenick”. Gefördert durch die Partnerschaft für Demokratie Treptow-Köpenick durch die Mittel des Bundesprogramms Demokratie Leben!
07/11/2023
Veranstaltungen in Treptow-Köpenick Anlässlich des 85. Jahrestags zur Erinnerung an die Reichspogromnacht am 9.11.1938
Konzert von Olaf Rühl im Kiezclub KES
09.11.2023 - 15:00 Uhr – Kiezclub KES – Plönzeile 5-7 Oberschöneweide
Jiddische Lieder & Geschichten
Es ist eine musikalische Einführung in die jiddische Musik, Sprache und Kultur; mit Liedern und Gedichten. Eintritt: 2,50 € – Anmeldung an: [email protected]
Weitere Informationen: https://www.facebook.com/events/223445403966005/
https://www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/politik-und-verwaltung/aemter/amt-fuer-soziales/kiezklubs/kiezklub-kes/artikel.759311.php
Verlegung von Stolpersteinen in Alt-Treptow
Der Bund der Antifaschisten Treptow und die Treptower Stolperstein-Initiative laden zu einer Verlegung von zwei Stolpersteinen vor den Häusern Moosdorfstraße 3 und 4 am 9. November 2023 um 17.00 Uhr ein. Erinnern werden die Steine an Bertha Samson und Karl Kurt Ernicke, ihrem letzten frei gewählten Wohnort.
Im Anschluss an die Verlegung wollen wir die bereits vorhandenen Stolpersteine in der Puder- und der Rethelstraße putzen.
https://bda-treptow.vvn-bda.de/veranstaltung/stolpersteinverlegung-in-der-moosdorfstrasse/
„Stolperstein - Putzspaziergang" Oberschöneweide
11.11.2023 - 10:30 Uhr - Tabbertstraße 12 in Oberschöneweide
Treffpunkt sind die Stolpersteine der Familie Feldmann. Von dort ausgehend werden alle Stolpersteine in Oberschöneweide besucht und geputzt. An den jeweiligen Stolpersteinen wird etwas zu den Biographien der Personen erzählt. Gerne können Blumen mitgebracht werden. Eine Veranstaltung der Stolperstein-Gruppe Schöneweide und des Kiezclubs KES
Weitere Informationen: https://www.facebook.com/events/656295493371051/
https://www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/politik-und-verwaltung/aemter/amt-fuer-soziales/kiezklubs/kiezklub-kes/artikel.759311.php
Antifaschistischer Stadtrundgang zu jüdischem Leben in der Köpenicker Altstadt.
12.11.2023 – 14 Uhr – Schlossplatz Köpenick.
Mit unserem jährlichen Rundgang durch die Köpenicker Altstadt möchten wir den Opfern der Novemberpogrome 1938 gedenken. Der Rundgang führt uns an den Wohnorten und Geschäften von Köpenicker Jüd*innen und zur ehemaligen Synagoge. Organisiert vom VVN-BdA Köpenick
Alle Informationen: https://bda-koepenick.de/2023/10/27/12-november-2022-antifaschistischer-stadtrundgang-zu-juedischem-leben-in-der-koepenicker-altstadt/
3. Köpenicker Synagogenkonzert
12.11.2023 – 17 Uhr 3. – Freiheit fünfzehn Köpenick
3. Köpenicker Synagogenkonzert - italienische Synagogal-Musik aus 5 Jahrhunderten anlässlich des 85ten Jahrestages der Reichspogromnacht.
Der Eintritt ist frei. Anmeldung (Name und Erreichbarkeit) unter [email protected]
Weitere Informationen: https://www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/aktuelles/pressemitteilungen/2023/pressemitteilung.1375033.php
16/10/2023
Antisemitismus in Comics, ein Vortrag von Dr. Murice Schuhmann, findet am Mittwoch, 18.10.23 um 19:00 Uhr in der Mittelpunkt Bibliothek "Alte Feuerwache" Treptow, Michael-Brückner-Str. 9, 12439 Berlin im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus.
Die Geschichte vom Medium Comic ist in Bezug auf die Darstellung des Judentums sehr ambivalent. Jüdische Zeichner wie Max Fleischmann (Betty B**b), René Goscinny (Asterix und Obelix) oder Jack Kirby (Captain America, Black Panther) sind aus der internationalen Comicgeschichte nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig wurde das Medium auch immer wieder – bewusst oder unbewusst – für die Verbreitung antisemitischer Stereotype genutzt. Angefangen bei Wilhelm Busch (Max & Moritz), über Hergé (Tim und Struppi) und Peyo (Die Schlümpfe) bis zu Rolf Kauka (Lupo) reicht die Liste prominenter Zeichner, deren Werk diese Stereotype zumindest teilweise bedient haben.
Seit den 1960er Jahren – und verstärkt seit den 1990er Jahren – wird aber auch der Antisemitismus verstärkt in Undergroundcomix und Graphic Novels thematisiert und problematisiert. Undergroundikone Robert Crumb machte sich über den Antisemitismus in der amerikanischen Gesellschaft lustig, sein „Schüler“ Art Spiegelman wählte das Medium Graphic Novel zur Darstellung der Shoa und in neueren Veröffentlichungen wie z.B. „Araber von morgen“ von Riad Sattoufwird auch der Antisemitismus in den arabischen Staaten zum Thema gemacht.
In einem Vortrag führt der Politikwissenschaftler und Comicsammler Dr. Maurice Schuhmann in die Thematik ein. Er zeigt an ausgewählten Beispielen – sowohl die Verbreitung antisemitischer Darstellungen als auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema in Comics und Graphic Novels.
In Kooperation mit der Stadtbibliothek Treptow-Köpenick, gefördert durch das Bundesprogramm Demokratie Leben!
16/10/2023
Die Fachstelle für Vielfalt und gegen Antisemitismus unterstützt Betroffene vor Ort in Treptow-Köpenick bei der Vermittlung von Unterstützung angesichts des Kriegs in Israel und der Lage hier in Deutschland.
11/10/2023
Stolpersteinverlegung in Gedenken an Friedrich Simon Archenhold und seine Familie
Stolpersteine sind Gedenksteine, die an die Menschen erinnern, die im Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Sie werden vor deren letzten frei gewählten Wohnorten in das Gehwegpflaster eingelassen. Am 13. Oktober erinnern wir, in Anwesenheit der Familie Archenhold, an den Gr....
06/10/2023
„Un:umstrittenes Erbe? zum Umgang mit Straßennamen mit Antisemitischen Bezügen in Treptow-Köpenick“ ein Symposium,
10. Oktober 2023, 16:00 bis 20:00 Uhr
Rathaus Treptow, BVV-Saal (Neue Krugallee 2– 6, 12435 Berlin)
Straßennamen sind, neben ihrer Orientierungsfunktion im öffentlichen Raum, immer auch Ausdruck einer politischen und kulturellen Ehrung von Personen für besondere Verdienste. An Straßenumbenennungen zeigt sich nicht nur der gesellschaftliche Wandel, sondern auch wechselnde Deutungshoheiten über das kollektive Erinnern. Debatten zu Straßenumbenennungen werden aktuell in vielen Städte kontrovers geführt. Das Symposium Un:umstrittenes Erbe? widmet sich der Frage, wie der Bezirk Treptow-Köpenick in Zukunft mit Straßennamen mit antisemitischen Bezügen umgehen soll.
Als Basis für die Veranstaltung dient das Dossier „Straßen- und Platznamen mit antisemitischen Bezügen in Berlin“ des Berliner Antisemitismusbeauftragten Prof. Dr. Samuel Salzborn im Dezember 2021. Dieses listet berlinweit 290 Straßen- und Platznamen auf, die antisemitische Bezüge der namensgebenden historischen Persönlichkeiten erkennen lassen. Zudem benennt das Dossier Handlungsempfehlungen, die von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sind und von weiteren Recherchen, der Kontextualisierung im Stadtraum oder über digitale Zusatzinformationen bis hin zu konkret empfohlenen Umbenennungen von Straßennamen reicht.
Es sprechen und diskutieren:
Marco Brauchmann (Bezirksstadtrat für Weiterbildung, Schule, Kultur und Sport), Thomas Irmer (Historiker und Politikwissenschaftler), Dr. Hanno Hochmuth (Historiker), Dr. Hannah Lotte Lund (wissenschaftliche Mitarbeiterin), sowie Peter Groos (Historiker und Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick), Maik Penn (Mitglied des AGH), Trille Schünke (Historikerin und Politikwissenschaftlerin) und Arie Shulov (TKVA – Treptow-Köpenick für Vielfalt und gegen Antisemitismus)