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Franziska Gänsler: Orca gaensler Kein & Aber Deutscher Buchpreis 📚  Empfehlung: Antonia v.Wissel Das ist nicht mein erst...
29/09/2026

Franziska Gänsler: Orca
 gaensler
Kein & Aber
Deutscher Buchpreis 📚
 
Empfehlung: Antonia v.Wissel
 
Das ist nicht mein erstes Buch von Gänsler und ganz sicher auch nicht mein letztes!! Ich weiß gar nicht, was genau es ist, aber Gänsler kann einfach unfassbar spannend schreiben. Ich habe seit Langem nichts mehr gelesen, das mich so mitgerissen hat. Dieses Buch hatte diesen richtig fiesen Sog, bei dem man ständig weiterlesen will. Schrecklich eigentlich. Man nimmt sich vor, jetzt schlafen zu gehen, und dann liest man doch noch ein Kapitel. Und noch eins…
Und genau das sind doch manchmal auch die besten Bücher, oder?
 
Also: Gegenwart: Cora arbeitet hinter einer Fleischtheke, Olympia wurde festgenommen. Ähm... okay? Warum? Wie konnte es dazu kommen? Und dann Vergangenheit. Bäääm. Wir springen zurück zum Anfang, zum Kennenlernen der beiden. Die beiden verstehen sich sofort, als hätten sie schon immer aufeinander gewartet. Olympia ist anders als die anderen: selbstbewusst, unangepasst und voller Ideen. Durch sie entdeckt Cora eine neue Welt und hat zum ersten Mal das Gefühl, gesehen und akzeptiert zu werden. Cora selbst ist eigentlich ganz anders. Sie geht auf eine Privatschule, wird gemobbt und hat keine richtigen Freund*innen. Sie versucht ständig, andere Menschen zu kopieren, zu imitieren und sich anzupassen. Aber bei Olympia muss sie das zum ersten Mal nicht. Bei ihr kann sie einfach Cora sein. Die beiden werden immer enger und verbringen viel Zeit im Elson-Haus, wo Olympia arbeitet. Für Cora ist das eine völlig neue Welt. Als später andere Leute dazukommen, Aktivist*innen, kommt dieses alte Gefühl wieder zurück: nicht richtig dazuzugehören. Sie hat Angst, Olympia zu verlieren, und versucht immer stärker, ihren Platz in dieser Welt zu finden. Die Gegenwart ist etwas ruhiger als die Vergangenheit und nimmt zwischendurch ein bisschen Tempo raus, aber dieses Gefühl bleibt: Irgendwas kommt noch. Man weiß die ganze Zeit nicht genau, was passiert ist, was noch passieren wird und wie alles zusammenhängt. Puhhh.
 
Die Geschichte zeigt dann, wie sich ihre Freundschaft verändert und wie aus dem Wunsch, etwas zu verändern, etwas Radikaleres entstehen kann.⤵️

🎬 GEWINNSPIELGewinne 2x2 Kinotickets für CORPUS DELICTI!Wir verlosen 2x2 Kinotickets für CORPUS DELICTI, also zwei Gewin...
22/09/2026

🎬 GEWINNSPIEL

Gewinne 2x2 Kinotickets für CORPUS DELICTI!

Wir verlosen 2x2 Kinotickets für CORPUS DELICTI, also zwei Gewinner*innen + jeweils Begleitung. 🍿

CORPUS DELICTI ist ab dem 1. Oktober bundesweit im Kino zu sehen.

Die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Juli Zeh bringt einen der wichtigsten deutschsprachigen Gegenwartsromane auf die große Leinwand. Regisseurin Lena Stahl erzählt die Geschichte als hochaktuelles Politdrama mit Damian Hardung, Hannah Herzsprung, Christian Friedel, Alexander Fehling und Haley Louise Jones.

So könnt ihr teilnehmen:
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Teilnahmeschluss: 28.09.2026, 23:59 Uhr
Die Gewinner*innen werden per Direktnachricht benachrichtigt.

Worum geht’s?

In einer nahen Zukunft garantiert die sogenannte „Methode“ Gesundheit und Transparenz für alle. Als Mias Bruder des Mordes beschuldigt wird, beginnt sie an einem System zu zweifeln, das keinen Widerspruch zulässt. Ihr Kampf um Wahrheit und Gerechtigkeit macht sie selbst zur Gejagten.

LEONINE Studios Wiedemann & Berg Lena Stahl Hannah Herzsprung Damian Hardung Christian Friedel Alexander Fehling Haley Louise Jones

Annika Büsing: MagischAnnika Büsing S. Fischer Verlage  “Magisch“… Lasst euch den Titel mal auf der Zunge zergehen. Wer...
21/09/2026

Annika Büsing: Magisch

Annika Büsing
S. Fischer Verlage
 
“Magisch“… Lasst euch den Titel mal auf der Zunge zergehen. Wer jetzt Feen, Hexen oder sonst irgendeinen Fantasy-Kram erwartet, liegt komplett daneben. Es geht um etwas anderes. Oder besser gesagt: um jemanden. Um Magisch. Paul Magisch. Aber natürlich geht es noch um viel mehr: Freundschaft, Familie, Liebe, Abenteuer, Faschismus innerhalb der eigenen Familie, das Leben mit 30, unerfüllte Lebensträume und darum, das Leben manchmal einfach nicht ganz so ernst zu nehmen.
 
Marie ist zurück in ihrer Heimat. Mit dem Studium und ihrer Beziehung hat es nicht so richtig geklappt. Sie hatte das Gefühl, eine andere Version von sich selbst zu sein. Wieder zu Hause hat sie gemeinsam mit ihrer Freundin eine Hundetagesstätte gegründet. Und dann ist da plötzlich wieder Magisch. Oder wie Marie immer wieder sagt: „Was ein Typ, ey!“
Magisch ist zurückgekehrt, wohnt hinter den Knallerbsen in einem alten Haus und hat auf einmal einen Hund. Fünfzehn Jahre sind vergangen, beide sind inzwischen 30. Sein Leben läuft allerdings auch nicht gerade nach Plan. Um Geld zu verdienen, entsorgt er Tierkadaver, nicht ganz legal, versteht sich. Ja, sein Traumjob war das wohl eher nicht… Früher war Magisch Maries bester Freund. Dann ihre erste große Liebe. Und obwohl so viel Zeit vergangen ist, merkt man sofort: Die beiden sind sich immer noch unglaublich vertraut. Ich habe ihre Dynamik einfach geliebt. Dieses lockere Miteinander, die Sticheleien, den Humor. Die beiden reden miteinander, als hätten sie die letzten fünfzehn Jahre einfach ignoriert. Man hat ihre Zuneigung in jeder Szene gespürt und gemerkt, wie viel Geschichte zwischen ihnen steckt. Das hat Büsing so großartig geschrieben. Holy moly, war das gut!
 
Aber bevor ich hier weiter schwärme: Marie hat noch einen Bruder, einen N**i. Ja. Genau richtig gehört. Und plötzlich stehen Fragen im Raum, die alles andere als leicht zu beantworten sind: Wie geht man mit einem Rechtsextremen innerhalb der eigenen Familie um? Was macht man, wenn dieser Mensch vor Gewalt nicht zurückschreckt? Und was, wenn ausgerechnet Magisch zu seinem Feindbild wird?
⤵️

Elias Hirschl: SchleifenElias Hirschl ZSOLNAY  Bock auf was Abgedrehtes? Auf was richtig, richtig Abstruses? Dann werdet...
13/09/2026

Elias Hirschl: Schleifen

Elias Hirschl
ZSOLNAY
 
Bock auf was Abgedrehtes? Auf was richtig, richtig Abstruses? Dann werdet ihr hier nicht enttäuscht, das kann ich euch sagen. Was für einen Spaß dieses Buch gemacht hat! Wie lustig kann man bitte sein? Und wie schlau? Hirschl ist schon ein kleines Genie. Es gab hier so viele plötzliche Wendungen, so viele absurde Ideen und Einfälle, dass ich gar nicht anders konnte, als immer wieder zu lachen und gleichzeitig den Kopf zu schütteln.
Hirschl fabuliert hier wild herum, vermischt echte Namen, Fakten und erfundene Geschichten miteinander, sodass man manchmal überlegen muss: Ist das jetzt wirklich passiert? Gibt es diese Person wirklich? Oder wurde hier gerade einfach komplett etwas zusammengesponnen? Und das Faszinierende: Oft ergibt alles gleichzeitig überhaupt keinen Sinn und dann irgendwie doch wieder alles.
 
Ich habe beim Lesen zwischendurch oft gedacht: Es muss unglaublich viel Spaß gemacht haben, dieses Buch zu schreiben. Und direkt danach dachte ich: Aber wie anstrengend muss das bitte gewesen sein? Wie viel Planung, Konzentration und Wissen braucht man, um so viele Fäden zusammenzuführen, ohne komplett den Überblick zu verlieren? Denn Schleifen verbindet Sprache mit Mathematik, Germanistik und der großen Frage, ob sich die Welt tatsächlich durch ein einziges System erklären lässt.
 
Ähh, wie fasst man dieses ganze Spektakel am besten zusammen? Hmpf … ich versuche es mal: Wir beginnen mit Franziska Denk, die von jeder Krankheit heimgesucht wird, deren Namen sie aufschnappt. Ob Pocken oder eine einfache Erkältung, ja, richtig gehört. Ständig muss sie krank das Bett hüten, hat keine Freunde und verbringt viel Zeit damit, ihren Eltern zuzuhören, die an der Idee einer universellen Sprache arbeiten: einer Sprache, die alle Menschen verstehen könnten. Später beginnt Franziska selbst, diese Idee einer universellen Sprache weiterzuverfolgen. Eine Sprache, mit der sich alles erklären und eindeutig beschreiben lässt: die Welt, die Menschen und alles, was dazwischenliegt. Zumindest ist das der Plan. Dann kommt Otto Mandl ins Spiel, der mit seiner mathematischen Denkweise Franziskas Suche ergänzt.
⤵️

„Die Tochter der Zauberin“Ein musikalisches Theaterstück - von Kindern für Kinder!Das Musiktheater Konrad macht einmalig...
01/09/2026

„Die Tochter der Zauberin“

Ein musikalisches Theaterstück - von Kindern für Kinder!
Das Musiktheater Konrad macht einmalig Halt in Berlin und präsentiert in einer wundervollen Musical-Aufführung die Geschichte der „Tochter der Zauberin“, nach dem Kinderroman vom preisgekrönten Autor Paul Maar.

Seien Sie und Ihre Klassen bei dieser einmaligen Chance dabei und erleben die zauberhafte Geschichte von Fizzi, der Tochter einer mächtigen Zauberin, die versucht ein ganz normales Leben zu führen. Ob ihr das wohl gelingt?
Das Stück ist wunderbar passend für die Vorweihnachtszeit!

Datum: 03.12.26 um 10.00 Uhr
Ort: Schlosspark Theater (Schloßstraße 48, 12165 Berlin) Schlosspark Theater Berlin
Geeignet für 3.- 8. Klasse
Preis: 5,-€ pro Person

Anmeldung unter: [email protected]

Halloween: Mitmach-Geschichten zum Gruseln und Spaß haben!An diesem Vormittag entdecken wir gemeinsam die spannendsten u...
26/08/2026

Halloween: Mitmach-Geschichten zum Gruseln und Spaß haben!

An diesem Vormittag entdecken wir gemeinsam die spannendsten und mysteriösesten Geschichten passend zu Halloween. Von klassischen Monster- und Geistergeschichten bis hin zu interaktiven Storygames mit Gruselfaktor - wir gehen den einzelnen Erzählungen auf die Spur und erkunden, was uns wirklich eine Gänsehaut beschert.

Datum: 01.10.26 um 10.00 Uhr
Ort: Kulturhaus Schwartzsche Villa (Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin) Schwartzsche Villa • Gutshaus Steglitz
Geeignet für 3.- 6. Klasse
Preis: 5,-€ pro Person

Anmeldung unter: [email protected]

Oliwia Hälterlein: Wir Töchter C.H.Beck Literatur  Empfehlung: Antonia v.Wissel Hmm… puh. Das war auf jeden Fall kein sc...
19/08/2026

Oliwia Hälterlein: Wir Töchter
 
C.H.Beck Literatur
 
Empfehlung: Antonia v.Wissel
 
Hmm… puh. Das war auf jeden Fall kein schlechtes Buch, aber ein neues Lieblingsbuch wird es auch nicht.
 
Wir Töchter erzählt von drei Frauengenerationen, die alle miteinander verwoben sind, und zeigt ziemlich eindrücklich, wie sich Herkunft, Erfahrungen und familiäre Lebenswege wie ein roter Faden durch die Geschichte ziehen. Ein Faden, den man nicht so leicht wieder loswird. Es geht um Migration, Identität, Familie und vor allem darum, wie viel man ungewollt von einer Generation in die nächste weitergibt: Erinnerungen, Verletzungen, Erwartungen. Dazu kommt auch noch der Blick auf die oft übersehenen Lebensrealitäten von Frauen. Und das wird alles leise, alltäglich, aber ziemlich wirkungsvoll erzählt.
 
Wir begleiten drei Frauen aus einer polnischstämmigen bäuerlichen Familie: Marianna, ihre Tochter Róża und ihre Enkelin Waleria. Marianna wächst am Ende des Zweiten Weltkriegs auf und führt ein einfaches Leben auf dem Land. Ihre Tochter Róża dagegen will mehr vom Leben: Sie interessiert sich für Mode, möchte die Enge des Dorfes hinter sich lassen und träumt von einem anderen Leben, das größer klingt als das Dorf je sein könnte. Mit Szymek scheint sich diese Tür kurz zu öffnen, bis das Leben, wie so oft, andere Pläne hat. Mit ihrer Tochter Waleria verlässt sie Ende der 1980er Jahre Polen und beginnt in Deutschland ein neues, zunächst sehr fremdes und oft trauriges Leben.
Und dann ist da Waleria, die Ich-Erzählerin, die irgendwo zwischen den Welten hängt. In Deutschland aufgewachsen, aber innerlich noch lange im polnischen Dorf verankert, zwischen Ferien, Großmutter und einem Gefühl von Zugehörigkeit, das nie ganz greifbar ist. Doch auch diese Verbindung verändert sich mit der Zeit.
Bewegend fand ich ihre Auseinandersetzung mit der Diagnose, keine Kinder bekommen zu können. Obwohl sie eigentlich nie den Wunsch hatte, Mutter zu werden, stellt sie sich plötzlich diese Fragen: Wenn ich die Letzte bin, was bleibt dann überhaupt noch? Welche Geschichten enden mit mir? Was schulde ich den Frauen vor mir?⤵️

Yade Yasemin Önder: Anti Müller park x ullstein    Empfehlung: Antonia v.Wissel Puh! Ich habe tatsächlich zwei Anläufe g...
17/08/2026

Yade Yasemin Önder: Anti Müller
 
park x ullstein
 

 
Empfehlung: Antonia v.Wissel
 
Puh! Ich habe tatsächlich zwei Anläufe gebraucht, um in dieses Buch reinzukommen. Am Anfang wirkt es ein bisschen so, als würde es einen erstmal bewusst auf Abstand halten. Aber sobald man in der Geschichte drin ist, will man dann doch wissen, wie es weitergeht. Und genau da liegt auch mein Problem: Ich bin am Ende ziemlich zwiegespalten geblieben.
 
Der Roman ist kein klassischer Liebesroman (Gott sei Dank), sondern eher eine Mischung aus feministischer Abrechnung, Beziehungskosmos und sehr persönlichem Chaos über Kinderwunsch, Selbstbestimmung und alles dazwischen. Der Titel „Anti Müller“ ist ziemlich clever: einmal als Seitenhieb auf einen bestimmten Typ Mann, der sich durch das Buch zieht, und gleichzeitig als Anspielung auf das Anti-Müller-Hormon (AMH), also dieses biologische „Ticktack“, das bei der Fruchtbarkeit eine Rolle spielt. Beziehungskritik und biologischer Zeitdruck in einem… ziemlich on point.
 
Im Zentrum steht also eine Schriftstellerin, die gerade ihren ersten Roman schreiben will und nebenbei eine ziemlich unschöne Trennung verdaut. Ihr Ex: ebenfalls Schriftsteller, nur leider mit dem Selbstbild, ein „unverstandenes Genie der Literatur“ zu sein. Während sie versucht, ihn zu vergessen, bewegt sie sich durch Theater, Literatur-Events und diese Szene, in der alle irgendwie reflektiert wirken, es oft aber auch nicht wirklich sind. Und dann nutzt sie natürlich Dating-Apps und datet sich einmal quer durch die Gegend.
Und dabei immer dieses Hintergrundrauschen: Zeit. Druck. Panik. Sie will unbedingt ein Kind, aber die Uhr läuft nicht nur, sie schreit praktisch. Ende 30, nur noch ein Eierstock, keine feste Beziehung und plötzlich ist der ganze Wunsch nicht mehr nur Wunsch, sondern Deadline.
 
Sehr präsent ist die Wut: auf unverbindliche Männer, auf Egos, die sich selbst für literarische Genies halten, aber auch auf patriarchale Strukturen, die selbst in scheinbar aufgeklärten, modernen Milieus weiterwirken. Besonders kritisch werden Männer dargestellt, die sich zwar feministisch geben, ihr Verhalten jedoch nicht wirklich ändern.
⤵️

Jacqueline Harpman: Ich, die ich Männer nicht kannte Übersetzung: Luca Homburg Klett-Cotta Verlag  Empfehlung: Antonia v...
31/07/2026

Jacqueline Harpman: Ich, die ich Männer nicht kannte
 
Übersetzung: Luca Homburg
 
Klett-Cotta Verlag
 
Empfehlung: Antonia v.Wissel
 
Stell dir vor, du bist dein ganzes Leben in einem Keller eingesperrt, zusammen mit 39 anderen Frauen. Die meisten erinnern sich wenigstens noch an das „Davor“. Du nicht. Du bist als kleines Kind dort gelandet und kennst buchstäblich nichts anderes. Kein Himmel, kein Regen, kein Wind, keine Orangen, nicht mal eine Toilette, wie wir sie kennen. Da stellt sich ziemlich schnell die Frage: Was bleibt vom Menschen übrig, wenn man ihm einfach alles Menschliche wegnimmt, Gesellschaft, Geschichte, Kultur?
 
Genau dieses philosophische Gedankenexperiment bildet den Kern dieses dystopischen Romans. Und ja: Das Ganze ist ziemlich beklemmend. Ich hatte beim Lesen teilweise Gänsehaut. Gleichzeitig ist es extrem spannend, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Ich habe mit der Protagonistin mitgefiebert, mitgelitten und alles durch ihre Augen erlebt, die mit einer Mischung aus Unwissen, Neugier und vorsichtigem Verstehen durch diese seltsame Welt stolpert.
Niemand weiß, warum sie überhaupt dort sind. Und genau das macht einen fast wahnsinnig beim Lesen, weil diese Frage ständig im Raum steht. Die Frauen leben ohne jegliches Zeitgefühl, ohne echte Orientierung. Bewacht werden sie von Männern, die nichts sagen, nur da sind, als reine Kontrolle. Kein Gespräch, keine Erklärung, nur Regeln und Strafen. Eines Tages ertönt ein Alarm und plötzlich verändert sich alles…
 
Mehr möchte ich hier nicht verraten, ihr solltet das Buch einfach selbst lesen.
Der Roman stellt dabei ziemlich große Fragen: Warum existieren wir überhaupt? Hat ein Leben ohne soziale Kontakte überhaupt Sinn? Kann Identität ohne andere Menschen entstehen? Was macht einen Menschen aus? Wer bin ich ohne Vergangenheit? Und was bedeutet Freiheit ohne Orientierung?
 
Richtig stark ist auch, wie die Autorin das soziale Gefüge der Frauen in der Gefangenschaft beschreibt und zeigt, wie sich aus dem Nichts so etwas wie eine kleine Gesellschaft bildet und wie sich Menschen unter extremen Bedingungen verhalten. Selbst im Keller bleibt der Mensch eben Mensch.⤵️

Junko Takase: Richtig gutes Essen Übersetzung : Yoko Ann Hamann DuMont Buchverlag  Empfehlung: Antonia v.Wissel Bock auf...
23/07/2026

Junko Takase: Richtig gutes Essen
 
Übersetzung : Yoko Ann Hamann
 
DuMont Buchverlag
 
Empfehlung: Antonia v.Wissel
 
Bock auf Büroalltag? Also so richtig? Mit Stress, Leistungsdruck, Anpassungszwang, endlosen Überstunden und diesem ganz eigenen passiv-aggressiven Kolleg*innen-Vibe? Und natürlich: keine Zeit, sich irgendwas Vernünftiges zu essen zu machen? Perfekt, dann bist du hier genau richtig. Und irgendwo dazwischen schwebt die eigentliche Frage: Was sagen unsere Essgewohnheiten eigentlich über uns aus?
 
Wir begleiten Nitani, einen jungen Büroangestellten, der sich brav durchs System arbeitet. Funktionieren kann er. Reflektieren… eher so mittel. Beim Essen hört der Spaß dann aber auf: Während andere Wert auf „richtiges“ und gesundes Essen legen, hält Nitani nicht viel davon und bleibt seinen Instant-Ramen treu. Low effort, no shame.
Dann kommt Ashikawa ins Spiel: Kollegin, Fürsorgerin, Hobbybäckerin und irgendwie auch… mehr? Sie bringt Essen für alle mit, kümmert sich, ist sensibel, hat Migräne und fehlt öfter mal. Kurz gesagt: Sie passt nicht so richtig in diese durchoptimierte Arbeitswelt. Nitani schwankt zwischen Faszination und Genervtsein und merkt gleichzeitig, dass sie gesellschaftlich gesehen eigentlich die „richtige Wahl“ wäre…..
Und dann ist da noch Oshio: Trinkbuddy, Lästerschwester und das komplette Gegenprogramm zu Ashikawa. Zusammen wird über Ashikawa hergezogen, mal unterschwellig, mal ziemlich direkt. Das Ganze kippt stellenweise in so eine „war doch nur Spaß“-Dynamik, die sich eher unangenehm als witzig anfühlt. Irgendwann gehen sie sogar so weit, dass sie Ashikawa richtig übel mitspielen wollen… aber nur aus Spaß, oder?
 
Was das Buch gut macht: Es ist kurz und knackig, greift wichtige Themen auf und regt zum Nachdenken an. Dabei trifft es ziemlich präzise einen Nerv, vor allem durch die absurde Aufladung von Essen mit Moral, Identität und sozialem Status.
Was ich eher schwieriger fand: Die Perspektivwechsel haben mich teilweise durcheinandergebracht. Dazu kommt, dass die Figuren… sagen wir mal: schwierig sind.
⤵️

Adresse

Berlin
14163

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Dienstag 09:30 - 17:00
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