18/01/2026
Am Samstag beteiligen sich über 600 Aktivist*innen, Vertreter*innen von NGOs sowie Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt an einer Kundgebung in Davos, um gegen das Weltwirtschaftsforum (WEF) zu protestieren. Anlass ist der Abschluss der zweitägigen Protestwanderung des Schweizer Protestbündnisses StrikeWEF in Davos.
Die Protestierenden kritisieren das WEF als ein exklusives Treffen wirtschaftlicher und politischer Macht, das ein autoritäres, auf Ausbeutung beruhendes Wirtschaftssystem stabilisiert. Ihrer Ansicht nach verschärfen die dort vertretenen Interessen globale soziale Ungleichheiten, die Klimakrise sowie weltweite politische Tendenzen zu Autoritarismus und Militarisierung. Um ihren Protest kundzutun verschaffen sich Aktivist*innen mit den bunten Aktionen in Davos Gehör.
„Das Weltwirtschaftsforum steht für eine Wirtschaft, die von wenigen kontrolliert wird und für viele zerstörerisch ist. Wir fordern eine grundlegende Demokratisierung der Wirtschaft, die Vergesellschaftung von Reichtum und ein Ende der Machtkonzentration bei übermächtigen Konzernen.“ sagt Sprecher Michael-Müller Puhlmann.
Mthulisi und Koketso sind aus Soweto in Südafrika für den Protest angereist: „Wir, Menschen aus der Arbeiter*innenklasse und armen Gemeinschaften Südafrikas sowie Menschen, die unsere Kämpfe lokal und international unterstützen, sind mit der elitistischen global-kapitalistischen Agenda des WEF-Gipfels nicht einverstanden.“
Die Organisator*innen betonen ausdrücklich ihre klare Abgrenzung von rechten, verschwörungsideologischen und antisemitischen Narrativen rund um das WEF. Es gehe nicht um Verschwörungstheorien über geheime Machenschaften, sondern um eine strukturelle Kritik an ungerechten globalen Macht- und Wirtschaftsverhältnissen. Der Protest stehe für internationale Solidarität, gegen Nationalismus und für eine demokratische, sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Zukunft.