06/03/2020
Letztens erst: Zusammen mit meiner Süßen in einem Hotel der Premiumklasse, bewusst keines meiner Kunden. Wenn ich mit meiner Frau zusammen bin, dann möchten wir auch Abstand vom Business. Es war der 14. Februar. Nicht, dass mir der Tag besonders wichtig ist, aber es hatte sich halt so ergeben.
Wir sitzen im Restaurant und die Kellnerin kommt, möchte uns die Karten reichen. Meine Partnerin streckt schon leicht die Hand entgegen...und was passiert? Mir wurde als erster die Karte gereicht. Trotz der Regung meiner Partnerin hat die Kellnerin nicht umgeschwenkt, sodass ich die Speisekarte dann letztlich auch entgegen nahm.
Ich war echt verdattert. Und gleichzeitig peinlich berührt. Das war mir soooo unangenehm. Ich habe mich geschämt dafür, dass ich vor den Augen meiner Begleitung als erster bedient wurde.Schlimm daran: Ich erlebe das - dafür, dass es ein absoluter Standard ist - relativ häufig. Zu häufig für meinen Geschmack.
Kürzlich war ich ebenfalls im ***** Hotel und sah dort, wie ein junger Kellner mit dem Tablett zu den Gästen ging. 1 Bier, ein Glas Weißwein hatte er bei sich. Am Tisch ein klassisches Pärchen: also eine Dame, ein Herr. Der Kellner nimmt das Bier vom Tablett und fragt: “Wer bekommt das Bier?” - und setzt dabei schon zum Servieren an. Der Herr sagt natürlich “ich” und schon war es wieder geschehen. Autsch, aua. Hier darf man sich gern der Wahrscheinlichkeiten bedienen. Wenn es um die Speisen geht, sind die Wahrscheinlichkeiten und Stereotypes vielleicht nicht so offensichtlich, aber selbst dort kann sich damit helfen.
Mein Tipp: Generell, aber vor allem, wenn bei Euch im Betrieb ein Chef / Commis System gearbeitet wird: Immer erst das Getränk der Dame, dann das des Herrn bonnieren. Gleiches gilt für die Speisen.
So weiß der Commis oder Runner am Getränke-Buffet oder am Küchenpass dann direkt, welches Gericht zum Herrn und welches zu Dame gehört und kann die Teller dann auch so aufnehmen, dass er diese dann in der richtigen Reihenfolge am Tisch einsetzen kann.