In Kontakt kommen

In Kontakt kommen Wie können wir selbst zum Schöpfer unseres befriedigenden zwischenmenschlichen Kontakts werden? Es eröffnen sich Fragen wie:
Bin ich erwünscht?

In Kontakt kommen

Mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, ist für die meisten Menschen ein wichtiges, wenn auch heikles Thema. Was will ich selbst? Wie weit darf ich gehen? Wann sollte ich gehen? Was mache ich mit meinen Bedürfnissen, was mit den Erwartungen der anderen Person? In unserem Kurs wollen wir erforschen, wie wir selbst Schöpfer dieses Kontakts werden können. Die Fragen, die Teilneh

mer mitbringen, werden Teil des Schöpfungsprozesses des Seminars. Du darfst dich ganz einlassen auf deine Art in Kontakt zu gehen. Du wirst Zeit haben deine Geschwindigkeit zu erforschen.

18/07/2023
Was es bedeutet ‚Ja‘ zu sagen?Silvia: Hast du die Hose gesehen, die William heute an hat. Martina: Ja furchtbar, die ist...
24/04/2021

Was es bedeutet ‚Ja‘ zu sagen?

Silvia: Hast du die Hose gesehen, die William heute an hat.
Martina: Ja furchtbar, die ist ihm doch viel zu groß.
S: Hab‘ ich ihm auch gesagt, aber er meint mit Gürtel drauf geht’s.
M: Sieht ziemlich unförmig aus.
S: Ich hab‘ ihm zu seinem Geburtstag extra eine schöne Hose gekauft, aber meinst du, die zieht er an. Kannst du vergessen. Er trägt lieber dieses alte Ding. Dabei kommt sein A***h darin gar nicht richtig zur Geltung.
M: Naja, ein Gutes hat es auch, wenn er in so alten Klamotten rumläuft, will ihn dir sicher keine ausspannen.
S: Schon, aber es ist mir fürchterlich peinlich, wenn er so rumläuft. Ich frag mich, wie lange ich es in der Beziehung noch aushalte.
M: Ich dachte, ihr seid so tief verbunden und versteht euch so gut.
S: Schon ja, wenn wir alleine sind, ist es wunderschön, aber in der Öffentlichkeit, wenn solche Sachen wie mit der Hose passieren, frage ich mich halt einfach, ob er der Richtige ist.
M: Hört sich an, als hättest du zu ihm kein Ja.
S: Du, ich weiß gar nicht, was das wirklich heißt.

Viele Menschen tun sich schwer Ja zu einer anderen Person zu sagen. Sie tun sich auch oft schwer, überhaupt zu einer Beziehung ja zu sagen. Wenn man das Thema noch weiter fasst, könnte man auch sagen, viele Menschen wissen gar nicht so recht, was sie wollen. Wenn man sie fragt, warum sie tun, was sie tun, in der Beziehung sind, in der sie sind, den Partner haben, den sie haben, werden sie antworten: Hat sich halt so ergeben. Bin da so reingerutscht. Ist schon okay so.

Das kann sein. Es kann okay sein, auch wenn man nicht genau weiß, was man will. Vielleicht erkennt man auch erst, was man will, wenn man es hat. Vielleicht hat man sogar immer schon genau das, was man will, man will sich nur nicht eingestehen, dass man es wirklich will. So weit, so kompliziert. Aber Fakt ist, dass es immer mal wieder passiert, dass Menschen inne halten in ihrem Leben und sich überlegen:

Will ich das was ich habe?

Will ich es so, wie und mit wem ich es habe? Die Fragen gehen natürlich über Beziehungsthemen hinaus, aber ich beschränke mich hier der Einfachheit auf diesen Bereich.

Also ist die Frage:
Will ich eine Beziehung mit der Person, mit der ich sie gerade habe, so wie ich sie habe?

Viele Personen stellen sich diese Frage niemals. Andere erst nach langjährigen Beziehungen. Leider stellen sie dann oft fest, dass sie eine Beziehung mit dieser Person oder in dieser Art gar nicht wollen und auch schon lange nicht mehr wollten. Vielleicht waren die ersten Jahre noch in Ordnung und es hat sich dann verändert, aber vielleicht haben wir die Beziehung schon mit falschen Vorstellungen begonnen. Es gibt Fälle in denen Menschen erst nach 20 Jahren Ehe bemerken, dass sie in zwei verschieden Beziehungen gelebt haben, bzw. völlig verschiedene Vorstellungen von ihrer Beziehung hatten. Mit dieser Erkenntnis lösen sie sich dann aus Verbindungen, die ihnen nur Stress gemacht haben.
Es könnte also sinnvoll sein, sich darüber klar zu werden, was man will und dies mit dem gewünschten Partner abzustimmen. Warum gehen Viele nicht diesen Weg?

Ein Grund ist sicherlich, dass mensch, wenn eins erst mal entschieden hat, was es will, natürlich auch damit leben muss, wenn es nicht funktioniert. Wenn ich weiß, was ich will, kann es auch sein, dass ich genau das nicht bekomme, zumindest nicht sofort. Das ist traurig und diese Trauer, auch weil sie sich recht fundamental anfühlen kann, wollen wir vermeiden. Gut manchmal sieht es so aus, als hätten wir uns nur nicht genügend Zeit genommen und deswegen nicht überlegt, was wir wollen und dann mit dem vorliebgenommen, was gerade da war. Allerdings glaube ich, dass auch hier im Hintergrund eben jene Angst vor der Enttäuschung am Werk war.

Eins ist sicher. Wenn ich weiß, was ich will, dann kann es sein, dass ich es nicht kriege. Diese Frustration in Klarheit wollen nicht alle. Auch wollen sie sich nicht darum bemühen es vielleicht dennoch zu bekommen, denn das bedeutet ja Anstrengung. Für diese Anstrengung sind wir oft nicht bereit. Wir wünschen uns eine Fee, die uns unsere Wünsche erfüllt, ohne dass wir uns dafür anstrengen müssen. Wenn wir uns schon anstrengen müssen, uns darüber klar zu werden, was wir wollen, dann wollen wir nicht das Risiko eingehen Enttäuscht zu werden.

Wobei diese Ent-Täuschung, ja das Ende einer Täuschung ist, nämlich der Täuschung, dass ich schon soweit wäre, dass meine Wünsche in Erfüllung gehen. Meine Erfahrung zeigt mir, dass ich niemals einen Wunsch habe, den ich mir nicht auch erfüllen könnte. Allerdings ist in der einen oder anderen Situation eine Anstrengung notwendig.

Im Bereich Beziehung ist diese Anstrengung meist persönliches Wachstum. Persönliches Wachstum geht meist mit Verantwortungsübernahme einher. Wenn ich die Verantwortung übernehme für das, was ich in Beziehungen will, ist es oft von Vorteil dies auch einzubringen. Will ich ein Ja, sollte ich ein Ja geben. Will ich Zärtlichkeit, sollte ich Zärtlichkeit schenken, will ich Freiheit, sollte ich sie gewähren können. Natürlich muss dies alles nicht absolut gleich sein. Ich kann auch in einer Beziehung mit ungleichen Vereinbarungen leben.

Ich kenne ein Paar, dass von ihrem Kennenlernen Folgendes berichtet: Als ich sie zum ersten Mal gesehen habe, da dachte ich: „Die is‘ es!“ Sie dachte gleichzeitig: „Warum nicht der?“ Daraus wurde eine langjährige Beziehung und Ehe mit zwei Kindern. Offenbar hat das für die beiden gut funktioniert. Wenn sie so offen sind, dass sie sich dies offen mitteilen und beide damit leben können, wer sollte dann etwas dagegen haben. Allerdings kann mensch sich für sich selbst natürlich überlegen, ob mensch das so will.

Ich persönlich wollte mit keiner Frau zusammen sein, die für mich nur ein: ‚Warum nicht der?‘ hat.

Ich wünsche mir ein klares:
Ja, genau dich will ich.

Aber was bedeutet denn jetzt dieses Ja, was sich so viele Menschen und auch ich wünschen? Nun zunächst möchte ich mal 3 Dinge benennen, die es nicht bedeutet und die immer wieder vorgebracht werden, wenn Menschen nicht bereit sind, dieses ‚Ja‘ zu geben.

Was es nicht bedeutet:
1. Sich ewig festlegen. Wenn ich ein Ja zu einem Menschen habe, zu einer Beziehung mit dieser Person, dann habe ich dies in erster Linie jetzt. Jetzt will ich mit dieser Person zusammen sein. Jetzt mit allem, was ich jetzt über mich und über diese Person weiß, will ich mit ihr zusammen sein und jetzt will ich auch alles dafür tun, dass es so bleibt.
Sollten wir uns mit der Zeit unterschiedlich entwickeln und nicht mehr in der Lage sein, dies in unsere Beziehung zu integrieren, dann haben wir immer die Option dieses ‚Ja‘ auch wieder zurückzunehmen. Welche pathologischen Muster dahinterstecken, wenn ich dies alle paar Jahre oder Monate tue, lasse ich jetzt mal hier außen vor, aber es geht darum, dass mensch sein ‚Ja‘ freiwillig geben und auch wieder zurücknehmen kann.

2. Mit allem einverstanden sein.
Wenn ich ‚Ja‘ zu einer Person zu einer Partnerschaft mit ihr sage. Heißt dies nicht, dass ich von nun an mit allem einverstanden sein muss, was diese Person macht. Ich muss noch nicht mal alles gut finden. Ich kann auch in einer Partnerschaft einen Dissens haben, wenn ich das kann. Dies gehört zu den Kompetenzen von denen Peter Schellenbaum in seinem Buch ‚Das Nein in der Liebe‘ spricht. Es gehört zu den Mythen über Liebe und Partnerschaft, dass sie ein unausgesetztes Jaaaaa seien, welches mit einem Nein zu wäre. Tatsächlich kann auch innerhalb von Partnerschaften ein Nein zu bestimmten Dingen ausgesprochen werden, ohne dass dies die Partnerschaft beendete. Natürlich ist es angenehmer, wenn Übereinstimmung überwiegen, doch die Stabilität und Nachhaltigkeit der Partnerschaft bestimmt sich nicht an der Menge der anfänglichen Übereinstimmungen, sondern an der kommunikativen Kompetenz diese herzustellen.

3. Ich löse mich auf
Wenn ich ja zu einer anderen Person sage, gebe ich damit meine eigene Person nicht auf. Im Gegenteil geht es in einer Beziehung ja gerade darum, dass zwei Menschen sich einbringen und gemeinsam ein Drittes erschaffen. Ich meine damit nicht ein Kind, sondern zunächst einmal die Beziehung. Die Beziehung sehe ich als eine eigenständige Wesenheit an, etwas, dass zwar durch und mit den Beiden lebt, aber auch von ihnen verschieden ist. Manchmal kann in einer Beziehung ein Partner etwas wollen, die andere etwas anderes und die Beziehung ein Drittes. Es könnte sogar sein, dass sich die Partner einig sind, aber die Beziehung will etwas anderes. Dies kommt häufig vor, wenn mensch sich verwickelt hat, das Zusammensein schwierig ist. Für jede Einzelperson ist es unangenehm sich auseinander zu setzen und sie will vielleicht nicht, die Beziehung braucht aber diese Reibung, um wieder Energie aufzubauen. Eine Beziehung kann viel von mir verlangen, dennoch kann und sollte ich immer ich selbst bleiben.

Wenn ich ‚Ja‘ zu einer anderen Person sage, mich bereit erkläre, mich ihr in einer Partnerschaft zu öffnen, muss ich nicht schon vollständig wissen worum es geht. Wo wir hinkommen werden, wo wir vorbeikommen werden und was sich alles auf diesem Weg verändert. An uns, an der Welt, an der Beziehung. Es bedeutet vielmehr die Bereitschaft zu haben, diesen Weg gemeinsam mit der anderen Person zu gehen. Sich mit ihr auseinanderzusetzen, sich auf sie einzulassen, in guten, wie in schlechten Tagen. Ich bin bereit zu investieren in unsere Verbindung. Ich bin bereit mich zu zeigen, mich zu verändern und verändern zu lassen. Ich will tanzen mit dir und wechselnd die Führung übernehmen. Im Laufe der Zeit wird viel alter Scheiß hochkommen, aber ich bin bereit ihn mit dir zu teilen und für mich zu verarbeiten.

Das und noch viel mehr, bedeutet es ‚Ja‘ zu einer anderen Person zu sagen. Natürlich kann ich hier nicht alles aufzählen, was es bedeutet. Aber ich denke, der Inhalt ist klar geworden. Vielleicht allein dadurch klar zu stellen, was es nicht bedeutet. Wenn ich eine Beziehung will, kann ich mir überlegen, ob ich ein ‚Ja‘ will/brauche und natürlich auch, ob ich eins habe. Für Beziehung überhaupt, für mein Gegenüber, für mich. Es ist ungemein wichtig ein ‚Ja‘ zu sich selbst zu finden, wenn man ein ‚Ja‘ für eine andere Person haben will. Wenn ich 'nur' ein ‚Ja‘ zur anderen Person habe, befinde ich mich in einer Abhängigkeitsbeziehung, weil ich dann davon abhängig bin, dass sie mir ihr ‚Ja‘ gibt. Eine erwachsene Beziehung braucht vier ‚Jas‘.
Eins von jedem zu sich selbst und Eins zum jeweils anderen.

Die Ja Matrix
(siehe Bild)

Ja in Quadrant 1 fehlt => Abhängigkeitsbeziehung von A
Ja in Quadrant 2 fehlt => Abhängigkeitsbeziehung von B
Ja in Quadrant 3 fehlt => keine Beziehung oder Coabhängigkeitsbeziehung von A
Ja in Quadrant 4 fehlt => keine Beziehung oder Coabhängigkeitsbeziehung von B
Ja in Quadrant 3+4 fehlen => keine Beziehung
Ja in Quadrant 1+2 fehlen => Abhängigkeitsbeziehung von A + B
Ja in Quadrant 1+2+3+4 fehlen => Depression
Ja in Quadrant 1+3 fehlen => B versucht A zu retten
oder andersherum, wenn die Jas in Quadrant 2+4 fehlen.
Mit Coabhängkeitsbeziehung meine ich, dass ein Partner in der Beziehung mehr trägt, als der andere. Kann funktionieren oder sogar für eine Zeit mal richtig sein, weil das Gegenüber sich über seine Gefühle klar werden muss, ist aber als Dauerzustand zweifelhaft.

PS: Ich habe in diesem Artikel Beziehung und Partnerschaft synonym verwendet. Es ist mir bewusst, dass man Definitionen heran ziehen kann, die einen deutlichen Unterschied zwischen diesen beiden Worten machen. Für diesen Artikel fand ich die Differenzierung jedoch nicht hilfreich.

03/04/2019

Eine Beziehung, die durch Sprechen über Gefühle, Standards oder Bedürfnisse ruiniert werden kann,
ist nicht wert sie zu beginnen.

29/03/2019

Alles was wirklich wertvoll ist,
wird mehr, wenn eins es teilt:
Liebe, Freude, ...

26/03/2019

Vereinbarungen in Beziehung bringen dann etwas,
wenn sie von beiden Partnern gewollt werden,
nicht wenn einer sich nur fügt.

mein neuester Beitrag im ZEGG Blog
12/07/2018

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Da steht sie mir gegenüber, die Person, die ich schon so lange begehre und endlich habe ich mich getraut sie anzusprechen, alles läuft gut soweit. Wir plaudern, lachen gemeinsam, kommen uns näher. Bald steht vielleicht die erste Berührung an und ich merke, wie ich unsicher werde, zögere. Kann i...

Wenn du mal wissen willst, was in meinem Seminar so rauskommen kann, hier die Mitteilung eines Teilnehmers.Das Ergebnis ...
11/05/2018

Wenn du mal wissen willst, was in meinem Seminar so rauskommen kann, hier die Mitteilung eines Teilnehmers.
Das Ergebnis einer Übung zum Thema Selbstliebe.

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