05/10/2021
Berufsorientierung für junge Geflüchtete
- Dem Handwerk fehlt der Nachwuchs
Im Rahmen des Bundestagswahlkampfs habe ich als Bundestagskandidat weit mehr Termine wahrgenommen, als bislang bei Facebook, Instagram oder auf der Webseite veröffentlicht wurden. So war ich beispielsweise an einem weiteren Tag auch in Bebra unterwegs und habe mich bei Verantwortlichen der Kreishandwerkerschaft über die Zukunft des Handwerks im Allgemeinen und über Möglichkeiten der Nachwuchsgewinnung informiert. Denn dem Handwerk fehlt der Nachwuchs; unzählige Ausbildungsstellen sind unbesetzt. Einen interessanten und lohnenswerten Ansatz verfolgt seit 2017 die Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg und das Bildungszentrum Bau Osthessen.
Junge Geflüchtete werden im Rahmen einer Berufsorientierungsmaßnahme gefördert. Verantwortlich für das Projekt mit jungen Geflüchteten bei der Kreishandwerkerschaft ist Doris Denkers. Sie und ihr Team begleiten die jungen Menschen auf Schritt und Tritt und unterstützen sie bei der Orientierung für den passenden Ausbildungsberuf. „Wir stellen uns individuell auf die Menschen ein und passen die Anforderungen den persönlichen Bedürfnissen an“, sagt Doris Denkers. Den Teilnehmenden wird in einem ganzheitlichen Ansatz berufsbezogene Sprach – und Fachkenntnisse vermittelt. In dem anschließenden Betriebspraktikum werden diese durch den Arbeitsprozess weiter vertieft. Ziel ist es, den Teilnehmenden die unterschiedlichen dualen Ausbildungsmöglichkeiten aufzuzeigen und zum Ende des Projektes einen Ausbildungsplatz zu finden, der den Interessen und Neigungen der Teilnehmenden entspricht.
Mit einem kleinen Film, der in Zusammenarbeit mit dem BiBB (Bundesinstitut für Berufsbildung) 2018 in Bebra gedreht wurde, wird die Maßnahme den Teilnehmenden vorgestellt. Inhalte der Maßnahme sind jeden Tag mind. 2 Stunden Unterricht in z.B. Deutsch, Mathe, Gesellschaftslehre, Büromanagement, Bewerbungstraining, Gesundheitslehre oder Knigge. Mögliche Angebote der Handwerksmeister können sein: Friseur, Maler, Elektro , Tischler, Bäcker, Bau- und Ausbaugewerbe wie z.B. Maurer, Tiefbaufacharbeiter, Fliesenleger, Zimmerer, Betonbauer, Trockenbauer oder Fliesenleger. Zusätzlich gibt es tägl. ein Mittagessen, das Hessenticket und ein Tablet. So konnten bereits zahlreiche Teilnehmer dieser Berufsorientierungsmaßnahme für einen Ausbildungsplatz in einem Handwerksbetrieb gewonnen werden.
Ich bin vom Engagement der Ausbilder, der Verantwortlichen des Projekts, aber auch von der Dankbarkeit der Teilnehmenden angetan. „Um dem Handwerk eine Zukunft zu geben, sind wir auf Maßnahmen dieser Art weiter angewiesen. Deshalb sollten solche Projekte finanziell und zielgerichtet gefördert werden“.