25/01/2026
Hast du es gewusst? Hochwald ist die produktivste und zugleich strukturell komplexeste Betriebsform des Waldes. Hochwald ist geprägt durch Bäume aus Kernwuchs aus Samen. Es hat somit nichts mit der Baumhöhe zu tun. Gegensätzlich zum Hochwald sind durch Stockausschlag entstandene Nieder- oder Mittelwälder. Wenig bekannt: Durch die vertikale Schichtung (Baum-, Strauch- und Krautschicht) entstehen thermisch stabile Innenräume, die Rot- und Rehwild als klimatische Rückzugszonen nutzen. In den Einstandsbereichen herrschen geringere Temperaturschwankungen als Offenland. Alte Hochwaldstrukturen entwickeln zudem durch das natürlich anfallende Totholz eine hohe Menge stehender und liegender Biomasse. Hierdurch bilden diese Wälder Primärhabitate für einen Großteil waldgebundener Arten. Totholz ist die direkte Nahrungsgrundlage von Spechten, so ist beispielsweise der Schwarzspecht auch die Schlüsselart für Hohltauben. Die natürliche Verjüngung im Hochwald sorgt für genetisch angepasste, standortstabile Sukzession. Diese Jungbäume leiden weniger unter verbiss als künstlich ausgebrachte, beispielsweise gepflanzte. Obwohl Hochwald forstwirtschaftlich auf die notwendige Stammholzproduktion optimiert ist, ist er zugleich die effizienteste Waldform zur langfristigen Sicherung von Deckung, Äsung und Ruhe durch störungsarme Einständen für Schalenwild. Wald und Wild gehören untrennbar zusammen.
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