01/10/2024
Nichts ist uns so nahe, wie die eigene Familie.
Und nichts kann uns so sehr verletzen, wie unsere Familie. Auch wenn ich weiß, dass meine und Deine Eltern ihr Bestes gegeben haben und wirklich alles reingegeben haben, was sie konnten. Und ich weiß auch, dass das oft weit weg ist von dem, was wir uns gewünscht oder gebraucht hätten.
Als ich die Ausbildung zur systemischen Coachin gemacht haben, bin ich immer wieder sehr intensiv in meine Herkunftsfamilie abgetaucht. Habe mir das aus der Vogelperspektive angeschaut und bin immer und immer wieder in die Selbstreflexion gegangen.
Ich durfte erkennen, dass sich in unserer Familie Dinge über Generationen hinweg wiederholen. Schönes, aber auch Leidvolles.
Ich konnte einzelne Familienmitglieder besser verstehen, weil ich in den Aufstellungen plötzlich verstanden habe, warum sie so gehandelt haben, einfach weil es in unserem Familiensystem so "funktioniert".
Ich war in der Lage, an der einen oder anderen Stelle Milde walten zu lassen und konnte einiges "befrieden". Wo vorher Groll, Wut und Ärger war, tauchte plötzlich Verständnis, Mitgefühl und Erleichterung auf.
Auch meine eigene Rolle in diesem Familiensystem bin ich, schonungslos ehrlich wie ich bin, angegangen und erkannte, wo ich die Maskerade aufrechterhalten habe, an welcher Stelle ich nicht integer war oder egoistisch, manipulativ oder einfach nicht ehrlich war. Und das meine Liebe, ist der schwerste und schmerzvollste Teil des Ganzen, denn wir sind ganz schnell dabei, immer den Anderen die Schuld zu geben und vergessen dabei, dass wir auch Teil des Systems sind. Und es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, um Erkennen und Loslassen, um Abwägen und Neuausrichten.
Hast Du schon mal intensiv auf Deine Herkunftsfamilie geblickt?
Alles Liebe, Deine Tamara