20/07/2013
In Kurzform wichtige Studienergebnisse
Muskuloskelettaler Mittwoch von Willem-Paul Wiertz, MSc:
Das Patellofemorale Schmerzsyndrom (PFPS) wurde mit einer unzureichenden Patellarführung, einer defizitären oder verspäteten Aktivierung der Musculi-vasti, schwachen Hüftabduktoren und vermehrter Pronation des Fußes in Verbindung gebracht. Es hat sich gezeigt, dass Läufer mit PFPS ein erhöhtes Knieabduktionsmoment (KAM) während der Standphase aufweisen. Dies könnte zur Lateralisierung der Patella führen.
In dieser Studie führten 9 gesunde männliche Freiwillige 5 erfolgreiche Testläufe unter Bedingungen mit 3-, 6- und 9mm lateraler und medialer keilförmiger Erhöhung in den Schuhen durch. Parallel wurden ein 3D Bewegungsanalyse-, sowie Kraftmesssysteme genutzt, um Informationen über KAM, maximale Kniegelenksabduktion und Knöchelinversionsmomente, sowie Knie und Schuhwinkel in der Frontalebene, als auch die Position des mediolateralen Druckzentrums unter all diesen Bedingungen zu erheben.
Schuhe mit lateraler Erhöhung verringerten das KAM, während medial erhöhte Schuhe zu einem Anstieg des KAM durch mediolaterale Verschiebungen des Druckzentrums führten. Dies ist überraschend, da der aktuelle Behandlungsstandard eine mediale Erhöhung von 4 bis 6 Grad vorgibt! Der angenommene Mechanismus dafür ist eine Vergrößerung des Sprunggelenk-Inversionsmoments mit lateralen Erhöhungen, welche folglich das Knieabduktionsmoment verringern. Laterale Schuhranderhöhungen sollten bei Läufern mit PFPS getestet werden, um die Auswirkung auf die Schmerzreduzierung zu bestimmen. > Von: Lewinson et al. Clin J Sports Med 23 (2013) 208-215. Alle Rechte vorbehalten an Lippincott Williams & Wilkins. Übersetzt von Matthias Weitz.