22/06/2026
Thema Propriozeption
💡Die Übung auf dem Video bringt einige positive Trainingseffekte mit sich. Heute aber richten wir den Blick auf die Propriozeption.
Propriozeptoren sind Sinneszellen, die Informationen über den Zustand unseres Bewegungsapparates sammeln. Sie registrieren:
📌 die Spannung und Länge der Muskeln
📌 sowie die Stellung unserer Gelenke
📌 und melden diese Informationen an das Gehirn.
Oder einfacher gesagt: Propriozeption bedeutet, zu wissen, wo sich der eigene Fuß gerade befindet, ohne hinzuschauen.
Für Deinen Hund bedeutet das:
Die Nervenbahnen vom Gehirn zur Vorhand sind deutlich kürzer als die bis zur Hinterhand. Dadurch können Informationen in der Vorhand meist schneller und einfacher verarbeitet werden. Der Weg zur Hinterhand ist dagegen länger und damit auch etwas störanfälliger.
Kommt dann noch
➡️ das Wachstum beim jungen Hund
➡️ der natürliche Alterungsprozess oder
➡️ eine Erkrankung wie beispielsweise ein Bandscheibenvorfall dazu,
kann diese Signalübertragung beeinträchtigt werden. Die Leitung arbeitet dann nicht mehr so zuverlässig, Informationen kommen verzögert an oder werden nur unvollständig weitergegeben.
Genau hier setzen propriozeptive Übungen an. Sie helfen dabei, die Kommunikation zwischen Gehirn und Hinterhand zu fördern, Bewegungsabläufe zu verfeinern und dem Hund wieder ein besseres Gefühl für die Position und den Einsatz der Hinterbeine zu vermitteln. Dadurch werden Koordination, Gleichgewicht und die bewusste Ansteuerung der Hinterhand nachhaltig unterstützt.
Anwendungsgebiete:
✅ Neurologische Erkrankungen (Bsp. Bandscheibenvorfall, Schlaganfall)
✅ Orthopädische Erkrankungen (Bsp. Kreuzbandriss, HD, ED, Frakturen)
✅ Arthrose & chronische Beschwerden
✅ Koordinationsstörungen
✅ Prävention und Leistungsaufbau
Die Übung aus diesem Video ist eine von vielen und nicht unbedingt als Einstieg geeignet. Welche Übung sich für den Anfang gut eignet und sich gut in euren Alltag integrieren lässt, zeige ich in einem der nächsten Videos zur Propriozeption. ☺️