31/07/2026
Was passiert, wenn plötzlich jeder "gut" gestalten kann? Nichts Gutes, sage ich in meinem neuen Buchbeitrag.
Generative KI demokratisiert das gestalterische Handwerk. Was in der Masse bleibt, ist Eye-Candy: massentauglich, hübsch – aber ohne Sinn und Semantik. Zwischen Prompt und Pixel verschwindet die Formwerdung in einer Black Box. Der Output ist virtuos, der Inhalt bleibt leer.
Ich nenne das Virtuozid: das Sterben der handwerklichen Virtuosität als Ausdrucksform.
Das betrifft nicht nur Design. Überall dort, wo KI-Tools "gut genug" liefern, verschiebt sich die Frage von "Kann ich das?" zu "Warum sollte ich das überhaupt noch können?" – und genau da beginnt für mich die eigentlich spannende Diskussion.
Für die Lehre bedeutet das einen radikalen Bruch: Wenn technische Perfektion zur Massenware wird, muss sich Kompetenz neu beweisen – nicht durch Effizienz, sondern durch inhaltliche Meisterschaft und Entscheidungsfähigkeit.
Mein Beitrag "Virtuozid – Designdidaktik als Einspruch gegen den digitalen Konsens" erscheint Ende des Jahres im Sammelband "Designdidaktische Transformationen". Die Kapitel-Bestätigung kam gerade rein – Grund genug, die These schon mal zur Diskussion zu stellen.
Ich bin gespannt auf eure Reaktionen, gerne auch die kritischen.