26/07/2013
26.07.13 Karlstadt: Präventionskurs "Jobfit"
Gesundheitsprävention bei Arbeitslosen mit Förderung der örtlichen Krankenkassen
Die Arbeitslosigkeit oder drohender Arbeitsplatzverlust ist sehr häufig mit negativen Gesundheitseffekten in physischer und psychischer Hinsicht verbunden, wie zahlreiche Studien belegen.
Aber auch jenseits von Statistiken ist die Belastung durch Arbeitslosigkeit leicht ersichtlich: Sozialer Rückzug, Selbstzweifel und Depression sind vielfach die Folgen, die die Betroffenen nicht nur belasten, sondern auch die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt erschweren.
Um dem entgegenzuwirken wurde in Karlstadt zum ersten Mal von „LEILA 50plus“, dem Beschäftigungspakt für Ältere in der Region, mit 13 TeilnehmerInnen ein Präventionskurs „JobFit“ durchgeführt.
„Gesundheit ist der Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens – und nicht nur das Freisein von Krankheiten“. So definierte die WHO 1948 den Begriff Gesundheit.
Deshalb geht es in dem Kurs in erster Linie darum, stresserzeugende Momente zu erkennen, angemessen darauf zu reagieren und so das Wohlbefinden zu stärken. Die Menschen sollen ihre Ressourcen erkennen und nicht nur auf den Symptomen verweilen. Es werden Grundkenntnisse über Kommunikationsregeln vermittelt – denn wer weiß das nicht: wie schnell kann Stress schon durch eine falsch verstandene Botschaft ausgelöst werden?
Mit mehr Gelassenheit reagieren, sich auf den Kern der Sache zu konzentrieren, einfach mal NEIN sagen, bewusst zu Atmen oder sich seines Körpers durch progressive Muskelentspannung bzw. aktive Bewegung wieder bewusst zu werden – gemeinsam mit den TeilnehmerInnen werden die verschiedensten kurz- und langfristigen Bewältigungsstrategien erarbeitet und auch ausprobiert.
Dass der Kurs bei allen gut ankommt, zeigt die Anwesenheit der Teilnehmenden. „In den bereits 6 stattgefundenen Modulen hat bisher noch keiner gefehlt“, freut sich Impuls-Betreuerin Frau Korn, welche gemeinsam mit der Arbeitsvermittlerin Frau Hoffmann den Kurs in Karlstadt moderiert.
„Die Anteile an Theorie und praktischen Beispielen überzeugen durch eine gute Mischung. Wir greifen viele Beispiele aus dem Alltag auf und ermöglichen den Kursteilnehmern dadurch, sie auch wirklich umzusetzen“, ergänzt Frau Hoffmann.
Der Spaß kommt hier auch nicht zu kurz. So mussten z.B. alle mal fix eine Treppe erklimmen, um dann ihren Belastungspuls zu messen – und manch einer war erstaunt, wie schnell man doch außer Puste gerät. Durch solche Experimente erfahren die Menschen am eigenen Körper, dass es viele Gründe gibt, vorbeugend etwas für die Gesundheit zu tun. Das Abklopfen am Anfang eines Tages zur Aktivierung ist für manche Teilnehmer schon ein Ritual geworden.
Frau Korn berichtet: „Es sind schon kleine Erfolge zu verzeichnen, über die wir uns freuen. So haben letzte Woche zwei Teilnehmer berichtet, dass sie eine Haltestelle eher ausgestiegen sind, um mehr Bewegung zu bekommen. Und drei andere Teilnehmer finden sich jetzt zusammen, um regelmäßig zu Laufen oder mal ins Schwimmbad zu gehen.“ In Karlstadt wird der Kurs als voller Erfolg gewertet – sowohl von den Moderatorinnen als auch von den TeilnehmerInnen.