07/10/2026
Als die Nachricht vom für Physik an bekannt wurde, war auch in Aachen die Freude riesig. Genauer gesagt, im belgischen Eupen, denn im dortigen Kloster Heidberg ist derzeit Professor Christopher Wiebusch, stellvertretender Leiter des Lehrstuhls für Experimentalphysik III B der RWTH, mit seinen Kolleg*innen zur jährlichen Klausurtagung der Fachgruppe . Seit 1990 arbeitet Wiebusch mit Francis Halzen am IceCube-Projekt, vom Nobelpreis an seinen langjährigen Kollegen, Freund und Mentor erfuhr er durch die live übertragene Pressekonferenz. Wir sprachen kurz danach mit Professor Wiebusch. 👍
❓ Wie groß ist heute die Freude?
💬 Riesig, ich weiß überhaupt nicht, wohin mit meiner Freude und bin noch voller Adrenalin. Wir sind alle unglaublich glücklich und freuen uns einfach nur unbeschreiblich.
❓ Was ist Francis Halzen für ein Typ?
💬 Er ist ein herausragender, ein fantastischer Wissenschaftler. Ruhig, fokussiert, unaufgeregt und gleichzeitig kann er begeistern, ein Team mitreißen, was bei unserer Grundlagenforschung eminent wichtig ist. Forschung ist immer Teamarbeit, daher ist es sehr selten, dass eine Forschungsleistung einem einzelnen Wissenschaftler oder einer Wissenschaftlerin zugeordnet werden kann. Doch in diesem Fall ist es ganz genau so, es ist die einzelne Person, die den Unterschied gemacht hat und somit genau der Richtige, der den Preis erhält. Im Fußball spricht man gerne von Unterschiedsspielern und genau das ist Francis Halzen. Der Nobelpreis ist sowas von verdient! 💯
❓ Wie kam es zu Ihrer Zusammenarbeit?
💬 Ich habe Francis Halzen 1990 in Aachen während einer Astroteilchenphysik-Konferenz kennengelernt. Das war damals noch ein exotisches Thema und alles andere als Mainstream-Physik war. Francis war hier als junger Professor und hielt einen Vortrag über die Idee, Neutrinos im Eis zu messen. Für mich war es damals meine erste Konferenz und ich war komplett begeistert. Das war dann auch Thema meiner Diplomarbeit und ist seitdem ein Schwerpunkt meiner Forschung, Francis Halzen wurde mein Mentor und Freund.
❓ Wofür wurde nun der Nobelpreis verliehen?
💬 Für die Beobachtung hochenergetischer Neutrinos aus dem Weltall. Wir messen zwar einzelne Neutrinos, aber wenn sie sich aus einer bestimmten Richtung anhäufen oder extrem hohe Energien haben, können wir sie einer Quelle im Kosmos zuordnen. Wann immer wir so etwas messen, wissen wir, dass an einem bestimmten Ort im Weltall etwas Spektakuläres passiert, wir haben eine astronomische Beobachtung. Im Prinzip haben wir am Südpol ein großes Teleskop – mit dem Unterschied, dass es weder über einen Spiegel verfügt, noch aussieht wie ein Teleskop. Francis Halzen hat zum einen aus seiner revolutionären Idee das Teleskop entwickelt und dadurch, dass tatsächlich Neutrinos aus dem Universum gemessen wurde nachgewiesen, dass es auch eine wissenschaftliche Relevanz hat.
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📸 Prof. Oliver Pooth