11/11/2025
Tierschutz in Ehren.
Aktuell ist es hier 14° warm. Leichte Schleierwolken ziehen über den Himmel.
Gerade war ich für 10 Minuten in einer Bäckerei. Mein Auto war draussen auf dem Parkplatz abgestellt. Mein Hund wartete hinten in der grosszügig für ihn ausgelegten Box.
Ich hatte gerade bezahlt. Eine aufgeschreckte Zeitgenossin kommt zur Tür herein in den Laden gejuckt und ruft in die Runde: Wem gehört der Hund draussen im Auto?
Sie schaut in meine Richtung und fragt: Ist das ihr Hund? Ich bejahe.
Daraufhin teilt sie mir mit, dass es draussen meega heiss sei und der Hund stark hechle.
Kein Nachfragen, wie lange schon, oder sonst irgendeine Äusserung, die darauf hätte schliessen lassen, dass sie sich auch etwas darüber hinaus Gedanken gemacht hätte.
Ich antwortete ruhig: „Ja, ich werde gleich wieder rausgehen“.
Ich setze mich anschliessend in mein Auto. Schliesse die Tür. Sitze da drin für 15 Minuten. Es läuft keine Lüftung, keine Heizung. Ich habe die Scheiben nicht nach unten gemacht, auch das Dachfenster ist geschlossen.
Ich will es wissen: Bin ich wirklich ein so schlechter Hundehalter?
Ist es die grundsätzliche Sichtweise einer mir absolut fremden Person, die in ihrer Welt eher davon ausgeht, dass alle anderen falsch sind, nur sie nicht? Kopfkino auf Hochtouren?
Mein Hund liegt nach wie vor hinten im Platz ohne mein Zutun. Hecheln? Fehlanzeige. Stress? Fehlanzeige.
Langsam beginnt es mich zu frösteln.
Ich bin absolut für Tierschutz. Aber Hysterie ist völlig fehl am Platz.
Ja, es gibt Menschen die zu wenig für das Tierwohl tun. Und es gibt jene, die es übertreiben.
Ein Mittelweg wäre schön. Es ist Zeit für wieder mehr Objektivität, situative Empathie und weniger Alarmismus.
Danke fürs Innehalten, analysieren einer Situation, empathisches Vermögen, sich in die Situation anderer zu versetzten und zwischendurch sich selbst auch mal reflektieren und eingestehen zu können: „So schlimm, wie ich es mir gerade ausdenke, ist es nicht“.
Kopfkino off.
̈ndern ̈tsverweigerung