ASAE

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Viele Themen in Beruf und Alltag sind im Kern ethische Streitfragen.

ASAE-Weiterbildungsangebote vermitteln Kompetenzen, ethische Fragen zu erkennen und anwendungsorientiert zu analysieren.

19/06/2026

Was macht kindliches Wohlergehen aus? Im gestern gestarteten Lektüremodul "Kindeswohl: Theorie und Praxis" mit Melanie Dössegger diskutieren die Teilnehmenden verschiedene Texte aus dem Sammelband "The Nature of Children's Well-Being" von Alexander Bagattini und Colin MacLoed.
Zum Einstieg waren die Einleitung und das von David Archer verfasste erste Kapitel zu lesen. Darin erkundet Archer die Tragweite der unterschiedlichen moralischen wie politischen Stellung, die Kindern im Vergleich zu Erwachsenen zugewiesen wird - eine Unterscheidung, die erhebliche Auswirkungen etwa in Bezug auf paternalistisches Handeln gegenüber Kindern hat. Wie lässt sich diese Ungleichbehandlung mit Forderungen etwa der UN-Kinderrechtskonvention in Übereinstimmung bringen, nach denen den Ansichten des Kindes in eigenen Angelegenheiten ein grosses Gewicht beigemessen werden sollte?

19/06/2026

Authentisches Selbst: Gestern wurde im Lektüremodul zu Nina Streecks "Jedem seinen eigenen Tod" Kapitel II näher beleuchtet. Die Autorin betrachtet darin verschiedene philosophische Modelle von Authentizität (etwa von Rousseau, Herder, Sartre und Frankfurt) und arbeitet ihre Unterschiede sowie die daran geübte Kritik heraus. Darauf aufbauend entwickelt sie ihren eigenen Vorschlag der "Authentifizierung" mit den drei Elementen Transformation, Tätigsein und Bejahung. Aus dieser Bearbeitung heraus ergeben sich spannende Fragen, die in der Sitzung gemeinam erörtert worden sind: Wann bin ich noch ich, trotz Veränderung? Was zeigt mehr über mich: Denken oder Handeln? Muss ich alles an mir akzeptieren, um authentisch zu sein?
Herzlichen Dank an Dr. Hadil Lababidi und allen Teilnehmenden für die spannende Diskussion!

12/06/2026

Das Ethik-Überraschungsei: Spannung, Mitdenken & Apéro Riche! Die Alumni der ASAE bieten am 12. Juni die erste Ausgabe ihres innovativen neuen Formats "Carte Blanche" an, bei der ein Ethiker ohne vorherige inhaltliche Absprache seine Gedanken präsentieren darf. Auch die Organisatoren wissen daher nicht, was das Publikum an diesem Abend an Interessantem, Ungehörtem, vielleicht auch Unerhöhrtem, Überraschendem, Erhellendem oder Spannenden erwartet.
Als ersten Gast freuen sich die ASAE Alumni auf Peter Schaber - emeritierter Professor für Philosophie mit besonderer Berücksichtigung der Angewandten Ethik. Er hat u.a. zu Menschenwürde, zu assistiertem Suizid und zur Rolle der Zustimmung in medizinethischen und anderen angewandt-ethischen Kontexten geforscht - wir sind gespannt auf seine Ideen!
Los geht's am nächsten Freitag um 18:00 Uhr im Restaurant UniTurm, Uni Hauptgebäude, Rämistrasse 71, 8001 Zürich. Anmeldungen bitte direkt an [email protected], nähere Details zum Anlass gibt's hier: https://uzhalumni.ch/topics/10019/events/211392

12/06/2026

Nachdenken über das gute Sterben: Am Montag ist das zweite ASAE-Lektüremodul des Sommers gestartet, das von Dr. Hadil Lababidi angeboten wird. Darin wird ein Buch der Medizinethikerin Nina Streeck (die übrigens auch am Ethik-Zentrum der UZH tätig ist) diskutiert. In "Jedem seinen eigenen Tod. Authentizität als ethisches Ideal am Lebensende" untersucht die Autorin die gegenwärtige ethische Aufwertung von Authentizität im Kontext von Sterben und Tod. Ausgehend von der verbreiteten Forderung nach einem eigenen, selbstbestimmten Tod analysiert Streeck, wie Authentizität zu einem normativen Ideal geworden ist, das individuelle Entscheidungen am Lebensende prägt.
In der ersten Sitzung waren weite Teile des ersten Kapitels der Monographie Gegenstand der Analyse. Zur Sprache kamen grundlegende Fragen, etwa wann man überhaupt von einem "guten" oder "gelingenden" Sterben sprechen kann. Welche Theorien des guten Lebens stehen hier im Hintergrund, und wie lassen sich diese klassifizieren? Und in welchem Spannungsverhältnis stehen derlei Theorien zu Ansprüchen der Moral?

05/06/2026

Lehrende der Advanced Studies in Applied Ethics: In dieser kleinen Serie möchten die ASAE einige ihrer Dozierenden vorstellen. Michael Coors ist Modulverantwortlicher in den beiden Modulen "Vertiefende Grundlagen der Ethik" und "Politische Ethik und Digitalisierung der Gesellschaft". Als Leiter des Instituts für Sozialethik am Ethik-Zentrum der Universität Zürich bietet er den Studierenden Forschungsexpertise sowohl hinsichtlich Grundlagen der theologischen und angewandten Ethik als auch zu angewandt-ethischen Fragen etwa zum Verhältnis von Politik, Macht und Religion. Er unterrichtet in beiden Modulen Lehrinhalte mit Bezug zur theologischen Ethik.
Michael Coors ist seit 2021 Professor für Theologische Ethik an der Theologischen und Religionswissenschaftlichen Fakultät. Daneben amtiert er seit Februar 2025 als Dekan der Theologischen und Religionswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich. Näheres findet man hier: https://www.ethik.uzh.ch/de/ise/team/coors.html

05/06/2026

Klinische Ethik am Puls der Praxis: Am Samstag haben die ASAE das Vertiefungsmodul "Klinische Ethik und Pflegeethik" abgeschlossen. Vier Tage lang gaben unsere Dozierenden Settimio Monteverde, Tanja Krones (beide im Bild unten), Regula Ott, Tatjana Weidmann-Hügle und Anna Lisa Westermair vertieft Auskunft über den ethischen Umgang mit moralischen Dilemmata, wie sie im Kontext von Spital und Pflege auftreten können. Themen waren u.a. Aufklärung und Einwilligung, Schwangerschaftsabbruch und vorgeburtliche Diagnostik, Sterbehilfe und Organtransplantation. Ergänzt wurden diese Inhalte mit vielen praktischen Übungen, etwa zur ethischen Fallbesprechung.
Neben den Studierenden durften wir zehn Teilnehmende begrüssen, die das Modul als Weiterbildungskurs besucht und darüber hinaus die Möglichkeit haben, ihren Weiterbildungskurs mit Teilnahme an der Modulabschlussprüfung auch als Einstieg zur Erlangung eines CAS in Applied Ethics zu nutzen. Wir danken allen Dozierenden und Teilnehmenden für ihr Engamgement und die angeregten Diskussionen!

29/05/2026

Klinische Ethik und Pflegeethik: Wir freuen uns sehr, dass wir heute das nächste Modul des Frühjahrssemesters starten konnten. Welche Rolle dürfen infrastrukturelle oder finanzielle Faktoren bei Therapieentscheidungen spielen? Wie soll mit den Vorstellungen nicht-einwilligungsfähiger Patienten bezüglich ihrer Behandlung umgegangen werden, wie sie in Patientenverfügungen niedergelegt sind? Welches Gewicht darf Stellvertretern in solchen Fällen beigemessen werden? Wie kann bei einer Lebendorganspende die Freiwilligkeit überprüft werden?
Beschäftigte im Gesundheitswesen finden sich in ihrem beruflichen Alltag mit diesen und ähnlichen Fragen ständig konfrontiert. Unser Modul führt in verschiedene Methoden der ethischen Problemlösung im klinischen Kontext ein, um diese und ähnliche Fragen einer Lösung zuzuführen. Dabei freut es uns besonders, neben den Studierenden auch weitere Teilnehmende begrüssen zu dürfen, die das Modul als Weiterbildungskurs besuchen!

29/05/2026

Fortschritt durch Veränderung: Heute wird bereits die letzte Sitzung zu Thomas Nagels Buch "Moralische Gefühle, moralische Wirklichkeit, moralischer Fortschritt" bei schönem Sonnenschein im Garten des Ethik-Zentrums durchgeführt 😎
In den heute zu diskutierenden Abschnitten 9-12 des Aufsatzes "Moralische Wirklichkeit und moralischer Fortschritt" geht es um die Frage, wie sich unser Verständnis von Gerechtigkeit durch konkrete historische und gesellschaftliche Entwicklungen verändert. Nagel zeigt, dass der moderne Staat nicht mehr nur für Ordnung sorgt, sondern durch Gesetze und Steuern eine moralische Verantwortung für die Verteilung von Wohlstand trägt. Er verdeutlicht, dass ehemals als "natürlich" hingenommene Ungleichheiten - wie traditionelle Geschlechterrollen oder die Kluft zwischen reichen und armen Nationen - heute als menschengemacht erkannt und moralisch hinterfragt werden. Während wir bei den Rechten von Frauen große Fortschritte erzielt haben, bleibt die globale Gerechtigkeit angesichts von Migration und Globalisierung eine der drängendsten, noch ungelösten Herausforderungen.
Allen Teilnehmenden und dem Dozierenden Wolfram Gobsch viel Freude bei der letzten Ausgabe dieses Lektüeremoduls und im Voraus ganz herzlichen Dank fürs Kommen, Mitdenken & Mitdiskutieren!

22/05/2026

Lehrende der Advanced Studies in Applied Ethics:
In dieser kleinen Serie möchten die ASAE einige ihrer Dozierenden vorstellen. Susanne Burri ist Modulverantwortliche des Moduls "Wirtschaftsethik", das traditionell den Modulreigen der angewandt-ethischen Module eröffnet. Darin finden sich so spannende Themen wie Ethik der Finanzwirtschaft, normative Grundlagen unserer Marktwirtschaft und Leadership in Unternehmen. Susanne Burri unterrichtet innerhalb des Moduls u.a. die Vorlesungen "Einführung in die Wirtschaftsethik" und "Macht Geld glücklich?", wobei die Frage nach dem Zusammenhang von Geld und Glück nicht primär eine moralische, sondern überwiegend eine ethische Frage ist, da sie sich damit beschäftigt, was für ein gutes menschliches Leben von Bedeutung ist.
Susanne Burri ist seit August 2025 ausserordentliche Professorin für angewandte und normative Ethik an der Universität Zürich. Sie forscht am Ethik-Zentrum u.a. zur Philosophie des Todes, zur Kriegsethik und zur moralischen Entscheidungsfindung unter Unsicherheit. Näheres findet man hier: https://www.philosophie.uzh.ch/de/seminar/people/research/ethics_burri/burri.html

22/05/2026

Moralische Wahrheit zwischen universaler Geltung und historischer Genese: Heute Abend findet der dritte Teil des Lektüremoduls zu Thomas Nagels neuer Monographie statt, die sich abermals dem Essay "Moralische Wirklichkeit und moralischer Fortschritt" widmet. In den dann diskutierten Abschnitten 5-8 vertieft Nagel seine These, dass moralische Wahrheiten nur dort gelten können, wo die betreffenden Gründe für vernunftfähige Wesen prinzipiell zugänglich sind.
An Beispielen wie antiker Sklaverei und moderner Meinungsfreiheit zeigt er, dass manche moralischen Einsichten "immer schon" wahr waren, während andere erst durch bestimmte historische und institutionelle Entwicklungen verständlich werden konnten, die neue normative Perspektiven boten.
Gegen utilitaristische Einheitsmodelle verteidigt Nagel eine pluralistische Moralauffassung, in der verschiedene Werte und Gründe miteinander in Spannung stehen. Moderne Rechte, Vorstellungen sozialer Gerechtigkeit und politische Moral seien deshalb nicht ahistorisch ableitbar, sondern Ergebnisse eines fortlaufenden historischen Reflexionsprozesses.

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