07/06/2024
Wir wünschen ein schönes Wochenende.
Herzliche Grüsse
William & Familie
Lektorat von akademischen Texten wie Bachelor- oder Masterarbeiten Christoph Frei, Akademisches-Lektorat, CH-8032 Zürich
Die FB-Seite “Akademisches Lektorat” vermittelt Artikel, Bilder und Filme zum Thema Kultur, insbesondere wird dabei die Kultur der Deutschen Sprache und Literatur berücksichtigt. Die Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher zeigen, dass ein grosses Bedürfnis besteht, auch digital über kulturelle Ereignisse, gegenwärtige und vergangene, informiert zu sein. Ausserdem steht die FB-Seite “Akademi
07/06/2024
Wir wünschen ein schönes Wochenende.
Herzliche Grüsse
William & Familie
11/04/2024
Beim Spazieren gesehen
06/04/2024
Grüsse vom Drusberg
06/04/2024
Wir wünschen einen schönen Sonntag
William
31/03/2024
Dream on, little dreamer
31/03/2024
Frohe Ostern
01/11/2023
Heinrich Seidel, 1842-1906
November
Solchen Monat muss man loben:
Keiner kann wie dieser toben,
Keiner so verdrießlich sein
Und so ohne Sonnenschein!
Keiner so in Wolken maulen,
Keiner so mit Sturmwind graulen!
Und wie nass er alles macht!
Ja, es ist ’ne wahre Pracht.
Seht das schöne Schlackerwetter!
Und die armen welken Blätter,
Wie sie tanzen in dem Wind
Und so ganz verloren sind!
Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt
Und sie durcheinanderwirbelt
Und sie hetzt ohn’ Unterlass:
Ja, das ist Novemberspaß!
Und die Scheiben, wie sie rinnen!
Und die Wolken, wie sie spinnen
Ihren feuchten Himmelstau
Ur und ewig, trüb und grau!
Auf dem Dach die Regentropfen:
Wie sie pochen, wie sie klopfen!
Schimmernd hängt’s an jedem Zweig,
Einer dicken Träne gleich.
O, wie ist der Mann zu loben,
Der solch' unvernünft’ges Toben
Schon im Voraus hat bedacht
Und die Häuser hohl gemacht!
So, dass wir im Trocknen hausen
Und mit stillvergnügtem Grausen
Und in wohlgeborgner Ruh
Solchem Gräuel schauen zu!
Bild: Akademisches Lektorat
01/11/2023
JUTTA RICHTER
Handstand vorm Haus
Das Flugzeug schwimmt im Himmelblau.
Ich fliege, weil ich fliegen will.
Der Pfau ruft wütend seine Frau.
Dann ist es wieder still.
Die Tanne taucht die Spitze ein.
Am Himmel macht es leise »Platsch«.
Das Haus steht auf dem Schornsteinbein.
Die Mäuse quieken laut im Matsch.
Was oben war, ist unten nun.
Ich winke mit dem großen Zeh.
Ich kann heut´gar nichts andres tun,
weil ich auf meinen Händen steh´.
01/11/2023
JUTTA RICHTER
Sternengeschichte
Die Sterne über einer Stadt
die hielten großen Sternenrat.
Sie waren’s leid.
Die Menschen in der hellen Stadt
die hatten nämlich Sterne satt
und keine Zeit.
Und so beschloß der Sternenrat,
daß alle Sterne dieser Stadt
in Urlaub gehn.
Und es geschah, wie man gesagt,
die nächste Nacht wurde vertagt,
kein Stern zu sehn.
Die Menschen wunderten sich sehr.
Sie liefen unruhig hin und her
auf Sternenwacht.
Die ganz Gescheiten meinten gar,
der jüngste Tag sei ziemlich nah.
Er käm’ bei Nacht.
Es war am zweiten Donnerstag,
als sich ein kleiner Stern erschrak,
den Halt verlor.
Er fiel an jener Stadt vorbei,
man hörte einen lauten Schrei
am Rathaustor.
Ein Kind hatte den Stern entdeckt
und seine Eltern schnell geweckt.
O welches Glück.
Die Leute haben sich umarmt.
Die Sterne haben sich erbarmt,
kamen zurück.
Bild:
2MASS/G. Kopan, R. Hurt
01/11/2023
JUTTA RICHTER
Die Pfauenfrau
Jede Pfauenfrau heißt Gertrud!
Daß das stimmt, weiß ich genau,
denn der Pfau ruft immer Gertrud,
er ruft Gertrud, seine Frau.
Er ruft Gertrud früh am Morgen.
Er ruft Gertrud in der Nacht,
denn er will für Gertrud sorgen,
er will wissen, was sie macht.
Scheint im Frühling warm die Sonne,
schlägt der Pfau ein buntes Rad,
und dann ruft er ganz laut Gertrud,
daß sie was zum Staunen hat.
Manchmal fängt er an zu tanzen,
tanzt den Tanz vom großen Pfau,
raschelt laut mit seinen Flügeln,
das gefällt der Pfauenfrau.
Liebe Gertrud, wenn wir tauschen,
bin ich du und du bist ich,
und ich würde leise lächeln,
wüßte doch, er liebte mich.
Bild:
By: Bernard Spragg. NZ
01/11/2023
Erich Kästner
NASSER NOVEMBER
Ziehen Sie die ältesten Schuhe an,
die in Ihrem Schrank vergessen stehn!
Denn Sie sollten wirklich dann und wann
auch bei Regen durch die Straßen gehn.
Sicher werden Sie ein bißchen frieren,
und die Straßen werden trostlos sein.
Aber trotzdem: gehn Sie nur spazieren!
Und, wenn's irgend möglich ist, allein.
Müde fällt der Regen durch die Äste.
Und das Pflaster glänzt wie blauer Stahl.
Und der Regen rupft die Blätterreste.
Und die Bäume werden alt und kahl.
Abends tropfen hunderttausend Lichter
zischend auf den glitschigen Asphalt.
Und die Pfützen haben fast Gesichter.
Und die Regenschirme sind ein Wald.
Ist es nicht, als stiegen Sie durch Träume?
Und Sie gehn doch nur durch eine Stadt!
Und der Herbst rennt torkelnd gegen Bäume.
Und im Wipfel schwankt das letzte Blatt.
Geben Sie ja auf die Autos acht.
Gehn Sie, bitte, falls Sie friert, nach Haus!
Sonst wird noch ein Schnupfen heimgebracht.
Und, - ziehn Sie sofort die Schuhe aus!
Bild: AL
01/11/2023
Erich Kästner
Der November
Ach, dieser Monat trägt den Trauerflor…
Der Sturm ritt johlend durch das Land der Farben.
Die Wälder weinten. Und die Farben starben.
Nun sind die Tage grau wie nie zuvor.
Und der November trägt den Trauerflor.
Der Friedhof öffnete sein dunkles Tor.
Die letzten Kränze werden feilgeboten.
Die Lebenden besuchen ihre Toten.
In der Kapelle klagt ein Männerchor.
Und der November trägt den Trauerflor.
Was man besaß, weiß man, wenn man’s verlor.
Der Winter sitzt schon auf den kahlen Zweigen.
Es regnet, Freunde, und der Rest ist Schweigen.
Wer noch nicht starb, dem steht es noch bevor.
Und der November trägt den Trauerflor…
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