12/09/2026
🇨🇭 178 Jahre Bundesverfassung und mein Platz darin
Zum 178. Geburtstag unserer Bundesverfassung gibt es mein Wahlplakat auch in einer Version im Stil von 1848. Ein Bild, das mich zum Nachdenken gebracht hat, über dieses Land, das ich liebe, und über meinen eigenen Platz darin.
1848 wäre ich vermutlich als Parteilose angetreten. Die SP, für die ich heute mit Überzeugung kandidiere, gab es noch nicht, sie wurde erst 1888 gegründet.
Aber die eigentliche Wahrheit ist eine andere: Dieses Plakat hätte es 1848 gar nicht geben können, denn ich bin eine Frau, und Frauen durften weder wählen noch gewählt werden. Kein Mitspracherecht, keine Stimme, kein Platz am Tisch, an dem über unser Land entschieden wurde.
Es dauerte 123 Jahre, bis sich das änderte. Erst 1971 erhielten Frauen in der Schweiz das Stimmrecht und Wahlrecht auf Bundesebene. 123 Jahre, in denen die Hälfte der Bevölkerung keine politische Stimme hatte.
Wenn ich heute für die SP kandidiere, erfüllt mich das mit Verantwortung. Gegenüber all jenen, die vor mir für dieses Recht gekämpft haben, und gegenüber allen, Frauen wie Männern, die mir heute ihr Vertrauen schenken.
Die Schweiz von 1848 war tief gespalten: Stadt gegen Land, liberal gegen konservativ. Manche dieser Gräben spüren wir bis heute. Aber genau das macht dieses Land für mich aus, dass wir immer wieder ringen, streiten, zusammenfinden müssen. Dass Demokratie nie fertig ist, sondern Arbeit bleibt.
Ich liebe dieses Land. Mit seiner Geschichte, seinen Widersprüchen, seinen Fortschritten. Und ich glaube an den Zusammenhalt, der uns trotz aller Unterschiede verbindet. Genau dafür will ich mich einsetzen.
Der 12. September ist deshalb nicht nur ein Geburtstag. Er ist eine Erinnerung: Dass nichts davon selbstverständlich ist. Und dass es sich lohnt, weiterzukämpfen.
Auf unsere Schweiz. Auf unsere Demokratie. Auf alle, die noch kommen. 🇨🇭
SP Kanton Zug
#1848 Gleichstellung Schweiz Demokratie Oberägeri