12/10/2026
Wenn OP-Mitarbeitende durch Anschreien, Demütigungen oder Einschüchterung unter Druck gesetzt werden, kann sich das auf ihr Verhalten auswirken. Besonders kritisch wird es, wenn Mitarbeitende Fehler, Zweifel oder Sicherheitsbedenken nicht mehr offen ansprechen.
Wie ein einschüchterndes Arbeitsklima dazu führen kann, dass Mitarbeitende ihr Wissen nicht mehr einbringen oder Sicherheitsbedenken nicht aussprechen:
1. Sicherheitsbedenken nicht ansprechen. Eine mögliche Verletzung der Sterilität wird bemerkt, aber nicht gemeldet. Ein Zweifel an der korrekten Lagerung wird verschwiegen. Eine falsche oder unpassende Implantatgrösse wird nicht hinterfragt. Mitarbeitende schweigen, obwohl ihnen ein Fehler auffällt.
2. Sicherheitschecks nur noch formal durchführen. Die Checkliste wird abgehakt, ohne kritische Punkte tatsächlich zu überprüfen. Beim Team-Time-out werden Unklarheiten nicht angesprochen. Mitarbeitende bestätigen Informationen, obwohl sie Zweifel haben. Auf fehlende Angaben oder Unstimmigkeiten wird nicht hingewiesen.
3. Fehler und kritische Ereignisse nicht meldenBeinahe-Fehler werden nicht dokumentiert. Unsachliches oder einschüchterndes Verhalten wird nicht an die zuständige Leitung gemeldet. Beobachtete Sicherheitsprobleme werden aus Resignation nicht weiterverfolgt. Mitarbeitende vermeiden es, Fragen zu stellen oder um Hilfe zu bitten.
4. Rückzug und veränderte Teamkommunikation. Mitarbeitende stellen weniger Rückfragen. Sie vermeiden Blickkontakt oder direkten Widerspruch. Sie geben wichtige Informationen verspätet oder unvollständig weiter. Sie konzentrieren sich darauf, den Operateur nicht zu verärgern, statt Probleme frühzeitig anzusprechen. Sie ziehen sich aus der aktiven Zusammenarbeit zurück.
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