13/05/2026
Was du sagst, formt, was dein Gegenüber als nächstes sagt.
Das klingt selbstverständlich. Und doch verändert es alles, wenn man es wirklich ernst nimmt.
In unserer Microanalyse von Führungsgesprächen haben wir genau das untersucht: Wie wirken einzelne Gesprächshandlungen auf den weiteren Verlauf? Was passiert, wenn eine Führungskraft eine lösungsfokussierte Frage stellt statt einer problemorientierten?
Die Antwort ist messbar. Die Gesprächspartnerin oder der Gesprächspartner antwortet anders. Beschreibt Ressourcen statt Defizite. Denkt vorwärts statt rückwärts.
Janet Beavin Bavelas nennt das die interaktionelle Funktion von Sprache: Jede Äusserung hat eine Wirkung auf das, was danach möglich ist. Nicht als abstrakte Theorie, sondern als beobachtbares Phänomen im Gespräch.
Das ist auch der Grund, weshalb Zuhören keine passive Haltung ist. Wie du zuhörst, zeigt sich in dem, was du als nächstes sagst. Und das formt, was dein Gegenüber erleben kann.
Gespräche sind kein Austausch von Informationen. Sie sind gemeinsames Handeln.
https://www.hslu.ch/loesungsfokus