01/02/2025
Einstieg in Ausbildung und Berufswelt
Austausch unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen
Es gibt viele Wege von der Schule in die Berufswelt. Beim ersten Jugendlichentreffen des APD im Kanton Freiburg haben zwölf Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Hörbeeinträchtigung über diesen Übergang gesprochen. Alle, die bereits eine Ausbildung begonnen oder abgeschlossen haben, berichteten offen von ihrem Werdegang. Aus ihren Erfahrungen konnten sie auch einige Empfehlungen geben:
Es ist wichtig, viel zu schnuppern, um herauszufinden, welcher Beruf zu einem passt und ob es Aufgaben gibt, die mit einer Hörbeeinträchtigung weniger gut ausgeführt werden können. Häufig wird dann intern im Betrieb oder Team eine Lösung gefunden. Es ist ratsam, genau zu prüfen, nachzufragen und sich nur zu bewerben, wenn der Beruf wirklich eine Option ist. Die Nachteilsausgleichmassnahmen sollten als Hilfestellung genutzt, genau geprüft und die Umsetzung (insbesondere bei Prüfungen) im Voraus besprochen werden.
Es ist hilfreich, die Hörbeeinträchtigung früh zu erwähnen – bereits im Motivationsschreiben, beim Vorstellungsgespräch oder beim ersten Kontakt mit der weiterführenden Schule. So sind alle informiert und können sich gemeinsam gut auf die Situation vorbereiten, falls Fragen aufkommen oder besondere Absprachen notwendig sind. Die IV-Eingliederungsfachfrau wies darauf hin, dass es nützlich sein kann, Auszubildende auf unterstützende Fachstellen wie die IV oder das bfsug hinzuweisen. Sie empfiehlt auch, in Schulen zu schnuppern (z. B. in einer Berufsschule vor Ort oder an der BSFH in Zürich, einer Berufsfachschule für Lernende mit einer Hörbehinderung).
Ein zentrales Statement war, auf sich zu hören, an sich zu glauben. Sich nicht für die Hörbeeinträchtigung zu schämen oder diese zu verstecken, sondern sie anzunehmen: „Sie gehört zu uns, so wie An-deres zu anderen gehört.“