17/11/2019
Sonntag - Familientag! Wir wünschen Euch eine wunderschöne und genussreiche Zeit mit Euren Familien, besonders, wenn das ab und zu unter der Woche zu kurz kommt!
Übrigens, habt Ihr gewusst, dass es für ein Baby rundum normal und gesund ist, dass es am allerliebsten auf den Eltern, im Arm oder in der Babytrage einschläft?
Ein Baby ist nicht dazu "gemacht", alleine zu schlafen. Tief in seinem Innern existiert ein Überlebensprogramm, das ihm sagt, dass Allein-Sein Gefahr bedeutet. Babys sind befähigt, als Höhlen-, Steinzeit-, Nomaden-, oder Urwaldbabys zu leben. Das sind ja schliesslich ursprüngliche menschliche normale Lebensräume. Eine warme Stube mit einer Wiege und einer geschlossenen Tür mag zwar gemütlich klingen, ist aber nicht das, worauf der Instinkt des Babys ausgelegt ist.
Entsprechend beginnen bei unseren Kleinen die Alarmglocken zu läuten, wenn sie alleingelassen werden, denn in unserem ursprünglichen Umfeld würde das in den allermeisten Fällen Gefahr bedeuten. Das Baby beginnt also zu schreien, um die Eltern dazu zu bringen, es wieder an sich - und somit in ihren Schutz - zu nehmen.
Eltern können dem Schreien ihres Babys kaum widerstehen. Es bedeutet für sie eine grosse Qual, ihr Kind "rufen" zu hören und nicht zu antworten. Auch damit stellt die Natur sicher, dass Eltern sich um ihr Kind kümmern, es also jederzeit in Sicherheit ist.
Wenn Eltern nun gesagt wird, sie müssten ihr Baby nur trainieren, dann würde es alleine schlafen, kann das tatsächlich dazu führen, dass ein Kind in seinem Bettchen still schlafen lernt. Dies passiert jedoch nie, weil ein Kind irgendwie "nachgegeben", oder etwas "eingesehen" hätte, oder den Eltern "nicht mehr auf der Nase herumtanzen" würde. Es passiert, weil das Kind in eine Art Schockstarre verfällt. Wenn wir dabei wieder an ein ursprünglich lebendes Baby denken, wird es sofort klar: Ein Kind, das zu lange allein im Urwald liegend schreit, zieht Fressfeinde an und macht sich selbst zum Opfer. Also muss es still werden, wenn die Eltern tatsächlich weggegangen sein sollten. Ganz still und starr, in einer Art "Schock-Schlaf", ist seine Überlebenschance am grössten.
Genau das passiert mit einem Kind, das im Stubenwagen schreiend alleingelassen wird: Es verhält sich bald ganz still, um zu überleben.
Dieser Überlebensmodus fordert einen hohen Preis. Die hohe Ausschüttung an Stresshormonen ist zu viel für ein kleines Menschenkind. Es wird eine grosse Chance bestehen, dass es für sein ganzes Leben mit den Folgen davon kämpft: mit Depressionen, Angstzuständen, Konzentrationsstörungen, und zudem erhöhter Anfälligkeit auf ernsthafte Erkrankungen.
Dies wird auch nicht dadurch besser, dass man ein Kind, wie es manche Ratgeber schreiben, zuerst 3, dann 5 und dann 10 Minuten schreiend allein lässt: Das mag für uns Eltern etwas einfacher wirken, dennoch ist der Stresslevel fürs Baby auf einem schädlich hohen Niveau.
Das Tragen der Babys kann dazu verhelfen, dass das ganze Thema Babyschlaf sich entspannt. Wenn wir als Eltern lernen, die "Eigenheiten" unserer Kinder zu bejahen, können wir es geniessen, dass unsere Kinder sich uns mit Haut und Haaren anvertrauen und es für sie keinen besseren Ort gibt, als uns!