07/08/2026
🌩️ Wir waren am Meer, als das Gewitter aufzog. Mein Hund sprang auf meinen Schoss, presste sich an mich, winselte bei jedem Donner. Mein eigener Puls ging mit hoch, ich war an diesem Morgen ohnehin dünnhäutig. Wir sind umgedreht und haben einen Platz gesucht, an dem wir beide runterkommen konnten.
Zuhause reagiert er ganz anders. Er kennt dort jeden Rückzugsort, ein Donner, ein kurzes Zusammenzucken, dann liegt er wieder ruhig da. An einem fremden Ort braucht er zuerst Zeit, läuft herum, schnüffelt, sucht, bis er den einen Platz findet, an dem er sich hinlegen kann.
🧐 Das kenne ich von mir selbst. Stehe ich in einer fremden Klasse, in einer Vertretung, in einem Elternabend, den ich nicht genügend vorbereitet habe, und erzähle mir schon vorher die Geschichte, dass wieder kritische Fragen von den Eltern kommen, passiert dasselbe. Mein Körper sucht zuerst einen Platz, an dem er sich hinstellen kann, bevor mein Kopf überhaupt beim Thema ist. Als ich an diesem Morgen dagegen ankämpfen wollte, es wegatmen wollte, wurde es nur lauter. Erst als ich aufgehört habe zu kämpfen und wir den Platz gefunden haben, wurde es still.
Mein Nervensystem kämpft nicht gegen mich. Es sucht nur ab, ob es hier schon sicher genug ist.
Und Erholung ist nie an einen Ort gebunden. Auch nicht an meinen eigenen Kursraum, meinen Arbeitsplatz oder die vertrauten Lernenden. Sie beginnt mit der Entscheidung, mich genau in diesem Moment sicher zu fühlen und die Situation so zu führen, dass ich reagieren und handeln kann. Nicht nur funktionieren.
Wie ist das für dich? Schreib’s mir gerne in die Kommentare💬