16/12/2020
Ein Ausschnitt durch mein Leben...
…eine unvergesslich interessante Zeit.
Die kleine Rückschau auf ein einzigartiges, wunderbares Leben mit vielen Ups und Downs. Unter dem Strich und vor allem aus heutiger Sicht betrachtet, folgend Erkenntnis: “Mit grosser Sicherheit würde er alles, in jeder Hinsicht, ganz genau gleich anpacken ausser einigen wenigen unerfreulichen Begebenheiten”.
In einer Kleinstadt geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen in der Stadt Winterthur. Mit rund 15 Jahre entschloss ich mich, nach einigen wichtigen Abklärungen, mein Elternhaus zu verlassen, um per Autostopp nach der Stadt Apeldoorn in Holland zu reisen. Die Familie De Jonk hatte mich eingeladen. Nach ziemlich genau einem halben Jahr kehrte ich wieder nach Hause zurück, um mit einer guten Ausbildung zu beginnen.
So versuchte ich mein Glück zuerst bei der damaligen schweizerische Reederei AG in Basel-Kleinhüningen im Fahr- und Hafendienst. Aus gesundheitlichen Gründen (Benzingas-Vergiftung) musste ich diese Ausbildung jedoch leider schon bald abbrechen.
Ich fand eine Stelle als Kochlehrling in einem renommierten Restaurant in Zürich. Bei Küchenchef Hanselmann, einem sehr strengen doch sehr kompetenten Lehrmeister und Herr Weber, Inhaber des Restaurants lernte ich das Metier Koch.
Nach dem Abschluss dieser abwechslungsreichen, interessanten Lehrzeit zog es mich wieder in die Ferne. Bei einer Fracht-Reederei in Hamburg bewarb ich mich um eine Stelle als Koch und bekam eine provisorische Zusage. Wenig später, nach einem Vorstellungsgespräch in Hamburg, erhielt ich die definitive Anstellung als Koch. Mit dem Anstellungsvertrag in der Tasche fuhr ich zurück nach Hause.
Bald darauf startete ich in eine aussergewöhnliche, jedoch fantastische Zeit, die einige Jahren dauern sollte. Allein über diese Zeit gäbe es sehr viel zu erzählen.
Nach diesen spannenden Jahren ging’s dann definitiv nach Hause ins “Hotel Mamma“ zurück und ich suchte bald darauf eine Arbeitsstelle, um meine Finanzen wieder zu verbessern. Bei einer Bestattungsfirma fand ich sofort eine Anstellung. Mit dem verdienten Geld meldete ich mich bei einer bekannten Autofahrschule an. Im Verlauf der folgenden drei Jahre schloss ich alle für mich nützlich erscheinenden Kategorien die Führer-prüfungen ab. Als junger Fernfahrer begann ich meine neue Karriere. Das Fernweh zog mich einfach immer wieder hinaus in die weite Welt.
Der schlechte Gesundheitszustand meiner Mamma war für mich jedoch Grund genug, um ihrer Bitte Folge leistete und ihr kleines Lebensmittelgeschäft in einem 460 Seelen Dorf im Aargau zu übernehmen. Sehr schnell merkte ich, dass das Geschäft keine Lebensgrundlage war für mich. Ich fasste den Entschluss, dass ich mich in der staatlichen Weinfachschule Wädenswil zum Weinfachmann weiter- bilden lassen wollte. Nach zwei Jahren Ausbildung und erfolgreichem Abschluss begann eine neue, gute Zeit der Festanstellung bei zwei grossen, bekannten Weinimporteuren. Eines Tages durfte auch ich mich auf Grund einer Fusion und internen Umstrukturierung, jedoch auch aus Altersgründen zurücktreten musste. Meine führende Stellung als Verkaufsleiter mit einem äusserst erfolgreichen Aussendienst ermöglichte es mir, im Verlauf der Jahre gute Kontakte zu vielen Weinbauern in Italien zu knüpfen. Das bedeutete für mich in vielerlei Hinsicht eine optimale Voraussetzung für meinen nächsten, doch letzten Neustart.
Ich gründete darauf hin meine eigene Wein-Agentur. In einer vertraglichen Zusammenarbeit mit den mir von früher bestens bekannten Weinproduzenten, akquirierte ich für diese, in den Ländern der heutigen EU, interessierte Weinimporteure. Eines Tages erhielt ich schriftlich aus der Hafenstadt Hamburg einen wirklichen Grossauftrag von gut einhunderttausend Flaschen Chianti.
Mein eigenes Geschäft florierte hervorragend bis zu dem Tag, an dem meine doch beachtliche Rechnung an diesen Hamburger Importeur zur Zahlung fällig wurde. Mein grosser Fehler war, ich missachtete bei diesem grossen Geschäft vor Freude alle kaufmännischen Regeln und Absicherungen.
Was dann passierte ist schnell erzählt. Das Geld kam nicht. Ich war, auf Grund der abgeschlossenen Verträge mit dem Produzenten, Haftbar ihm gegenüber. Ich musste ihm diese Weine bezahlen. Eine grosszügige Vereinbarung zwischen ihm und mir ermöglichte es mir gut die Hälfte seiner gesamten, grossen Rechnung in dreimonatigen Tranchen zu begleichen. Echte Freunde und die ganze Familie unterstützten mich dabei und halfen mir über die schwierigste Zeit hinweg.
Von meiner zu früh verstorbenen Mutter habe ich den folgenden Ausspruch bis heute nie vergessen: “Auch ein blindes Huhn findet immer wieder ein Körnchen, es muss es nur aufpicken” Dafür bin ich ihr bis heute noch dankbar