07/05/2024
Diesen Vorschlag musste der Erzieher natürlich erst vors Kollegium bringen, denn so etwas hatte es hier noch nicht gegeben. Nebenbei erwähnte ich noch, es würde 3000 CHF kosten, wenn meine Firma putzen würde und 600 CHF, wenn ich alleine käme. Das wurde akzeptiert! Aber dann hatte ich schon die nächste Bedingung zur Hand: Da ich weder Erzieherin noch Sozialpädagogin sei, wäre der Zugang zu den kriminellen Jugendlichen für mich nur über deren Schutzengel möglich. Ich wollte sie also alle vorher mit ihrem Namen kennenlernen. Daraufhin wurde ein gemeinsames Frühstück organisiert – und dann war es soweit. Wir fingen in einem Haus an, wo zehn Jugendliche wohnten, wovon jeweils fünf an einem Wochenende freien Ausgang hatten. Somit wurde die Arbeit auf zwei Wochenenden verteilt. Das Haus hatte drei Stockwerke, und das ganze Treppenhaus war mit aggressivsten Graffitis bemalt, furchtbare Bilder in ganz dunklen und ganz grellen Farben. In den Zimmern selbst sollten nur die Fenster, Türen und Böden gereinigt werden. Doch als die Jugendlichen einmal begonnen hatten, wollten sie gleich alles machen. Sie fingen an, die Poster und Kleber zu entfernen. Einer nahm sogar sein ganzes Bettgestell auseinander und fand dabei viele verlorene Kleidungsstücke wieder.
Putzen lieben lernen mit Linda:
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