20/08/2026
Die als Zaubertrank, der die Schweiz vor jedem Krieg schützt? Dodis-Direktor Sacha Zala hält dieses Bild für einen gefährlichen Mythos – und beurteilt die Neutralitätsinitiative aus historischer Sicht als «Mogelpackung». Das Interview von Christoph Bernet für die Aargauer Zeitung.
Historiker zerpflückt Blochers Initiative: «Wir leiden am Asterix-Syndrom»
Die Neutralität als Schutz vor Krieg sei ein Mythos, sagt er. Die Schweiz könne sich internationalen Sanktionen nicht entziehen.
19/08/2026
Vor 80 Jahren reiste Winston Churchill als abgewählter Premier durch die Schweiz. Für die Kosten kamen Schweizer Industrie- und Finanzkreise auf, die sich in Grossbritannien ein besseres Ansehen zu verschaffen wünschten, nachdem sie wegen der wirtschaftlichen Kollaboration mit Nazideutschland in Misskredit oder gar auf die schwarze Liste geraten waren. Das geht aus Dokumenten hervor, die in der Datenbank Dodis eingesehen werden können.
Simon Wälti zeichnete in Der Bund Churchills Aufenthalt in der Villa Choisi bei Rolle am Genfersee und die Umstände seiner berühmten Rede in der Aula der Universität Zürich («Let Europe Arise») anhand von Dodis-Dokumenten nach. Der Besuch sei für die Schweiz «ein Spiegel ihrer widersprüchlichen Lage nach 1945» gewesen, erklärt ihm Dodis-Direktor Sacha Zala. «Die enthusiastische Aufnahme durch die Bevölkerung zeigte die starke Identifikation mit den westlichen Demokratien, während die Bundesbehörden aus neutralitätspolitischen und diplomatischen Gründen um Zurückhaltung bemüht waren.»
«Vive la Suisse!»: Als der Kriegsheld in Köniz aus dem Roten Pfeil stieg
Vor 80 Jahren reiste Winston Churchill durch die Schweiz. Was kaum bekannt ist: Stalin wollte einmarschieren – Churchill verhinderte es.
17/08/2026
Aktuell findet wieder die Konferenz der schweizerischen Botschafterinnen und Botschafter statt, an der die Leiterinnen und Leiter der diplomatischen Vertretungen im Ausland in Bern zusammenkommen. Lange Zeit handelte es sich bei den schweizerischen Missionschefs um «ein Reservat der Angehörigen vornehmer und reicher Familien». Diplomat wurde man auf Empfehlung und nicht unbedingt aufgrund von Leistung.
Dies änderte sich mit der Einführung des Concours diplomatique im Jahr 1955. Die Zulassungsprüfung war ein bedeutender Schritt bei der Demokratisierung des diplomatischen Dienstes der Schweiz, der neu auch Frauen offenstand (die erst 1971 das Stimm- und Wahlrecht der Eidgenossenschaft, die sie vertreten sollten, erhielten). 1956, Vor 70 Jahren begannen die ersten Absolventen des Concours diplomatique mit ihrer Ausbildung beim Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA. 1957 trat mit Francesca Pometta die erste Frau dem diplomatischen Dienst bei.
In einer Radioansprache betonte Bundesrat Max Petitpierre 1958: «Durch eine sorgfältige Auslese und eine gründliche Ausbildung wird unser auswärtiger Dienst in die Lage versetzt, seine Aufgaben zum Wohl unseres Landes stets so zu erfüllen, wie es unsere Mitbürger in der Heimat und im Ausland von ihm erwarten» (dodis.ch/48356). Mehr dazu gibt es in unserem E-Dossier (dodis.ch/W6035) sowie im Buch von Dominik Matter: www.dodis.ch/q20.
14/08/2026
Nur noch 20 Tage und dann geht es los mit dem öffentlichen Teil der 18. Internationalen Konferenz der Editoren diplomatischer Dokumente , die ganz unter dem Zeichen der Entstehungsgeschichte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa steht. Wie entstand 1975 die KSZE-Schlussakte von Helsinki und welche Bedeutung hat dieses Dokument noch für die Gegenwart? Das Hauptgebäude der Universität Bern putzt sich schon mal heraus für den grossen Anlass am Nachmittag des 3. September 2026, 14 bis 18:30 Uhr in der Aula. 🥳
➡️ Meldet Euch an, es hat noch freie Plätze: https://findmind.ch/c/36aR-W8yU ⬅️
Mittlerweile ist das definitive Programm online: dodis.ch/W31216. Es gibt:
🕑 Opening Adresses von Dodis-Direktor Sacha Zala und Botschafterin Muriel Peneveyre (Federal Department of Foreign Affairs);
🕒 historische Inputs von Nicolas Badalassi (Sciences Po Aix), Antonio Varsori (Pubblicazione Documenti Diplomatici), Michael Kennedy (Documents on Irish Foreign Policy) und Thomas Bürgisser (Dodis);
🕔 Ansprachen von Rektorin Virginia Richter und Nationalratspräsident Pierre-André Page, Conseiller National;
🕠 ein von Daniel Möckli vom Center for Security Studies at ETH Zurich geleitetes Gespräch mit dem ehemaligen italienischen Spitzendiplomaten Umberto Vattani und OSZE-Generalsekretär Feridun Sinirlioğlu;
🕕 sowie abschliessende Worte von Bundesrat Ignazio Cassis Cassis, dem Chairman-in-Office der OSCE – The Organization for Security and Co-operation in Europe.
13/08/2026
«Seit Sonntag früh ein Uhr befindet sich Berlin virtuell in einem Belagerungszustand», kabelte die Schweizerische Delegation in Berlin am Montag dem 14. August 1961 nach Bern: «Stacheldrahtverhaue, Spanische Reiter, Panzerspähwagen, ein Riesenaufgebot von schwerbewaffneten Volksarmisten und Volkspolizisten, versteckten MG-Nestern haben die bisherige Sektorengrenze in eine scharf kontrollierte und bewachte Staatsgrenze verwandelt.» (dodis.ch/30568)
Heute vor 65 Jahren wurde die Berliner Mauer errichtet. Unser E-Dossier zeigt die Berichte der Schweizer Diplomatie über dieses Ereignis: dodis.ch/W1097. Die Delegation war in an demselben Ort an der damaligen Zonegrenze im Spreebogen untergebracht, an dem sich heute die Botschaft der Schweiz in Deutschland befindet. Und wer das Ende der Geschichte von der kennen will (Achtung Spoiler): When the Wall Came Down, www.dodis.ch/q12.
12/08/2026
Vom «Stillsitzen», dem Wiener Kongress und dem Neuenburgerhandel zum Durchbruch der Neutralität als Symbol des nationalen Zusammenhalts zwischen 1914 und 1918 und zum Markenzeichen der Schweiz im Kalten Krieg. Dodis-Direktor Sacha Zala erklärt Philipp Schrämmli im «Echo der Zeit» auf SRF Schweizer Radio und Fernsehen anhand verschiedener Stationen der , wie die der Schweiz im Ersten Weltkrieg geschaffen und im Laufe der letzten hundert Jahre je nach internationaler Lage immer flexibel ausgelegt und pragmatisch an die politischen Realitäten angepasst wurde: «Neutralität bedeutete nie, aussenpolitisch keinen Einfluss zu nehmen.»
Neutralitätsinitiative: War die Schweiz je neutral?
Die Initiative verlangt eine Rückkehr zur traditionellen Neutralität. Was das heisst, ist unter Historikern umstritten.
03/08/2026
The Head of the Federal Department of Defence, Civil Protection and Sport, Federal Councillor Martin Pfister, visited the Swedish Minister of Defence, Pål Jonson, and the Minister for Civil Defence, Carl-Oskar Bohlin, in July in Stockholm. On this occasion, he presented them both with a copy of the Dodis publication «Switzerland and the NNSC» (www.dodis.ch/q21) as a gift.
This unique collection of source material presents a selection of Swiss diplomatic documents on the history of the Neutral Nations Supervisory Commission in Korea between 1951 and 1995. Since the 1953 armistice agreement, military personnel from Switzerland and Sweden have been serving together continuously as part of the NNSC on the 38th parallel in a peacekeeping mission.
Schweizer Armee | Swissint | Myndigheten för civilt försvar
29/07/2026
Dodis goes ... dodis.ch/G13286
16/07/2026
Dodis goes ... dodis.ch/G1882
07/07/2026
📅 Einladung zum öffentlichen Teil der 18. ICEDD-Konferenz in Bern am 3. September 2026
Dodis organisiert gemeinsam mit dem Federal Department of Foreign Affairs die 18th International Conference of Editors of Diplomatic Documents (ICEDD), die am 3. und 4. September 2026 in Bern stattfindet. Im Rahmen des schweizerischen Vorsitzes der OSCE – The Organization for Security and Co-operation in Europe hat der Bundesrat die Konferenz in die Reihe der offiziellen Schweizer OSZE-Vorsitzkonferenzen 2026 aufgenommen.
Das öffentliche Nachmittagsprogramm am Donnerstag, 3. September 2026, widmet sich der Frühphase der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) aus historischer Perspektive sowie ihrer Bedeutung für die Gegenwart. Die Veranstaltung findet in der Aula des Hauptgebäudes der Universität Bern (Hochschulstrasse 4, 3012 Bern) statt. Konferenzsprache ist Englisch.
→ Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
⏱️ Programm
Ab 13:15 Uhr
Registration und Eintreffen
14:00 Uhr
From Geneva to Helsinki: The Making of the CSCE
Wissenschaftliche Referate zur Frühphase der KSZE
Kaffeepause
17:00 Uhr
From History to the Present Day
Keynote von Bundesrat Ignazio Cassis
👉 Anmeldung: https://lnkd.in/erMd_xMP
Die Platzzahl ist begrenzt: Die Anmeldungen werden per E-Mail bestätigt.
Bei Fragen zur Anmeldung wenden Sie sich bitte an [email protected].