24/07/2026
SÜDAFRIKA - FEPA JAHRESBERICHT 2025
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Südafrika blieb 2025 von tiefen strukturellen Ungleichheiten geprägt. Das Wirtschaftswachstum war schwach und ungleich verteilt. Hohe Arbeitslosigkeit, steigende Lebenshaltungskosten und eine fragile Energieversorgung bestimmten den Alltag der meisten Menschen. Besonders betroffen sind junge Leute: Inzwischen arbeitet mehr als die Hälfte von ihnen in informellen, unsicheren Beschäftigungsverhältnissen.
Als wichtiges Zielland für Migrierende aus Simbabwe bleibt Südafrika zentral, zugleich ist der Druck auf sie hoch. Für viele bildet der «Zimbabwean Exemption Permit» (ZEP) die Grundlage eines prekären, aber legalen Aufenthalts. Nach kontroversen Debatten wurde dieser Status zunächst nur kurzfristig verlängert, im Oktober jedoch über 2026 hinaus gesichert.
Ein besonders drastisches Beispiel für die soziale Lage war der Umgang mit informellen Bergarbeitern: In einer stillgelegten Goldmine bei Stilfontein starben 2025 rund 80 Menschen an Hunger, Dehydrierung und fehlender medizinischer Versorgung, nachdem sie über Monate von Sicherheitskräften belagert wurden. Immerhin setzte ein Gericht im November ein wichtiges Zeichen, indem es die «Passkontrollen» durch die fremdenfeindliche Bewegung «Operation Dudula» untersagte.
In der Region der zentralen Karoo, wo auch unsere Partnerorganisationen tätig sind, übernahm der African National Congress (ANC) nach einem politischen Machtkampf das Bürgermeisteramt. Die lokalen Behörden arbeiten vergleichsweise effektiv, auch in peripheren Gebieten. Gleichzeitig entwickelt sich die Karoo zunehmend zu einem Hotspot spekulativer wirtschaftlicher Aktivitäten, die natürliche Ressourcen nutzen, deren Gewinne jedoch vor allem den Landbesitzenden zugutekommen, während die breite Bevölkerung kaum profitiert.