Natürlich gibt es Momente, in denen man als Elternteil genervt ist, die Spannung steigt und man einfach mal Druck rauslassen muss. Das finde ich auch völlig menschlich.
Aber für mich gibt es einen großen Unterschied zwischen „Ich bin gerade genervt“ und Sätzen wie „Du bist ein Idiot“ oder „Das lernst du nie“.
Das eine beschreibt den Moment. Das andere richtet sich gegen die Persönlichkeit des Kindes. Und gerade solche Sätze können hängen bleiben.
Man muss als Eltern nicht immer perfekt reagieren. Aber man sollte aufpassen, dass aus dem eigenen Frust kein Angriff auf das Kind wird.
Jens Wolff
Kontaktinformationen, Karte und Wegbeschreibungen, Kontaktformulare, Öffnungszeiten, Dienstleistungen, Bewertungen, Fotos, Videos und Ankündigungen von Jens Wolff, Persönlicher Trainer, Beethovengasse 8/10, Wien.
Ich hab irgendwann aufgehört, unangenehme Situationen sofort als etwas Negatives zu sehen. Wenn immer alles glattläuft, ist das zwar angenehm – aber meistens passiert dann auch nicht besonders viel.
Eigentlich ist es wie beim Tennis: Wenn du immer nur gegen Leute spielst, die schlechter sind als du, wirst du dich kaum verbessern.
Klingt ein bisschen abgedroschen, aber ich glaube trotzdem, dass genau in den Situationen, die wir uns nicht ausgesucht hätten, oft am meisten Entwicklung steckt.
Natürlich gibt es Momente, in denen man als Elternteil genervt ist, die Spannung steigt und man einfach mal Druck rauslassen muss. Das finde ich auch völlig menschlich.
Aber für mich gibt es einen großen Unterschied zwischen „Ich bin gerade genervt“ und Sätzen wie „Du bist ein Idiot“ oder „Das lernst du nie“.
Das eine beschreibt den Moment. Das andere richtet sich gegen die Persönlichkeit des Kindes. Und gerade solche Sätze können hängen bleiben.
Man muss als Eltern nicht immer perfekt reagieren. Aber man sollte aufpassen, dass aus dem eigenen Frust kein Angriff auf das Kind wird.
Ich hab irgendwann aufgehört, unangenehme Situationen sofort als etwas Negatives zu sehen. Wenn immer alles glattläuft, ist das zwar angenehm – aber meistens passiert dann auch nicht besonders viel.
Eigentlich ist es wie beim Tennis: Wenn du immer nur gegen Leute spielst, die schlechter sind als du, wirst du dich kaum verbessern.
Klingt ein bisschen abgedroschen, aber ich glaube trotzdem, dass genau in den Situationen, die wir uns nicht ausgesucht hätten, oft am meisten Entwicklung steckt.
Ich schau ungefähr einmal pro Stunde aufs Handy. Das heißt: Wenn du mir auf WhatsApp schreibst, krieg ich das erstmal nicht mit. Aber wenn es wirklich dringend ist, dann ruf an, und zwar egal wann.
Diesen Satz sag ich inzwischen fast jedem, und ich glaube, genau so einen Zugang brauchen auch Kinder. Nicht jemanden, der permanent auf jedes Blinken reagiert, sondern einen Weg, von dem sie sicher wissen, dass er funktioniert.
Weil das Problem ja nie die ungelesene Nachricht ist. Das Problem ist die Erwartung, die nie jemand ausgesprochen hat – und dann sitzt der eine da und denkt, er sei egal, während der andere gar nicht wusste, dass er dran ist.
Ständige Erreichbarkeit fühlt sich nach Fürsorge an. Sie ist aber vor allem anstrengend, und sie macht ausgerechnet den echten Notfall unsichtbar, weil er im selben Kanal landet wie alles andere.
Wie handhabt ihr das – klare Regel oder einfach Handy immer an?
Konsumieren fühlt sich an wie Lernen. Ist es meistens aber nicht.
Die Schere zwischen denen, die produzieren, und denen, die nur absorbieren, geht gerade schnell auf. Und die falsche Seite fühlt sich richtig gut an: lesen, nicken, speichern, weiter.
Wann hast du zuletzt selbst was rausgeschickt?
Schweden hat die Digitalisierung seiner Schulen weiter getrieben als fast jedes andere Land in Europa. Tablets statt Bücher, Screens statt Seiten, und alle fanden das ziemlich modern.
Und jetzt investiert das Land dreistellige Millionenbeträge, um gedruckte Schulbücher zurück in die Klassenzimmer zu holen, weil das Leseverständnis der Kinder messbar nachgelassen hat. Kinder unter zehn sollen gar nicht mehr digital unterrichtet werden.
Ich find das aus einem Grund spannend, der mit Schule erstmal wenig zu tun hat: Das ist exakt das Muster, das mir in Unternehmen ständig begegnet. Irgendwas wird eingeführt, weil es fortschrittlich wirkt, nicht weil jemand gefragt hätte, welches Problem es eigentlich löst. Anderthalb Jahre später zahlt man noch dafür, keiner öffnet es mehr, und niemand traut sich zu sagen, dass es vorher besser lief.
Das Mutige an Schweden ist deshalb nicht die Digitalisierung gewesen. Das Mutige ist der Rückzieher.
Und bevor das falsch ankommt: Ich arbeite selbst fast ausschließlich digital, ich will hier keine Technikfeindlichkeit verkaufen. Ich hab nur selten erlebt, dass jemand nachträglich überprüft, ob das Neue wirklich besser war.
Also mal ehrlich: Was hast du zuletzt eingeführt, weil es modern wirkte? Und was davon würdest du heute wieder abschaffen, wenn es keiner mitbekommt?
Ich schau ungefähr einmal pro Stunde aufs Handy. Das heißt: Wenn du mir auf WhatsApp schreibst, krieg ich das erstmal nicht mit. Aber wenn es wirklich dringend ist, dann ruf an, und zwar egal wann.
Diesen Satz sag ich inzwischen fast jedem, und ich glaube, genau so einen Zugang brauchen auch Kinder. Nicht jemanden, der permanent auf jedes Blinken reagiert, sondern einen Weg, von dem sie sicher wissen, dass er funktioniert.
Weil das Problem ja nie die ungelesene Nachricht ist. Das Problem ist die Erwartung, die nie jemand ausgesprochen hat – und dann sitzt der eine da und denkt, er sei egal, während der andere gar nicht wusste, dass er dran ist.
Ständige Erreichbarkeit fühlt sich nach Fürsorge an. Sie ist aber vor allem anstrengend, und sie macht ausgerechnet den echten Notfall unsichtbar, weil er im selben Kanal landet wie alles andere.
Wie handhabt ihr das – klare Regel oder einfach Handy immer an?
Es gibt einen Satz, den ich Eltern im Restaurant am liebsten sagen würde. Ich sage ihn nie.
Ferienzeit heißt: viel Hotel, viel Restaurant. Und an jedem zweiten Tisch sitzt ein Drei-, Vier-, Fünfjähriger vor einem leuchtenden Display. Nicht, weil das Kind das braucht. Sondern weil die Eltern einmal in Ruhe essen wollen.
Ich verstehe das. Ehrlich. Ich weiß, wie lang so ein Abendessen mit einem quengelnden Kind sein kann.
Was da abgegeben wird, merkt man an diesem Abend nicht. Ein Kind, das am Tisch sitzt und nichts zu tun hat, arbeitet gerade. Es lernt, 20 Minuten auszuhalten. Es lernt, sich selbst zu beschäftigen. Es lernt, dass nicht jede leere Minute sofort gefüllt werden muss.
Wir nehmen ihnen diese Übung weg und wundern uns später über Menschen, die keine drei Minuten warten können, ohne zum Handy zu greifen.
Ich sag im Restaurant nichts. Hier schon.
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