03/03/2019
Das Lernen macht den Unterschied, nicht das Abwarten! – auch beim Singen! :-)
Wisst ihr, was eine der häufigsten Fragen ist, die mir neue SchülerInnen stellen?
„Habe ich denn genügend Talent zum Singen und macht es überhaupt Sinn für mich damit anzufangen? Bitte sei ganz ehrlich mit mir!“
Vor vielen Jahren kam in New York eine Frau zu mir ins Studio, die gerne singen lernen wollte. Sie kam - sehr aufgeregt - und eröffnete mir gleich, dass es wohl eh keinen Sinn hat, dass sie überhaupt gekommen ist. „Aber“, erzählte sie mit Tränen in den Augen, „ich habe da diesen Traum zu singen – seit meiner Kindheit. Und dieser Traum ist vor langer Zeit in einem See aus Unsicherheit ertrunken.“
Wie konnte das passieren? Als sie Kind war, ertrug ihre geräuschempfindliche Mutter keinen Lärm und empfand ihr Singen als laut und unangenehm. Sie singe hässlich, wurde ihr gesagt und sie könne es sowieso nicht – kurz, es wurde ihr verboten. In der Schule war es nicht anders, es folgte Entmutigung auf Entmutigung und der Fluss ihrer gesanglichen Entwicklung versiegte ganz.
Man würde erwarten, dass so ein Wunsch irgendwann ganz in Vergessenheit gerät. Aber dem war nicht so. Es blieb eine enorme Liebe zu Musik und ein ständiges Ziehen im Innern, dass ihr etwas fehlte. Mit über vierzig Jahren sah sie einen meiner Flyer, die ich in Brooklyn New York aufgehängt hatte, noch relativ am Anfang meiner Laufbahn als Gesangslehrerin.
Und da waren wir also. Sie verkrampft und ängstlich, aber mit einem Feuer in den Augen, ich von einem ruhigen Interesse und einer gewissen Rührung erfüllt.
Und dann bitte ich sie, etwas für mich zu singen – egal was – einfach, damit ich sie einmal höre. Sie singt, scheu, zitternd, aber nicht halb so falsch wie sie befürchtet. Wir arbeiten gemeinsam weiter: sie lernt loszulassen sich zu orientieren und ihre Stimme zu entdecken. Ihr Selbstvertrauen und ihr Können wachsen. Langsam entspringt ihr ein Singen so berührend, musikalisch und schön, dass mir die Tränen kullern beim Zuhören.
Wir hatten begonnen ihren Schatz zu heben. Ihre Liebe zur Musik wurde hörbar und erfüllte den Raum.
Diese Schülerin ist für mich ein starkes Beispiel dafür, dass unsere Sehnsucht etwas über die Wahrheit in unserem Herzen und über unser Potential aussagt – auch entgegen aller Meinungen von außen!
Bei allen Menschen mit denen ich arbeite, sehe ich immer wieder, dass der innere Ruf nicht täuscht. Wenn der Wunsch zu singen da ist, öffnet sich auch der Weg. Lernen ist nie einfach nur leicht. Aber dieses innere Leuchtfeuer, das uns die Richtung weisen will, das dafür steht, wo unser Potential ist, das bleibt stabil, ein Leben lang. Egal ob wir versuchen es zu ignorieren oder gar auszulöschen. Wenn wir in seine Richtung aufbrechen, kommen wir uns selbst und unserem Potential näher. Gerne begleite ich Dich auf diesem wunderbaren Weg!!
Deine Lea Simone
www.leasimone.at