07/08/2026
Kann man die Überlebenschancen eines Baumes tatsächlich „erfühlen“?
Unsere Forschung am BFW an Pappel-Hybriden (Populus × canescens) zeigt, dass die DNA über Erfolg oder Misserfolg einer Aufforstung entscheidet: Ein hoher Anteil an Silberpappel-Genetik ist der ultimative Fitness-Booster. Bäume, die genetisch näher an der Silberpappel stehen, überleben das kritische Jugendstadium häufiger, wachsen deutlich schneller und lassen sich wesentlich erfolgreicher vermehren.
Der Profi-Hack für die Forstpraxis: die Behaarung der Blattunterseite kann ein Indikator sein. Je „flauschiger“ das Blatt, desto höher ist meist der Silberpappel-Anteil und damit die Stresstoleranz des Baumes. So lässt sich bereits in der Baumschule ohne teure Laboranalysen eine effiziente Vorauswahl für klimaresiliente Wälder treffen. Genauer geht es aber trotzdem mit der Reflexionsmessung, die zeigt wie viel Licht die behaarte Unterseite reflektiert.
Sichern wir die Zukunft unserer Wälder mit der richtigen Genetik!
Mehr Details gibt’s im Paper (Link in Bio).
04/08/2026
🌲💧 Wohin verschwindet Regenwasser eigentlich, wenn es im Wald regnet?
Die Antwort: Ein Teil fließt gar nicht oberirdisch ab – sondern versteckt im Hang.
Genau diesen Prozess, den sogenannten Zwischenabfluss, hat Veronika Lechner vom BFW untersucht und beim Innsbrucker Hofburggespräch Ende Juni 2026 präsentiert.
👉 Wenn Regenwasser in den Boden versickert und auf eine weniger durchlässige Schicht oder bereits wassergesättigte Bereiche trifft, wird der weitere vertikale Wasserfluss begrenzt.
Das Wasser kann sich dann seitlich entlang von Bodenschichten oder über Risse und Wurzelkanäle (sogenannte präferentielle Fließwege) durch den Hang bewegen. Das ist der Zwischenabfluss.
Besonders interessant: Das Wasser, das schließlich am Hang austritt, ist meist gar nicht das frisch gefallene Regenwasser. Der Niederschlag mobilisiert vielmehr bereits im Boden gespeichertes Wasser, indem neues Wasser vorhandenes Bodenwasser verdrängt und in Bewegung setzt (häufig als Piston-Flow-Prozess beschrieben). In den Versuchen bestand der Abfluss überwiegend aus sogenanntem Altwasser, während das neu eingebrachte Regenwasser nur einen kleinen Anteil ausmachte.
🌧️ Kurz gesagt:
➡️ Regen fällt auf den Wald
➡️ Wasser versickert in den Boden
➡️ Eine weniger durchlässige Schicht bremst die Bewegung nach unten
➡️ Das Wasser fließt seitlich durch den Hang oder mobilisiert Altwasser
➡️ Das mobilisierte Bodenwasser trägt zur Abflussbildung und damit zur Hochwasserwelle bei
Das zeigt einmal mehr, wie wichtig die „verborgenen“ Prozesse unter unseren Füßen sind, wenn wir Hochwasser verstehen und vorhersagen wollen.
Bildmaterial: Veronika Lechner (Foto, Visualisierung mithilfe von Genspark erstellt); Franka Gentzsch (Grafik)
23/07/2026
Der bis zu 39 Millimeter große Rosenkäfer lebt in den Mulmhöhlen alter Bäume. Entscheidend ist dabei weniger die Baumart als die Menge des Mulms: Rund zehn Liter braucht der Eremit, damit sich mehrere Käfergenerationen in einer Höhle entwickeln können.
Doch geeignete Altbäume werden immer seltener. Da sich der Eremit meist nur etwa 200 Meter weit ausbreitet, sind gut vernetzte Habitatbäume für sein Überleben besonders wichtig.
Mehr über den Eremiten und viele weitere faszinierende Waldarten erfahren Sie im Waldartenatlas von unseren Expertinnen Katharina Lapin.
Jetzt entdecken und bestellen: https://shop.bfw.ac.at/startseite/waldartenatlas-vielfalt-neu-entdecken.html
Foto: Stanislav Snäll, ccbysa
16/07/2026
Waldschutz-Experte Gernot Hoch erklärt, welche Gefahren der Asiatische Eschenprachtkäfer für die Eschenbestände in Österreich mit sich bringt. Der Schädling wurde kürzlich in Ungarn und der Slowakei nachgewiesen – nur rund 350 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt.
Mehr zu lesen auf: https://science.orf.at/stories/3236516/
Ab morgen in der ZIB 1 zu sehen.
ORF
14/07/2026
🌲💧 Wie trocken wird unser Wald in Zukunft?
Um diese Frage beantworten zu können, reicht ein Blick auf einzelne Flächen nicht mehr aus. Forschende des BFW modellieren deshalb ganze Regionen und untersuchen, wie sich Böden, Wasserhaushalt und Waldstandorte verändern könnten. Die Ergebnisse wurden beim Innsbrucker Hofburggespräch Ende Juni 2026 vorgestellt.
Mit dem Projekt HydroBOD wird berechnet, wie gut Böden Wasser speichern können, wie viel Regen versickert und wie Wasser durch den Boden fließt. So entstehen wichtige Grundlagen für den Umgang mit Trockenheit, Starkregen und Naturgefahren.
🌦️ Noch spannender wird es mit dem Projekt FORSITE:
Hier werden Klimaszenarien mit Standortdaten kombiniert, um zu zeigen, wie sich unsere Wälder in Zukunft verändern könnten.
Die Ergebnisse zeigen:
🌱 Viele Waldstandorte werden trockener.
🌱 Waldzonen verschieben sich in höhere Lagen.
🌱 Die Baumarten der Zukunft werden nicht überall dieselben sein wie heute.
Die Projekte machen sichtbar, was oft unsichtbar bleibt: Böden und Wasserhaushalt sind entscheidende Grundlagen für gesunde und klimaresiliente Wälder. 🌳
Folien zu den Vorträgen:
https://www.bfw.gv.at/veranstaltung/innsbrucker-hofburggespraech-abfluss-in-einzugsgebieten/
13/07/2026
Klein, scheu und fast unsichtbar – kennt ihr den Baumschläfer?
Hoch oben in den Baumkronen unserer Wälder lebt ein echter Geheimtipp der heimischen Tierwelt: der Baumschläfer (Dryomys nitedula). Der geschickte Kletterer verbringt den Tag gut versteckt in Baumhöhlen oder verlassenen Vogelnestern und wird erst nach Einbruch der Dunkelheit aktiv.
Damit der Baumschläfer auch künftig einen Lebensraum findet, braucht er naturnahe, strukturreiche Wälder mit dichtem Unterholz, alten Bäumen und natürlichen Baumhöhlen. Jeder erhaltene Lebensraum trägt dazu bei, diese seltene Art zu schützen.
Welche weiteren faszinierenden Arten unsere Wälder bewohnen und warum sie für ein funktionierendes Ökosystem so wichtig sind, erfahrt ihr im Waldartenatlas.
Gleich bestellen unter: https://shop.bfw.ac.at
Foto: Kazimieras Martinaitis, ccby4.0
10/07/2026
🌳 Heiß her ging es diesen Juni nicht nur wettertechnisch, sondern auch auf unserer ICP Forests-/LTER-Langzeitversuchsfläche in Klausen-Leopoldsdorf.
Im Rahmen von zwei Exkursionen gaben Forschende des BFW (Institut für Waldökologie & Boden) spannende Einblicke in die Arbeit auf der Monitoringfläche.
Auf Anfrage einer südkoreanischen Delegation, die selbst eine Versuchsfläche in einem Arboretum betreut, ging es bei sommerlichen Temperaturen in den Buchenwald. Trotz 33 °C im Bestand – und damit immerhin rund 3 °C kühler als im Umland – wurde die technisch hochausgestattete Fläche besichtigt. Da die Kolleg:innen in Südkorea ähnliche Messgrößen untersuchen, ergab sich ein besonders spannender fachlicher Austausch.
Bereits Anfang Juni besuchten Studierende der BOKU University die Versuchsfläche im Rahmen der Lehrveranstaltung „Soil microbiology“. Dabei konnten sie zahlreiche Messmethoden direkt vor Ort kennenlernen. Besonders gefreut haben wir uns über die vielen interessierten Fragen und die lebhaften Diskussionen – sowohl mit den Studierenden als auch mit der Delegation.
Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten für den gelungenen Austausch! 🌿
09/07/2026
🌲🌧️ Risiken von Wildbächen in Euro berechnen
Wenn wir an Wildbäche denken, denken wir meist an Wasser, Geröll und Naturgewalten. Doch eine spannende Frage lautet: Welche Schäden können entstehen – und was bedeuten sie für Gemeinden und Menschen vor Ort?
Genau damit beschäftigt sich ein aktueller Ansatz des BFW. Statt nur die Gefahr zu betrachten, wird das Risiko in Euro berechnet.
Warum? Ganz einfach: Konkrete Zahlen zu Kosten machen Auswirkungen greifbar.
🌦️ Mit dem Klimawandel werden Starkregenereignisse häufiger und intensiver. Dadurch können Wildbäche künftig mehr Material transportieren, neue Bereiche erreichen und bestehende Schutzbauten stärker belasten.
Die Methode fragt deshalb:
✅ Welche Flächen könnten betroffen sein?
✅ Welche Werte befinden sich dort?
✅ Wie wahrscheinlich ist ein Ereignis?
✅ Wie hoch wären die Schäden?
Das Ergebnis ist das Risikopotenzial in Euro/ Jahr. Dadurch wird verständlich, wo Schutzmaßnahmen besonders wichtig sind und welchen Nutzen Investitionen in Maßnahmen wie Schutzwaldpflege oder die Erhaltung und Verbesserung von, Schutzbauwerken haben können.
💡 Besonders spannend: Die Berechnungen zeigen auch, dass der Klimawandel nicht überall die gleichen Auswirkungen hat. Topografie, Schutzbauwerke, Waldzustand und Landnutzung machen einen großen Unterschied. Für konkrete Maßnahmen braucht es daher lokale Lösungen statt allgemeiner Antworten.
Meine wichtigste Erkenntnis: Risiken in Euro zu bewerten schafft Bewusstsein. Denn ob Gemeinde, Grundeigentümer oder Bevölkerung – jeder versteht, was auf dem Spiel steht, wenn mögliche Schäden als konkrete Kosten sichtbar werden.
08/07/2026
🌳☀️ Premiere für den ersten BFW-Familiennachmittag!
Zum ersten Mal öffnete das BFW seine Türen für Familien und Freund:innen unserer Mitarbeiter:innen. Unter dem Motto „Bring your family – oder, wenn sie nicht in Wien ist: bring your bestie!“ verbrachten wir gemeinsam einen entspannten Sommernachmittag voller Natur, Wissenschaft und guter Stimmung.
Auf dem Programm standen:
🌱 Boden-Forschstation
🌲 Führung durch das BFW
💃 Zumba
🎨 Kinderschminken
Und weil der Sommer es gut mit uns meinte, gab's zur Abkühlung natürlich auch Wassereis für Groß und Klein sowie Snacks zur Stärkung. 🍦
Ein großes DANKE an alle, die diesen Nachmittag möglich gemacht haben! 💚