Institut für Geschichte

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Das Institut für Geschichte vereint Fachleute vieler verschiedener Teilgebiete der Geschichtswissen

16/06/2026

Sämtliche Bände des Wiener Totenbeschauprotokolls sind nun im Wiener Archivinformationssystem (WAIS) verfügbar. Insgesamt wurden 418.327 Digitalisate und 1079 Bände neu online gestellt. Damit ist eine zentrale Quelle für personengeschichtliche Forschung in Wien jederzeit einsehbar!

Alle in Wien verstorbenen Personen wurden von einem Totenbeschauer untersucht. Danach fasste der Totenbeschreiber den Namen, die Todesursache und weitere Daten auf einem Totenzettel zusammen. Dieser war notwendig, um die verstorbene Person beerdigen zu können. Die Angaben auf dem Totenzettel kamen auch in ein Buch, das sogenannte Totenbeschauprotokoll, das von 1648 bis 1920 erhalten ist.

Die Einträge in den Büchern sind chronologisch nach Jahren geordnet, später auch innerhalb des Jahres nach Buchstabengruppen oder alphabetisch. Jeder Eintrag umfasst den Namen der verstorbenen Person, den Beruf, das Alter und den Wohnort, die Todesursache und später auch weitere wichtige biografische Angaben wie Geburtsort, Religion und den Friedhof, auf dem die Beerdigung stattfand. Diese biografischen Informationen sind unersetzlich für wissenschaftliche und genealogische Forschung zu Personen in Wien.

Mehr dazu: https://wais.wien.gv.at/document/82b8e269-3f65-4cf3-bdbe-3b9ec51f60fc

Ankündigungen 15/06/2026

Buchpräsentation - Europa Erlesen Marchfeld, hg. von Anton Tantner

Bezirksmuseum Wieden
Klagbaumgasse 4, 1040 Wien
Mi, 24.6.2026, 19:00

Von der Wieden ins Marchfeld: Rechtzeitig vor dem Hochsommer lädt Anton Tantner zu einer Reise in eine oft verschmähte Region ein. Bereits dem mittelalterlichen Chronisten Thomas Ebendorfer galt das Marchfeld als "edler und reichster Teil Österreichs", später wurde es von Ingeborg Bachmann als "große Landschaft bei Wien" besungen. Die bei Wieser in der Reihe "Europa Erlesen" erschienene Anthologie versammelt verblüffende Texte aus neun Jahrhunderten und macht Lust darauf, die unterschätzte Ebene zwischen Wien und Bratislava umgehend zu bereisen. Nota Bene: Auch Theodor W. Adorno war ein Marchfeldautor! Durch den Abend führt Museumsleiter Philipp Maurer.

Special Guest: Andreas Kloner liest die Mundartfassung der 1822 erstmals gedruckten "schtolzi Fear'n"!
https://www.bezirksmuseum.at/de/veranstaltung/europa-erlesen-das-marchfeld/

***
Aktuelle Ankündigungen unter: http://tantner.net/ankuendigungen.html

Ankündigungen Spaziergang, organisiert von der VHS Mariahilf, Neubau, Josefstadt Treffpunkt: vor der VHS am Sophienpark, Neubaugürtel 8, 1070 Wien Mo, 15.6.2026, 17:00-20:00 (verschoben vom ursprünglich für den 12.6. vorgesehenen Termin) Eintritt 23 Euro, mit Science Card 50% ermäßigt

11/06/2026

GaM - 17. Juni 2026, 18.30–20.00 Uhr - PRÄSENZVERANSTALTUNG

Institut für Geschichte, Universität Wien, Universitätsring 1, 1010 Wien, Hörsaal 30
Jour fixe des Instituts für die Erforschung der Frühen Neuzeit in Kooperation mit Geschichte am Mittwoch

Neža Lukančič (Ljubljana): Between Protocol and Prestige: Charles VI’s Hereditary Homage in Ljubljana and Inner Austrian Cities (1728)

Moderation: Nelly Eisenreich

Abstract:
The hereditary homage (Erbhuldigung) to Emperor Charles VI was a central political and ceremonial event in Inner Austrian lands in 1728. Held in Graz, Klagenfurt, Ljubljana, Gorizia, Trieste, and Rijeka, it marked the formal inauguration of the ruler as provincial prince and functioned as a codified ritual of loyalty and public representation. By the early eighteenth century, this originally legal act had developed into a Baroque ceremony relying on ritual practices, urban settings, and visual forms.
This lecture examines the 1728 hereditary homage from a comparative, urban-centred perspective. Focusing on Ljubljana within a broader Inner Austrian framework, it analyses how various actors (the emperor, the estates, the city) were presented and negotiated across different urban contexts. The study draws on ceremonial protocols, archival correspondence, and contemporary descriptions by Johann Adam von Heintz and Karl Seyfrid Perizhoff, alongside visual material such as Franz Ignaz Flurer’s sketches and prints.
Particular attention is paid to tensions between imperial instructions limiting lavish display and local representational ambitions expressed through processional routes, ephemeral architecture, interior decoration, and post-festum commemorative media. By comparing several cities, the lecture demonstrates how hereditary homage functioned as symbolic communication shaped by both central authority and local conditions.

Zur Vortragenden:
Neža Lukančič is a historian and art historian working as a research assistant at the Faculty of Arts, University of Ljubljana, and the National Museum of Slovenia. Her research focuses on early modern visual culture, with particular attention to Baroque architecture and use of urban space in Ljubljana. She is currently working on a PhD on the Inner Austrian hereditary homage to Charles VI (1728).

05/06/2026

GaM - Institut für Geschichte, Universität Wien- Hörsaal 30
Universitätsring 1
1010 Wien
10. Juni 2026

Eva Berger (Wien): Gartenkultur, Gartenkunst und Gartengeschichte in Wien vom 16. bis zum 20. Jahrhundert
PRÄSENZVERANSTALTUNG

Abstract:
Anhand einiger Charakteristika der zahlreichen historischen Gärten in Wien werden die wichtigsten Entwicklungslinien der Gartenkunst von der Renaissance bis um 1930 nachgezeichnet. Der noch erhaltene Reichtum an historischen Gärten und die heutigen Probleme mit dem historischen Grün in der Großstadt werden vorgestellt. Als wichtige Beiträge zur Wiener Kunst- und Kulturgeschichte zählen sie zum kulturellen Erbe und verdienen daher verstärkte öffentliche Beachtung. Beginnend mit der einst bedeutendsten Renaissanceanlage nördlich der Alpen, den Gärten des kaiserlichen Neugebäudes, die die neuartigen Formen der in Italien entwickelten Gartenkunst aufwiesen, fortsetzend mit den hochbarocken Gärten des Unteren und Oberen Schlosses (Belvedere) des Prinzen Eugen von Savoyen, in denen die in Frankreich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts sich entfaltenden Formen des sogenannten klassischen französischen Gartens gepflegt wurden, zeigen die Gärten des kaiserlichen Sommerschlosses Schönbrunn die Fortsetzung des regelmäßigen französischen Gartenstils in spätbarocker und frühklassizistischer Art und Weise. Ab 1765 findet der in England entwickelte Landschaftsgartenstil im Neuwaldegger Park seinen frühen kontinentaleuropäischen Niederschlag. Mit den um 1820 entstandenen kaiserlichen Anlagen des Volksgartens sowie des Burggartens und den Erweiterungen beider Gärten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen wichtige authentische Zeugnisse der Gartenkunst des 19. Jahrhunderts vor. Als erste von der Stadt Wien um 1860 errichtete größere Parks sind der Stadtpark und der Kinderpark ebenfalls strukturell gut erhalten. Um und nach 1900 wurden wiederum architektonisch-regelmäßige Freiflächen im Villen- und Einfamilienhaus und ebenso in den Volkswohnungsbauten der Zwischenkriegszeit geplant.


Zur Vortragenden:
Ao. Univ.-Prof. i. R. Dr. Eva Berger, geb. 1955 in Wien. Studium der Kunstgeschichte und Geschichte in Wien und Hamburg, seit 1984 bis 2021 an der Technischen Universität Wien am Forschungsbereich Landschaftsarchitektur tätig, Habilitation 2001. Forschungsschwerpunkte: österreichische Gartenkunst und Gartenkultur; zahlreiche Veröffentlichungen.

Photos from Universität Wien's post 29/05/2026
Talking Heads 29/05/2026

Interview mit Dorothea Nolde vom Institut für Geschichte

Im Blog der Fakultätsgruppe Öffentlichkeitsarbeit der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien „Talking Heads: Kulturgeschichte im Gespräch" ist ein neuer Beitrag erschienen:

Das Interview mit Dorothea Nolde vom Institut für Geschichte finden Sie hier:

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22/05/2026

Simone de Beauvoir

Heute vor 40 Jahren verstarb eine der einflussreichsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts: Simone de Beauvoir.

Mit ihrem Werk „Das andere Geschlecht“ (1949) veränderte sie den Blick auf Frauen grundlegend. Ihr berühmter Satz – „Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht“ – wurde zum Ausgangspunkt moderner feministischer Theorie und prägt Debatten bis heute.

Doch de Beauvoir war mehr als nur Autorin: Sie war eine politische Stimme. Sie stellte sich gegen den französischen Kolonialismus, unterstützte die Unabhängigkeit Algeriens und engagierte sich aktiv in der Frauenbewegung der 1970er Jahre. Ihr zentrales Anliegen: Frauen sollen ihr Leben selbstbestimmt führen – unabhängig, frei und wirtschaftlich eigenständig.

Simone de Beauvoir hat nicht nur beschrieben, wie Ungleichheit entsteht – sie hat Generationen dazu inspiriert, sie zu überwinden.

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