30/09/2026
Meret Caderas: Fest der Referenzen
Das Mittelalter wurde lange überwiegend als rückständig, dunkel oder frauenfeindlich abgewertet. Im Unterschied dazu rezipiert das Phänomen des emanzipatorischen Mediävalismus die Zeit positiv als voraufklärerisch, vorkapitalistisch sowie im Gegensatz zu heute solidarischer. In der zeitgenössischen Kunst zeigt sich dies in vielfältigen Mittelalterreferenzen.
Die wissenschaftliche Abschlussarbeit von Meret Caderas untersucht Monster Chetwynds Ausstellung „The Trompe l’oeil Cleavage“ im Kunsthaus Zürich vor diesem Hintergrund und kontextualisiert sie im Referenzialismus. Die Zusammenführung des emanzipatorischen Mediävalismus mit der Künstlerin verdeutlicht, dass im Zentrum des Phänomens nicht das Mittelalter steht, sondern eine Gegenwartskritik, und trägt damit zu einem Geschichtsverständnis bei, das die Vergangenheit nicht als abgeschlossen ansieht, sondern als Ausdruck der Zeit und Perspektive, aus der auf sie geblickt wird.
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Video: Kilian Immervoll () & Anna Sophia Rußmann ()
Interview: Jonathan Hörnig
Ausstellungsansichten: Kunsthaus Zürich, 2025 © Monster Chetwynd, Foto: © Franca Candrian, Kunsthaus Zürich