24/09/2026
Vom 15. bis 17. September fand in Wien die FEBS3+ Konferenz (Federation of European Biochemical Societies, ein europäischer Dachverband für biochemische und molekularbiologische Fachgesellschaften) und die Jahrestagung der ÖGMBT statt. Unsere Doktorandin Sigrid Ihninger vom Josef Ressel Zentrum für Innovative Bioverfügbarkeitsforschung (University of Applied Sciences Upper Austria, Campus Wels) präsentierte dort ihre aktuellen Forschungsergebnisse.
In ihrem Poster mit dem Titel „Characterization and comparison of Caco-2, HT29-MTX-E12 monocultures and co-culture with a particular focus on two different differentiation protocols“ untersuchte sie, wie sich verschiedene Zellkulturmodelle und Differenzierungsprotokolle auf die Simulation der Darmbarriere auswirken. Aktuelle In-vitro-Modelle berücksichtigen oft nicht die komplexen Wechselwirkungen unterschiedlicher Zelltypen, die für die Nährstoffaufnahme entscheidend sind. Sigrid Ihninger verglich dabei eine kurze (3-tägige) und eine lange (21-tägige) Differenzierung von Caco-2- und HT29-MTX-E12-Zellen – sowohl in Monokultur als auch in Co-Kultur.
Die Ergebnisse zeigten, dass eine kurze Differenzierung bei HT29-MTX-E12-Zellen zu einer unvollständigen Entwicklung führt, insbesondere bei der Schleimproduktion und der Barrierefunktion. Während Caco-2-Zellen in beiden Protokollen ähnliche Ergebnisse lieferten, erwies sich die Co-Kultur mit langer Differenzierung als besonders vielversprechend: Sie bildete eine realistischere Schleimschicht aus und wies eine stabilere Barrierefunktion auf. Diese Erkenntnisse sind von großer Bedeutung, da sie die Grundlage für präzisere In-vitro-Modelle zur Untersuchung von Nährstoffaufnahme und Arzneimitteltransport verbessern können.