18/02/2023
Trotz ihrer jahrtausendealten Geschichte und Bedeutung innerhalb der Mathematik spielt die Geometrie in den heutigen Schulbüchern nur eine untergeordnete Rolle. Laut Mlodinow ist „der in der Schule übliche Einstieg in die Geometrie dazu angetan, das Hirn eines jungen Menschen in Stein zu verwandeln“ (Mlodinow 2002, S. 14).
Montessori erkannte, dass Kinder von den geometrischen Aspekten ihrer Umgebung angezogen werden und dass geometrische Formen und Muster Teil der Lebensumwelt des Kindes sind, sei es nun in Architektur, Kunst oder in der Natur selbst (vgl. Montessori 2012, S. 17f). Anknüpfend an diese Erkenntnisse entwickelte sie ihr Geometriematerial.
Beim Kurswochenende lernten die Teilnehmer:innen anhand von Beispielen kennen, wie man mit den Kinderhaus-Materialien in der Grundschule weiterarbeiten kann und tauchten mit einer gestützten Erzählung in die Geschichte der Geometrie ein. Außerdem beschäftigten sie sich mit Begriffen, Definitionen und Lehrsätzen, lernten, wie man mithilfe der Geometrie Flächen- und Volumsberechnungen durchführt, Quadrieren und Wurzelziehen kann und noch vieles mehr. Durch diese Herangehensweise wurde ihnen bewusst, dass Geometrie und Arithmetik eng miteinander verknüpft sind. Denn „Arithmetisierung präzisiert, systematisiert und formalisiert das geometrische Denken; Geometrisierung mobilisiert, modelliert und ästhetisiert das arithmetische Denken“ (Winter 2003, zitiert nach Werge 2014, S. 4).
Galileo Galilei geht, in diesem ihm zugesprochenen Zitat, sogar so weit, zu behaupten:
„Wer die Geometrie begreift, vermag in dieser Welt alles zu verstehen.“
Quellen:
Mlodinow, Leonard (2002): Das Fenster zum Universum. Eine kleine Geschichte der Geometrie. Frankfurt am Main: Campus Verlag
Montessori, Maria (2012): Psychogeometrie. Freiburg: Herder
Werge, Christian (2014): Geometrie – Quelle der Neugier und des Lernens. In: Duden Institute für Lerntherapie (2014): Newsletter 2014/1. Geometrie und Rechnen lernen gehören zusammen. Berlin