04/01/2023
Und es geht doch...
Die geneigten Lesenden kennen sie bestimmt, die Bilder, die man selbst im Kopf hatte, wie die Zeit mit den Kindern sein wird, ja, wie man selbst das Eltern sein gestalten wird - und zwar BEVOR man das kleine Schätzchen zum ersten Mal im Arm hält. Und dann kommen unsere Kinder und zerstören unser Ideal mit der Effizienz eines Elefanten im Porzellanladen. Ein bisschen geht das wohl allen Eltern so. Mit Spezialfeatures wie AD(H)S, ASS oder Erkrankungen gibt es dafür dann noch Superpower.
Für mich waren Spielenachmittage, bei denen die ganz Familie um den Tisch sitzt, so ein Idealbild. ICH habe ganz viele schöne Erinnerungen an Stunden im elterlichen Wohnzimmer mit allen die gerade da waren.
Tja, was soll ich sagen, die meisten ahnen es schon: Irgendwann hatte ich keine Lust mehr auf fliegende Spielfiguren, zerstörte Spielpläne, stampfende Füße, knallende Türen usw.
Wenn wir denn Mal gespielt haben, war es meist ein wahnsinnig Energie raubendes Balancieren, immer an der Klippe. Das eine oder andere Auge bei Kind A zudrücken, den Gerechtigkeitssinn von Kind B besänftigen, die eigenen Nerven beruhigen ,...
Tja, mein Idealbild von harmonischem, liebevollen Spiel war eben auch genau das: MEINE Illusion.
Genau so, wie es bei anderen vielleicht, das harmonische Familienessen, das perfekte Familienfoto, oder der Radausflug, etc. ist.
Wir setzen uns damit allerdings selbst unter Druck. Und das neugierige Schielen nach links und rechts um sich mit den anderen zu vergleichen, macht es noch schlimmer.
Es tut weh, aber es macht uns die Zeit mit unseren Kindern leichter, die Traumvorstellungen los zu lassen.
Und eines Tages, geht es dann vielleicht doch. 😺
Seit einiger Zeit klappt es immer öfter. Wir spielen mehrere Partien eines Spieles, oder mehrere Spiele hintereinander DURCH (meistens 😁)! Und es ist für jeden OK zu verlieren (meistens 🫣)! Und es werden wirklich nette Spielstunden (immer mehr 😉 )!
Und weil der Weg lange war, darf ich mich jetzt umso mehr freuen.