02/06/2020
Umlernen, verändern … anderes Material, andere (Pisten-)Bedingungen, ein neuer, besserer Fahr- oder Sprung-Stil. Was im Leistungssport nach einer Phase des Bewusstwerdens intensiv und konsequent angegangen wird, jeder will ja schließlich ganz oben stehen, dem wird im täglichen Leben sehr oft mit Widerstand und Skepsis begegnet. Besonders dann, wenn Veränderungen als quasi "von oben" beschlossen empfunden werden, pendelt sich die Einstellung von Mitarbeiter*innen nicht selten auf "nicht mit mir" ein. Neue Systeme, Programme, Arbeitsmittel werden vehement abgelehnt und boykottiert, weil der Umgang damit erst einmal erlernt werden muss. Stell' dir vor, wie mühsam es ist z. B. beim Skitourengehen eine bereits vorhandene, aber grottenschlechte, uneffektive Spur (soll heute ja durchaus vorkommen ;-) ) auf deinen Hausberg zu verlassen, um im tiefen Schnee eine neue, bessere Spur anzulegen. Du musst diese neue Spur sehr oft, immer wieder konsequent gehen, bis sie eingetreten und gut verfestigt ist. Dann aber wirst du merken, wie angenehm, wie mühelos und leicht es sich anfühlt in dieser neuen Spur, wie angenehm anders sie ist. Beginnen wir doch ganz bewusst, vor dem Hintergrund unserer aller Erfahrungen vor und während des Lockdown überzeugt diese neuen Spuren in unseren Gehirnen anzulegen. So wie "Mr. Skisprung" es in dieser Kolumne anregt, "Achtsamkeit, Rücksichtnahme, Dankbarkeit für einfache Dinge, einen respektvolleren Umgang mit Natur und Menschen, gestiegene Loyalität zwischen den Generationen ...
Mitten im wirtschaftlichen Desaster freuen wir uns aktuell über zurückkehrende Freiheitsgrade. Dürfen wir sogar auf positive Transfereffekte aus den gemachten Shut-Down-Erfahrungen hoffen?