21/09/2026
Was heißt eigentlich „EBQ-zertifiziert"? Und wie sind wir da hingekommen?
Der ehrlichste Moment im ganzen Prozess kam ziemlich am Anfang. Wir hatten das Handbuch mit den Qualitätskriterien vor uns liegen und sind es Punkt für Punkt durchgegangen. Vieles war klar erfüllt. Aber bei einigen Punkten mussten wir zugeben: Ja, das leben wir – nur steht es nirgends. Genau diese Lücken wurden dann unsere Arbeitsliste.
Kurz zur Einordnung: Das EBQ-Siegel bestätigt, dass unsere Ausbildungen anerkannten Standards der Erwachsenenbildung entsprechen. Geprüft wird das vom IBE, dem Institut für Berufs- und Erwachsenenbildungsforschung an der JKU Linz, im Auftrag des EB Forum OÖ und des Landes OÖ. Also von außen, nicht von uns selbst. Gerade im Gesundheitsbereich finden wir das wichtig: Wie gut jemand ausgebildet wurde, entscheidet später mit, wie sicher diese Person am Menschen arbeitet.
Dann kam der aufwendigste Teil – alles in eine Form bringen, die ein Außenstehender nachvollziehen kann. Leitbild und Qualitätsziele, Organigramm, Curricula und Lernziele, Qualifikationsnachweise aller Vortragenden, AGB, Evaluierungsprozesse, Zertifikatsvorlagen, die Beschreibung unserer Online-Lernumgebung. Vieles existierte in Teilen. Sortiert war es nicht.
Der Schritt, der uns überrascht hat, war die Abstimmung im Team. Gemeinsam mit Iris und dem Team haben wir durchgesprochen, wie unsere Abläufe wirklich aussehen: von der Anmeldung über die Betreuung bis zum Zertifikat. Das hat uns intern mehr gebracht als erwartet, weil dabei einiges klarer geworden ist, was vorher nur im Kopf einzelner existiert hat.
Zum Schluss das Audit: Unterlagen prüfen, Gespräche mit Leitung und Team, und die Frage, ob das Papier auch der Praxis entspricht. Nach positivem Abschluss wurde uns das Siegel verliehen. Es gilt drei Jahre, dann folgt die Rezertifizierung.
Unser Fazit: Der Aufwand hat sich weniger wegen des Siegels gelohnt, sondern wegen dem, was wir auf dem Weg dorthin über uns selbst gelernt haben.