Quo vadis Schule Innsbruck

Quo vadis Schule Innsbruck

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28/10/2024

Zeit für einen WANDEL im Bildungsbereich!!!

Hätten die Regierungen der letzten 20 Jahre vorausschauender agiert und nicht andauernd die Arbeits- und Rahmenbedingungen im Bildungsbereich verschlechtert, so hätten wir aktuell keinen Mangel an Pädagoginnen und Pädagogen in diesem Bereich.
So aber "pfeifen viele aus dem letzten Loch" und kehren diesem schönen Beruf den Rücken oder reduzieren ihre Arbeitszeit, andere wiederum entscheiden sich gar nicht mehr für diese Berufung.

Ein Dilemma für unsere Kinder und Jugendlichen!

Und was wird die neue Regierung tun?
Man kann nur hoffen, dass sie im Bildungsbereich endlich vorausschauender denkt und handelt und endlich die Weichen für einen Wandel einschlägt.

Von heute auf morgen wird es nicht besser werden. Aber man kann morgen gleich Schritte setzen, damit wir eine gute Bildungszukunft in unserem Land einläuten und damit allen Beteiligten ein klares Signal geben, dass uns Bildung wichtig ist. Dies motiviert!

Wir haben in unserem Land jede Menge ausgezeichneter BildungsexpertInnen, Direktoren und Direktorinnen, LehrerInnen, zivilgesellschaftliche Initiativen, Menschen in den Bildungsdirektionen..., die einen solchen Wandel gestalten können.

Habt Mut!

Mein Vorschlag: Eine gemeinsame inklusive Bildung könnte der Ausweg aus diesem Dilemma sein und dem ganzen Staat guttun!

27/10/2024

Jeder gegen jeden?!

Die Vorsitzende der Österreichischen Professorenunion (ÖPU) Eva Teimel wettert gegen SchülerInnen und Eltern

Entgegen meiner Vorstellung, dass eine Schule nur dann gut funktionieren kann, wenn alle Beteiligten mit Respekt und Achtsamkeit behandelt werden, wettert Eva Teimel in ihrer Kolumne „Das Wort aus dem Konferenzzimmer“ immer wieder gegen SchülerInnen und Eltern. In der März-Ausgabe der Zeitschrift „ÖPU 4 you“, die an alle Lehre:innen ergeht, gibt sie z.B. wieder, wie das so im Konferenzzimmer ihrer Schule abläuft:

„Zeit für Klatsch und Tratsch bleibt immer: „Hast du schon gehört, der Maxi, der Obezahrer aus der 7A, ist jetzt mit der urfleißigen Lena aus der 6B zusammen!“ Wichtig ist das Konferenzzimmer auch als Ort der kollegialen Beratung und der Supervision, die eigentlich der Dienstgeber zur Verfügung stellen sollte. Wo sonst kann man mit Leuten so einfach über die Sorgen und Probleme reden (und das völlig zeitnah), die einen oft unmittelbar nach den Unterrichtsstunden und darüber hinaus beschäftigen? Und geteiltes Leid (z. B. mit den nervigen Eltern von Kevin) ist halbes Leid. Ich selbst freue mich jeden Tag, das Konferenzzimmer zu betreten.“

Fragen:

Welche Grundhaltung wird dabei deutlich, wenn Schüler:innen in die Kategorien („Obezahrer“ und „Urfleißige“) eingeteilt werden?

Welches Geschlechtsbild wird damit vermittelt (Jungs = faul; Mädchen = fleißig) und welche Stereotypen (Kevin = nervige Eltern)?

Welches Bild eines Konferenzzimmers breitet sich da den Leser:innen aus, wenn da von ein Lehrer:innenzimmer geschrieben wird, in dem Klatsch und Tratsch über Schüler:innen vorherrschen und in dem man häufig über Eltern lästert?

Und: Wie sicher kann man da sein, dass man nicht selbst Gegenstand einer solchen "Klatsch-und-Tratsch-Gruppe" ist?

Und vor allem: Welche Art von Schule, welche Art von Bildung können sich Schüler:innen und Eltern von solchen Lehrer:innen erwarten, die im Konferenzzimmer jeglichen Respekt verlieren und über sie herziehen?

Wollen Sie als Lehrer:in eine solche Gruppe (ÖPU/FCG) sogar noch bei den Personal- und Gewerkschaftswahlen am 27. und 28.11.2024 unterstützen?

26/10/2024

GEMEINSAME INKLUSIVE BILDUNG
ALS MOTOR
FÜR EINE GUTE BILDUNGZUKUNFT UNSERES LANDES
UND
UM DEN PERSONALMANGEL ZU BEHEBEN

Da eine gemeinsame inklusive Bildung als Voraussetzung kleinere Klassen, ein multiprofessionelles Team an Schulen, mehr Kooperation... voraussetzt und sinnstiftender ist, könnte dieser Weg geradezu der Ausweg aus unserem derzeitigen Bildungsdilemma sein und die mannigfachen Baustellen beheben.

23/10/2024

Lehrer:innengewerkschaftsfraktionen fordern in vielen Bereichen zwar dasselbe, aber seit Jahren geschieht kaum etwas! Warum wohl? Finde die Antwort!

20/10/2024

Liebe Gymnasiallehrer:innen!

Entgegen den Angstmachenden Kräften in unserem Land bin ich als Gymnasiallehrer für eine gemeinsame inklusive Schule. Auch wir profitieren davon: z.B. durch weniger SchülerInnen pro Klasse und, und, und...

Hier 25 ausgewählte Gründe, warum ich unter anderem für eine gemeinsame Schule bin!
1. Herausforderungen: Wir stehen vor großen Herausforderungen, die wir nur gemeinsam angehen und lösen können. Dazu braucht es auch eine neue Art des Bildungswesens: Gemeinsam und inklusiv, denn nur wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen, werden wir das schaffen!
2. Zusammenleben: Kinder werden viel zu früh „(aus)sortiert“ und voneinander getrennt. Dieses Bilden von Gruppen, die kaum mehr Berührungspunkte haben und einander fremd sind, ist eine riesige Gefahr für ein friedliches Zusammenleben. Miteinander und voneinander lernen, individuelle Stärken und Interessen nutzen und einbringen dürfen, einfühlsam miteinander umgehen, all das ist Basis für individuelle Potenzialentfaltung ALLER und das Aufblühen unserer Gesellschaft.
3. Gemeinsame Erfahrungen: Soziale Durchmischung und Vielfalt in allen Bildungseinrichtungen. Sie sind wichtig, um gemeinsame, verbindende Erfahrungen zu machen. Dies gilt für Kinder und Jugendliche jeden Alters. Wir brauchen daher gemeinsame Kindergärten, gemeinsame Volksschulen und gemeinsame Schulen für die 10- bis 15-Jährigen, in denen alle Kinder - unabhängig von ihrem sozialen Status, ihrer Herkunft, ihren Noten und ihren Fertigkeiten - miteinander und voneinander lernen dürfen und gefordert und gefördert werden.
4. PISA: Die recht durchschnittlichen Ergebnisse unserer SchülerInnen bei den PISA-Testungen gehen auch auf unser zweigliedriges Schulsystem zurück. Eine Umstellung auf eine gemeinsame Schule würde zwar per se und allein kein besseres Abschneiden garantieren, aber, bei einer gemeinsamen Schule mit individualisierten Ansätzen schon.
5. Stärkung der ländlichen Region: Durch eine gemeinsame Schule würde der Run und die Entwurzelung von Kindern aus ländlichen Regionen, die in die Ballungszentren pendeln, um ein Gymnasium zu besuchen, obsolet werden, da es dann keinen Grund mehr dafür gäbe. Dies würde auch die ländlichen Regionen und deren Schulen wieder stärken.
6. Der Run auf die Gymnasien und bestimmte Schulen in den Städten mit all seinen negativen Auswirkungen könnte minimiert werden. Voraussetzung ist, dass in allen Schulen gut gearbeitet wird, kein Konkurrenzkampf geführt wird… Und dies setzt voraus, dass alle Lehrer bereits gemeinsam ausgebildet wurden oder aber man hebt mit Beginn einer gemeinsamen Schule die Trennung zwischen derzeitigen im Beruf stehenden MS- und GymnasiallehrerInnen auf.
7. Lehrlings-Facharbeitermangel: Da der Weg eines Schülers/einer Schülerin bereits mit 10 Jahren vorgezeichnet ist, braucht es nicht zu verwundern, dass 97% der UnterstufenschülerInnen in maturaführende Schulen gehen bzw. die Unterstufe eines Gymnasiums der Wegbereiter für ein eine weitere AHS-Karriere und Studium, die Mittelschule für eine BHS-Karriere ist. Die Lehre hungert aus, auch nach der Matura bleibt die Lehre etwas für Exoten. Ein weiteres Problem ergibt sich dadurch, dass nicht jeder Schüler/jede Schülerin dadurch, weil der Weg schon früh vorgegeben ist und vor allem von den Eltern sehr stark beeinflusst wird, die richtige Schulwahl getroffen hat. Dies könnte durch eine spätere Trennung minimiert werden.
8. Rechtlich: Siehe UN-Behindertenkonvention, der sich Österreich verpflichtet hat.
9. Parallelgesellschaften: Die im städtischen Bereich durch unser System entstandenen „Schulen mit besonderen Herausforderungen“ begünstigen die Entstehung von Parallelgesellschaften. Echte Integration kann nur gelingen, wenn echte Teilhabe zugelassen wird, und zwar von beiden Seiten. Dazu braucht es aber heterogene Klassen, in der Kinder aus benachteiligten Familien, Kinder mit Behinderung, Kinder mit Migrationsbiographie… und relativ unbelastete Kinder sitzen. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass die Heterogenität nicht überstrapaziert wird (ca. 30% zu 70%) und die Klassengröße ist wichtig (20er Zahl). Zu beachten ist auch: Folgekosten, die durch Bildungsnachteile entstehen.
10. LehrerInnenmangel: Die derzeitige Situation an manchen Schulen (vor allem Brennpunktschulen) ist nicht gerade dazu angetan, junge Menschen für diesen Job zu begeistern.
11. Schulen mit besonderen Herausforderungen: Diese sind absolut untragbar, sowohl für die SchülerInnen, als auch deren Eltern. Dieses Problem kann aber nur durch eine gemeinsame Schule gelöst werden.
12. Gemeinsam Schule schafft besser ausgebildetes Personal: Da von einer gemeinsamen Schule vor allem die schwächeren SchülerInnen (bei einer guten Mischung in der Klasse) profitieren (die aber nicht auf Kosten der anderen geht), stünden dem Arbeitsmarkt „besseres“ Personal zur Verfügung. Wahrscheinlich auch den BHS bessere SchülerInnen, die immer wieder darüber jammern, dass das Niveau bei ihnen sinke (siehe SchülerInnen, die aus „Schulen mit besonderen Herausforderungen in diesen Schultyp gelangen).
13. Eine gemeinsame Schule schafft Arbeitsplätze: Eine gemeinsame Schule ist zwar teurer (Klassengröße, mehr Personal…), aber sie schafft auch mehr Arbeitsplätze in den Schulen und minimiert eine spätere Arbeitslosigkeit bei den „schwächeren Schülern und Schülerinnen.
14. Armutsbekämpfung: Durch eine gemeinsame Schule erreichen gerade jene Schüler:innen, die derzeit ohne Schulabschluss und ohne Qualifizierung ein zähes Leben in Armut vor sich haben eher einen Abschluss der es ihnen ermöglicht eine Lehre zu absolvieren.
15. Längeres gemeinsames Lernen garantiert, dass Kinder länger Zeit haben ihre spezifischen Begabungen zu finden und weiterzuentwickeln. Dies führt zu vielfältigeren beruflichen Laufbahnen. Fähigkeitenprofil und Werdegang passen dann besser zusammen. Matching at its best!
16. Eine Schulstruktur mit einer zentralen Verwaltung und echter Schulautonomie garantiert, dass die Mittel da ankommen, wo Lernen passiert: In der Schule. Folge: Mehr Mittel für individuelle Fördermaßnahmen und stärkenorientiertes Lernen.
17. Lehrer:innen profitieren von der Expertise des jeweils anderen: Gymnasiale von den pädagogischen Fähigkeiten der MS-Lehrer, MS-Lehrer von der fachlichen Expertise der Gymnasialen (im Übrigen ein "Problem" das mit der Pädagog:innenBildung neu nur mehr eine Frage der Zeit ist). Alle profitieren von der Expertise der Inklusionspädagog:innen im Team.
18. Mittel für Supervision, Unterstützungspersonal, school-nurses, dezentrale und bedarfsorientierte Fortbildungen werden frei.
19. Das Input-Output Verhältnis wird somit besser.
20. Viele internationale Beispiele zeigen, dass das Schreckgespenst "Nivellierung" ein Schreckgespenst ist – und ich glaube nicht an Geister. Im Gegenteil, das Spitzenfeld ist in Ländern mit gut umgesetzter gemeinsamer Schule sogar besser als in Systemen mit äußerer Differenzierung.
21. Schüler:innen haben ihren Bedürfnissen entsprechend Lernzeit zur Verfügung. Der Druck auf Eltern zu unterstützen, bzw. die Nachhilfe zu zahlen sinkt.
22. Das Vorwissen einer heterogenen Gruppe ist größer als das einer homogenen: Und von mehr Basis, kann mehr erarbeitet werden.
23. Ein durchlässigeres Bildungssystem garantiert auf lange Sicht sozialen Frieden und eine funktionierende, zukunftstaugliche Volkswirtschaft, die übrigens durch eine gemeinsame Schule gestärkt werden würde. Das Bruttosozialprodukt könnte somit gesteigert werden.
24. Gemeinsames Lernen schult Leadership-Fähigkeiten.
25. Niemand kennt den Arbeitsmarkt der Zukunft. Egal in welchem Sektor - Kernkompetenzen wie Teamfähigkeit, Umgang mit Diversität, Kreativität, Problemlösestrategien werden in allen Branchen an Bedeutung gewinnen. Individuell Fördernde Systeme schulen diese Skills besser.

16/10/2024

Schulen finden kaum noch Lehrer, das Personal ist überarbeitet und der Unterricht leidet. Welche Reformen braucht es im Bildungssystem? Ein Gespräch mit Bildungsforscher Mario Steiner.

Falter.morgen: Herr Steiner, was müsste man im Bildungssystem sofort umsetzen?

Steiner: Den Ausbau der Ganztagsschulen. Wir haben ein Bildungssystem, indem viel Lernleistung an das private Umfeld ausgelagert wird. Wenn die Eltern dem Kind nicht die nötige Unterstützung geben können, dann hat es das Nachsehen. Daraus folgt soziale Ungleichheit. Diese Ungleichheit spiegelt sich in den österreichischen Bildungsergebnissen wider. Stichwort: Pisa-Studie (Die Ergebnisse in Mathe und Lesen haben sich zuletzt verschlechtert, Anm.).

Derzeit funktioniert der Ausbau der Ganztagsschulen nur in Wien. In ÖVP-geführten Ländern ist die Zahl sogar zurückgegangen. Wie ist das zu erklären?

Steiner: Die Ganztagsschulen decken sich nicht mit dem bildungspolitischen Ansatz der ÖVP. Die Volkspartei setzt auf das private und familiäre Umfeld.

Lehrer beklagen, dass sie zu wenig Zeit für den Unterricht haben, weil sie in den Klassenzimmern so viele andere Aufgaben zu bewältigen haben. Wie kann man das ändern?
Steiner: Es gibt viele soziale Probleme und individuelle Probleme an den Schulen. Die Schule wird mit diesen Herausforderungen belastet und kann nicht damit umgehen, weil das Personal fehlt. Es bräuchte interdisziplinäre Teams: Schulpsychologen, Schulsozialarbeiter und so weiter. Die gibt es derzeit nur vereinzelt. Das hat die Konsequenz, dass die Lehrer sich darum kümmern müssen, auf Kosten der Unterrichtszeit.

Die Neos wollten für Wien einen Schulsozialarbeiter pro Schule. Sie sind seit vier Jahren in der Regierung und wir haben gerade einmal 90 Sozialarbeiter für 450 Pflichtschulen. Können Sie sich das erklären? Fehlt es an Geld?

Steiner: Wir haben ein teures Bildungssystem, aber der Output ist nur durchschnittlich. Von dem vielen Geld, das in die Bildung fließt, kommt nur wenig in den Klassenzimmern an. Wir haben ein Effizienzproblem.

Wie könnte das System effizienter werden?

Steiner: Man muss schon hinterfragen, warum wir neun Bildungsverwaltungen haben. Das ist sicher ein Punkt, an dem man ansetzen sollte. Man sollte nicht schauen, wo man Geld im Bildungssystem sparen kann, man muss es umschichten.
Nehmen wir an, wir verschlanken die Verwaltung und nehmen den Ländern Kompetenzen im Bildungsbereich weg. Wohin sollen diese Kompetenzen wandern? Zu den Schulen oder zentral an den Bund?
Steiner: Die Schulautonomie kann man deutlich erhöhen. Die Schulen sollen über das Budget und das Personal bestimmen können. Das führt zu mehr Motivation an den Schulstandorten, weil der Entscheidungsspielraum steigt, und zu besseren Bildungserfolgen.

Kommen wir zum Unterricht. Welche Reformen bräuchte es hier?

Steiner: Wir haben ein inhaltlich stark standardisiertes Bildungssystem. Die Lerninhalte sind für alle weitgehend gleich. Es braucht aber mehr Individualisierung entsprechend der Stärken und Entwicklungsbereich der Kinder. Das kann so weit gehen, dass die Kinder sich in den Fächern vertiefen und entsprechend unterrichtet werden, in denen sie Talente haben. In anderen Fächern, wo sie Schwierigkeiten haben, sollten sie sich verstärkt auf die Grundkompetenzen konzentrieren. Nicht jedes Kind muss Gleichungen lösen können. Wichtig ist, dass sie die Grundkompetenzen erlernen. Diese sollten aber verbindlich für alle sein: Sinnerfassend lesen, Schreiben und die Grundrechenarten. Daran scheitert aktuell ein Viertel aller 15-Jährigen am Ende der Pflichtschule. Dem muss dringend entgegengewirkt werden, weil die beruflichen Chancen dieser Jugendlichen stark beeinträchtigt sind.

Laut Wahlprogrammen sind alle Parteien mit diesem Vorschlag d'accord.

Steiner: Dann frage ich mich, warum er noch nicht umgesetzt wurde.

Die ÖVP fordert, die Leistungsgruppen wieder einzuführen. Halten Sie das für sinnvoll?

Steiner: Leistungsgruppen sind nicht sinnvoll. Sie führen zu einer noch stärkeren Differenzierung. Die Auftrennung in Mittelschulen und Gymnasium erfolgt bei uns im internationalen Vergleich sehr früh. Dabei sollte das Gegenteil passieren: Die Kinder sollten gemeinsam in der Klasse aber individualisiert unterrichtet werden.

Die Neos fordern eine siebenjährige Volksschule, damit die Kinder nicht so früh getrennt werden. Ein kluges Gegenmodell?

Steiner: Grundsätzlich ist es gut, weil die Kinder länger zusammen bleiben. Aber man müsste auch Konzepte erarbeiten, wie man das umsetzt und festlegen, welche Bildungsziele die Volksschule dann erfüllen soll.

Sowohl die Neos als auch die SPÖ und die Grünen wollen einen Chancenindex einführen. Sogenannte Brennpunktschulen mit besonderen Herausforderungen sollten mehr Mittel bekommen.

Steiner: Ja, das braucht es absolut. Dort, wo die Herausforderungen groß sind, braucht es mehr Unterstützungspersonal. Wenn solche Schulen mehr Finanzierung bekommen, wird das auch Auswirkungen auf die soziale Zusammensetzung haben. Dann ist es für eine Schule attraktiver, Kinder mit Migrationshintergrund aufzunehmen. Das wirkt der sozialen Segregation entgegen.

newsletter.falter.at

14/10/2024
13/10/2024

FRAGE AN ALLE 2163 "Freunde" auf Facebook:
Stellt euch vor, ihr müsstet in 13 Sportarten bei 13 Trainern/Trainerinnen aktiv sein. In jeder Sportart wird euch vermittelt, euch gehörig anzustrengen, damit ihr gute Leistungen vollbringt. Ihr selbst, euren Eltern, den Trainern und Trainerinnen, dem Staat ist das ganz, ganz... wichtig. Das sagen sie auch immer wieder und lassen es euch auch emotional spüren. Ihr müsst dafür nicht nur bei den diversen Sportartstunden euer Bestes geben, sondern auch noch in eurer Freizeit üben, üben, üben...
Frage: Wie würde es euch ergehen?

07/10/2024

Inklusiver Unterricht

Viele von uns können sich einen inklusiven Unterricht nicht vorstellen, da sie einen solche nie kennengelernt haben. Sie fragen sich zurecht, wie das funktionieren soll und stehen einem solchen daher ratlos, wenn nicht skeptisch oder sogar negativ gegenüber. Hier gilt: Selbst ausprobieren!

Voraussetzung

Was es unbedingt für einen inklusiven Unterricht benötigt, ist ein klares Bekenntnis aller an Bildung Beteiligten zu einer inklusiven Schule und ein diesbezügliches Mittragen auf allen Ebenen. Und: Die notwendigen Arbeits- und Rahmenbedingungen sowie eine entsprechende Grundhaltung.

Was ist inklusiver Unterricht?

Inklusiver Unterricht zielt darauf ab, alle Lernenden – unabhängig von ihren individuellen Fähigkeiten, Bedürfnissen oder Einschränkungen – bestmöglich zu fördern. Es gibt verschiedene Lernformen, die diesen Ansatz unterstützen, indem sie Differenzierung, Vielfalt und Barrierefreiheit betonen. Hier sind einige Lernformen, die besonders inklusiv sind.:

1. Kooperatives Lernen

Beschreibung: Lernende arbeiten in heterogenen Gruppen zusammen, um Aufgaben zu lösen oder Inhalte zu erarbeiten. Dabei bringt jeder Lernende seine individuellen Stärken ein.

Inklusionsförderung: Unterschiedliche Fähigkeiten und Perspektiven werden integriert, soziale Kompetenzen gefördert und jeder kann auf seinem individuellen Niveau beitragen.

2. Binnendifferenziertes Lernen

Beschreibung: Der Unterricht wird so gestaltet, dass unterschiedliche Lernniveaus, Interessen und Lernstile berücksichtigt werden. Lernaufgaben werden an die individuellen Bedürfnisse der Lernenden angepasst.

Inklusionsförderung: Jede*r Lernende erhält passende Herausforderungen und Unterstützung, ohne sich über- oder unterfordert zu fühlen. Differenzierte Materialien und Aufgaben kommen allen zugute.

3. Projektbasiertes Lernen

Beschreibung: Lernende arbeiten in Teams an realen Projekten, die mehrere Fächer oder Disziplinen umfassen. Jeder hat die Möglichkeit, auf seine Weise zum Erfolg des Projekts beizutragen.

Inklusionsförderung: Unterschiedliche Fähigkeiten und Talente (z.B. kreative, analytische, praktische) werden in die Projektarbeit eingebunden. Lernende können in ihrem eigenen Tempo arbeiten und auf ihren Stärken aufbauen.

4. Blended Learning

Beschreibung: Kombination von Präsenzunterricht und digitalem Lernen. Lernende können online in ihrem eigenen Tempo arbeiten und den Präsenzunterricht für Vertiefung oder Fragen nutzen.

Inklusionsförderung: Lernende mit unterschiedlichen Bedürfnissen (z.B. Lernschwierigkeiten, körperliche Einschränkungen) haben Zugang zu digitalen Ressourcen, die ihren individuellen Lernstil unterstützen. Außerdem ermöglicht es eine flexible Zeiteinteilung und barrierefreie Zugänge zu Inhalten.

5. Flipped Classroom

Beschreibung: Lernende bereiten sich zu Hause durch Videos oder andere digitale Inhalte auf den Unterricht vor, in dem dann vertieft und praktisch gearbeitet wird.

Inklusionsförderung: Lernende können die Vorbereitungsinhalte in ihrem eigenen Tempo erarbeiten und den Präsenzunterricht für individuelle Unterstützung und Interaktion nutzen. Dies erleichtert es, unterschiedlichen Lernvoraussetzungen gerecht zu werden.

6. Multisensorisches Lernen

Beschreibung: Lerninhalte werden über verschiedene Sinneskanäle vermittelt (Hören, Sehen, Fühlen, etc.), um unterschiedliche Lernstile zu unterstützen.

Inklusionsförderung: Lernende mit unterschiedlichen Lernstilen oder sensorischen Beeinträchtigungen profitieren davon, da Informationen auf mehreren Wegen zugänglich gemacht werden.

7. Assistive Technologien

Beschreibung: Einsatz von Technologien, die Lernenden mit speziellen Bedürfnissen helfen, z.B. Screenreader für sehbehinderte Lernende, Spracherkennungssoftware für Lernende mit motorischen Einschränkungen oder spezielle Apps für Lernende mit kognitiven Schwierigkeiten.

Inklusionsförderung: Diese Technologien machen den Unterricht zugänglicher und ermöglichen es allen Lernenden, an den Inhalten teilzuhaben.

8. Personalisierte Lernumgebungen

Beschreibung: Anpassung von Lehrmethoden und Inhalten an die individuellen Bedürfnisse der Lernenden mithilfe digitaler Plattformen, die personalisiertes Lernen ermöglichen.

Inklusionsförderung: Lernende können ihre Lerninhalte und -methoden selbst steuern, was insbesondere für Schüler*innen mit speziellen Lernbedürfnissen (z.B. ADHS, Lernschwächen) hilfreich ist.

9. Team-Teaching (Kooperatives Unterrichten)

Beschreibung: Zwei oder mehr Lehrkräfte unterrichten gemeinsam, oft in heterogenen Gruppen. Sie können unterschiedliche Lernformen und Methoden anwenden, um den individuellen Bedürfnissen der Schüler*innen gerecht zu werden.

Inklusionsförderung: Durch die Zusammenarbeit mehrerer Lehrkräfte können Lernende besser unterstützt und Inhalte auf verschiedene Arten vermittelt werden, um verschiedenen Bedürfnissen gerecht zu werden.

10. Lernstationen (Stationenlernen)

Beschreibung: Lernende durchlaufen verschiedene Stationen mit unterschiedlichen Aufgaben und Materialien. Jede Station bietet verschiedene Schwierigkeitsgrade und Lernmethoden an.

Inklusionsförderung: Lernende können in ihrem eigenen Tempo arbeiten und auf ihrem jeweiligen Lernniveau an den Stationen teilnehmen, was das Lernen individueller und anpassbarer macht.

11. Peer Learning (Lernen durch Lehren)

Beschreibung: Lernende unterstützen sich gegenseitig beim Lernen, indem sie Inhalte erklären, gemeinsam Aufgaben lösen oder sich gegenseitig Feedback geben.

Inklusionsförderung: Schwächere Lernende profitieren von der Unterstützung durch ihre Mitschüler*innen, während stärkere Lernende durch das Erklären selbst dazulernen.

12. Soziales Lernen

Beschreibung: Lernprozesse werden in einen sozialen Kontext eingebettet, z.B. durch Gruppenarbeiten, Rollenspiele oder Diskussionen. Lernende tauschen Erfahrungen aus und lernen voneinander.

Inklusionsförderung: Fördert soziale Integration und Zusammenarbeit zwischen Lernenden mit unterschiedlichen Hintergründen und Fähigkeiten.

Diese Lernformen tragen dazu bei, Barrieren abzubauen und alle Schülerinnen aktiv in den Lernprozess einzubeziehen. Sie berücksichtigen unterschiedliche Lernvoraussetzungen, fördern die Zusammenarbeit und schaffen ein Umfeld, in dem jeder Lernende auf seinem Niveau unterstützt wird.

Dass dies gelingen kann und jeder/jede davon profitiert, zeigen eine Reihe von Bildungseinrichtungen, die sich schon auf den inklusiven Weg gemacht haben.

gemeinsame Bildung 2.0 03/10/2024

VIELFALT lebt nicht vom Nebeneinander, sondern vom MITEINANDER

Deshalb:

gemeinsame Bildung 2.0 Als Zusammenschluss von interessierten Einzelpersonen, Vereinen, Initiativen und Organisationen in Österreich ist es unser Herzensanliegen eine gemeinsame Schule für unsere Gegenwart und Zukunft zu gestalten.

02/10/2024

Wahlverhalten nach formaler Bildung (FPÖ):
Pflichtschule: 32%
Lehre: 40%
Mittlere Schule: 29%
Matura: 18%
Uni: 15%
Was sagt uns das über unser selektives Bildungssystem (frühe Trennung der Kinder) aus?

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