Trotz Hitze hat sich das Grazer Publikum seine Literaturbegeisterung nicht nehmen lassen 🔥
Lena Gorelik hat aus "Alle meine Mütter" gelesen und mit Tatjana Petzer über diese besondere oft lebenslang komplexe Beziehung zu Müttern gesprochen. Nelio Biedermann hat uns mit seinem Bestseller "Lázár" besucht. Gemeinsam mit Moderatorin Christine Scheucher sind wir tief ins 20. Jahrhundert eingetaucht und haben den Untergang einer ungarischen Adelsfamilie mitverfolgt. Mit Johanna Sebauer, Helga Schubert und Zita Bereuter haben wir uns auf den Bachmannpreis eingestimmt und zum Saisonabschluss gab's ein lateinamerikanisches Meisterwerk. Für seine Übersetzung des Buches "Unten leben" des peruanischen Autors Gustavo Faverón Patriau hat Manfred Gmeiner heuer den Übersetzerpreis der Leipziger Buchmesse bekommen. Beide waren zu Gast im Literaturhaus, moderiert wurde der Abend von Kurt Hahn.
Literaturhaus Graz
Literatur in Bewegung: Lesungen, Gespräche, Diskussionen, Performances und Shows.
Mit Best of Lyrik ging es in den Juni: Yevgeniy Breyger las aus seinem Gedichtband "hallo niemand" und Stefan Schmitzer präsentierte sein Langgedicht "Space Waste", moderiert wurde der Abend von Andreas Unterweger. Radka Denemarková entführte uns mit ihrem Roman "Schokoladenblut' ins 19. Jahrhundert und sprach mit Ilse Amenitsch auch über ihre Zeit als Grazer Stadtschreiberin. Die Reihe Grundbücher widmete sich mit Jan Wilm, Ronald Pohl und Klaus Kastberger Gregor von Rezzoris "Maghrebinischen Geschichten" (1953) und Michael Köhlmeier gewährte in der neuen Reihe Klassiker revisited! dem Publikum Einblick in seine Faszination für die Odyssee.
unterweger
Volles Programm auch in der zweiten Maihälfte: Der Autor Thomas Köck machte uns eine brandaktuelle Gesellschaftsanalyse des deutschen Germanisten Christoph Bartmann zugänglich. Das Buch heißt "Attacke von rechts" und setzt sich mit dem neuen Kampf um die Kultur auseinander. Marlene Streeruwitz präsentierte ihr Buch "Prinzessinnenkunde" und führte im Gespräch mit Manfred Mittermayer vor Augen, dass es gar nicht so erstrebenswert ist, eine Prinzessin sein zu wollen. Der fulminante Abschluss: Ein Abend für Oswald Wiener, an dem enge Freunde und Weggefährtinnen wie František Lesák, Fritz Ostermayer und Daniela Bartens seine heutige Relevanz diskutierten. Und das Grazer Theaterkollektiv Das Planetenparty Prinzip inszenierte eine szenische Lesung eines seiner wichtigsten Texte - PURIM aus der verbesserung von mitteleuropa. Es war ein Fest!
Wir stehen schon in den Startlöchern für den Literaturherbst. Bevor es aber so weit ist, wollen wir noch mal die sommerlichen Veranstaltungen der vergangenen Monate R***e passieren lassen:
Im Mai hat Tomer Gardi aus seinem weltumspannenden Buch "Liefern" gelesen und mit Marlene Gölz über seine Recherche gesprochen. Ingrid Brodnig zeigte anhand ihres Sachbuchs "Feindbild Frau" und im Gespräch mit Barbara Haas wie systematische Einschüchterung im Netz Frauen aus der politischen Öffentlichkeit drängen soll. Die Literaturkritikerin und Autorin Mascha Jacobs führte uns in zwei Poetikvorlesungen in die Kunst des Schreibens ein und Renate Welsh ließ uns mit "Ich fall mir selbst ins Wort" an einem sehr poetischen Zwiegespräch teilhaben. Im Gespräch mit Irene Hetzenauer hat sie
verraten: "Schreiben ist schrecklich. Das Einzige, was noch schrecklicher ist, ist nicht schreiben."🫶
haas
23/06/2026
Heute Abend im Literaturhaus💫
➡️ Johanna Sebauer: Das Gurkerl
➡️ Helga Schubert: Luft zum Leben
„So ein hundsgeschissenes Gurkerl!“ Über unsere heutige Empörungskultur: Sommerzeit in der Stadt. Ein Gurkerlspritzer im Auge eines Redakteurs wird zu einer Kolumne und evoziert schließlich eine öffentliche Debatte. Die Lage eskaliert: Gurkerl werden verboten, Proteste formieren sich, die Redaktion ist gespalten. Mit ihrer Erzählung Das Gurkerl gewann Johanna Sebauer beim Bachmann-Wettbewerb 2024 den 3-sat-Preis sowie den Publikumspreis.
Ob in Ostberlin, Moskau oder Mecklenburg – Helga Schubert erzählt in Luft zum Leben Geschichten von Sehnsucht und Fernweh, von Aufbruch und Abschied, von Diktatur und innerer Freiheit. Lakonisch, präzise und voller Menschlichkeit geht sie dem Leben auf den Grund. Helga Schubert gewann den Bachmann-Preis im Jahr 2020 und hält dieses Jahr bei der Eröffnung der „Tage der deutschsprachigen Literatur“ in Klagenfurt die „Rede zur Literatur“.
Johanna
Zita
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14/06/2026
Kommende Woche volles Programm im Literaturhaus💫
➡️ Mo, 15.6. // 19:00
Michael Köhlmeier über Homers Odyssee
Homers Ilias ist ein Heldenepos. Mehr: Sie ist die Urform dieser Gattung. Die Odyssee ist komplizierter, und das nicht nur im Aufbau. Es gibt Argumente, die nahelegen, sie einen Roman zu nennen. Einen Eheroman vielleicht? Durchaus. Die Vorgeschichte der Odyssee zeichnet vom Protagonisten ein alles andere als positives Bild.
Odysseus will sich vom Krieg, den er anzettelte, drücken, er lässt den kranken Philoktet auf einer Insel aussetzen und am Ende des Krieges befiehlt er, Astyanax, den kleinen Sohn des Hektor, zu töten. Dennoch hat Homer diesen Mann zum Helden seines späten Epos’ gemacht. Die Odyssee ist auch der Versuch, Odysseus zu rehabilitieren.
➡️ Mi, 17.6. // 19:00
Lena Gorelik: Alle meine Mütter
„Mütter prägen uns, auch wenn wir es nicht wollen, sie nisten sich in unseren Köpfen und Herzen ein, flüstern uns zu, schimpfen, trösten, tun es auch noch, wenn sie verstorben sind, tun es selbst dann, wenn wir sie nicht oder kaum kannten“, schreibt Lena Gorelik. Alle meine Mütter erzählt von einer besonderen, oft lebenslang komplexen Beziehung.
In Kooperation mit dem Institut für Slawistik
➡️ Do 18.6. // 19:00
Nelio Biedermann: Lázár
Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als ob er dessen Geheimnis ahnte. Mit Lajos’ Geburt im Waldschloss bricht auch das 20. Jahrhundert an, das das alte Leben der Barone Lázár im südlichen Ungarn für immer verändern wird.
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literaturhausgraz
09/06/2026
Morgen im Literaturhaus💫
➡️ MI, 10.6. // 19:00
Gregor von Rezzori: Maghrebinische Geschichten (1953)
Kommentierte Lesung: Ronald Pohl
Vortrag: Jan Wilm, anschließend im Gespräch mit Klaus Kastberger
„Was ist – geschändet wird nicht?“, rufen erschüttert die Eunuchen in Gregor von Rezzoris Maghrebinische Geschichten (1953). Ihr Ausruf ist exemplarisch für das Pendelspiel zwischen Komik, Abgründigkeit und kultureller Provokation, das die lose gefügten Episoden prägt.
Mit seiner unvergleichlichen Mélange aus Erinnerung und Fiktion unterwandert Rezzori satirisch verkrustete Gesellschafts- und Moralvorstellungen und formt aus historischen Umbrüchen ein vielschichtiges Wimmelbild. Seine von Ironie und Melancholie durchwirkte Sprachkunst behauptet in der deutschsprachigen, zumal der österreichischen Literatur des 20. Jahrhunderts – Rezzori wurde 1984 nach Jahrzehnten der Staatenlosigkeit de facto österreichischer Staatsbürger – eine durchaus eigenwillige Position. (Jan Wilm)
Dank gilt dem Rimbaud Verlag für die Überlassung der Rechte.
In Kooperation mit Alte Schmiede Wien und StifterHaus Linz
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07/06/2026
Morgen Abend im Literaturhaus💫
➡️ Mo, 8.6. // 19:00
Radka Denemarková: Schokoladenblut
Mitte des 19. Jahrhunderts sitzt die Schriftstellerin Božena Němcová in ihrer kleinen Schreibstube und verfasst mit schwerer Hand ein patriotisches Märchen, an dessen Botschaft sie selbst nicht glaubt. George Sand, ihre französische Zeitgenossin, konnte sich den Zwängen der Konventionen widersetzen und schreibt mit leichter Feder Romane. Auf der anderen Seite des Atlantiks gründet J.D. Rockefeller, der erste Milliardär der Weltgeschichte, sein Imperium auf einem dickflüssig-braunen Rohstoff. In ihrem neuen Meisterwerk erzählt Radka Denemarková auf fulminante Weise die Geschichte des 19. Jahrhunderts und seiner Protagonisten: weltumspannend, hochaktuell, brillant.
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31/05/2026
Morgen Abend gibt es bei uns BEST OF LYRIK💫
➡️ Mo, 1.6. // 19:00
Yevgeniy Breyger: hallo niemand
Stefan Schmitzer: space waste
In hallo niemand macht sich der Held in einem roten Audi A6 aus Österreich auf nach Deutschland, um Bundeskanzler zu werden. Breygers Langgedicht ist humorvolle Politsatire und zugleich ernsthafte Auseinandersetzung mit drängenden Fragen nach der Versehrtheit des Körpers und des Geistes in Zeiten von Krieg und totalitärer Realitätserzwingung.
Mit space waste legt Stefan Schmitzer eine sprachgewaltige Suada über die Spannung zwischen Wirklichkeit und Utopie des industriellen Fortschritts vor und macht mittels einer technoid anmutenden Sprachzurichtung herrschenden Wachstumsideologien den Garaus
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Yevgeniy Breyger: hallo niemand
Stefan Schmitzer: space waste
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28/05/2026
// SPRUCH DES MONATS //
👉 Do, 28.4. / 19:00 Uhr
WANTED: OSWALD WIENER!
Szenische Lesung von & anschließende Gesprächsrunde.
In Kooperation mit
👉 Weitere Infos & Reservierungen unter:
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