19/08/2026
🎓 Absolvent:innen-Studie: Lust zur Firmengründung wächst mit Berufserfahrung, fünf Jahre nach dem Abschluss fühlen sich rund 22 Prozent bereit für die Selbstständigkeit
💼 Der Abschluss des Studiums ist ein wichtiger Meilenstein und für viele Absolvent:innen der Start in die Berufswelt abseits von Studi-Jobs. Die Uni Graz bereitet ihre Studierenden dabei auf die verschiedensten Karrierewege vor und sorgt dafür, dass Unternehmen und Organisationen gut ausgebildete Fachkräfte finden. Wie junge Menschen ihre berufliche Zukunft planen, wird im Rahmen des Global University Entrepreneurial Spirit Students’ Survey (GUESSS) untersucht, der in Österreich von der Universität Graz durchgeführt wird. Die Ergebnisse aus dem Jahr 2025 zeigen: Sieben von zehn Absolvent:innen wissen nach dem Abschluss bereits, in welche Richtung die Karriere gehen soll.
🌍 Der GUESSS-Report basiert auf einer internationalen Erhebung in 66 Ländern mit mehr als 196.000 vollständigen Antworten von Studierenden und untersucht, wie Studierende über Selbstständigkeit und Unternehmensgründung denken. Es zeigt sich, dass der Schritt in die Selbstständigkeit direkt nach dem Studium für die überwiegende Mehrheit der Absolvent:innen zu früh erscheint. Viele möchten sich in der Praxis ausprobieren, Kontakte knüpfen und ihre Branche kennenlernen.
📈 Doch mit zunehmender Berufserfahrung wächst die Bereitschaft vieler Uni-Absolvent:innen, selbst ein Unternehmen zu gründen. Fünf Jahre nach dem Abschluss fühlten sich 21,6 Prozent der rund 2000 Studienteilnehmer:innen bereit für den Schritt in die Selbstständigkeit. Der Wert steigt sogar auf 29 Prozent, wenn man während des Studiums Kurse zur Unternehmensgründung besucht hat.
💬 Die GUESSS-Ergebnisse zeigen deutlich, dass Universitäten weit mehr leisten, als Studierende auf den unmittelbaren Berufseinstieg vorzubereiten“, sagt Julia Taferner, Co-Autorin der Studie an der Universität Graz. „Unternehmerisches Know-how ist damit nicht nur für jene relevant, die direkt nach dem Studium gründen möchten, sondern stärkt Kompetenzen, die in nahezu allen beruflichen Kontexten wertvoll sind.“
💡 Um allen Studierenden das nötige Wissen und praktische Tipps zur Selbstständigkeit zu vermitteln, bietet das Zentrum für Entrepreneurship der Uni Graz neben dem Gründungsstipendium und den Office Hours das Wahlfachprogramm „TIMEGATE“ an. Studierende aller Fächer erlernen hier wirtschaftliches Basiswissen verbunden mit Beispielen aus der Praxis. Es gibt noch Restplätze für das Wintersemester. Und das Gründungszentrum Unicorn Start-up & Innovation Hub hilft bei der Umsetzung der Start-up-Ideen.
🔗 Mehr zum Thema und einen Link zur Studie selbst findest du hier:
https://www.uni-graz.at/de/neuigkeiten/absolventinnen-studie-lust-zur-firmengruendung-waechst-mit-berufserfahrung/
📷 Uni Graz/Kanizaj
SOWI Uni Graz
18/08/2026
🏅 Die Universität Graz ist im ShanghaiRanking in die Top 500 aufgerückt und zählt damit zu den obersten zwei Prozent von rund 25.000 Hochschulen weltweit.
💬 Angesichts der Verbesserung unterstreicht Rektor Peter Riedler, dass solche Erfolge langfristige finanzielle Absicherung erfordern, um den Standard zu halten: „Erfolge in internationalen Rankings sind nur möglich, wenn wir als Universität auch langfristig finanziell abgesichert sind. Wir müssen ein attraktives Angebot für Spitzen-Forscher:innen bieten können und das beinhaltet budgetäre Möglichkeiten“, sagt Uni-Graz-Rektor Peter Riedler. Von der Spitzenforschung profitiert nicht nur die Uni selbst, sie ist ein wirtschaftlicher Motor für die gesamte Region. „Wollen wir diese Position weiter verbessern, bedarf es zusätzlicher Ressourcen. Die Bundesregierung plant aktuell jedoch das Gegenteil“, sagt Riedler.
📈 Das Shanghai-Ranking – durchgeführt von der Beratungsgesellschaft ShanghaiRanking Consultancy – ist eines der wichtigsten Universitäts-Rankings mit starkem Fokus auf Naturwissenschaften und spielt vor allem im asiatischen Raum eine wichtige Rolle für gemeinsame Forschungsprojekte. Der Sprung unter die Top-500 in diesem Ranking ist gerade für eine breit aufgestellte Allgemein-Universität ein großer Erfolg.
🏆 Allgemein dominieren die angelsächsischen Hochschulen das vordere Feld. Die französische Paris-Saclay Universität ist auf Platz 13 die erste aus einem nicht englischsprachigen Land. Von den sieben österreichischen Universitäten, die es unter die Top 1000 geschafft haben, liegt die Uni Graz am fünften Platz vor den Medizin-Universitäten Innsbruck und Graz und hinter der TU Wien, Med Uni Wien, Uni Innsbruck und der Uni Wien.
🗺️ Die Verbesserung in einem Ranking zahlt sich für die Uni Graz gleich doppelt aus. Sie erhöht ihre internationale Sichtbarkeit und wird damit attraktiver für internationale wissenschaftliche Kooperationen. Auch Studierende auf der Suche nach einem passenden Masterstudium orientieren sich an internationalen Rankings. Für die Uni Graz liegt der Fokus aktuell primär auf dem Leiden-Ranking, das im September veröffentlicht wird.
📷 Uni Graz/Angele
17/08/2026
🌞 Großer Andrang: Astrophysiker:innen begleiteten partielle Sonnenfinsternis am Schloßberg.
🔭 Rund um Astrid Veronig, Leiterin des Observatoriums für Sonnen- und Umweltforschung Kanzelhöhe der Universität Graz, und Astrophysikerin Manuela Stadlober-Temmer stand ein Team von insgesamt 15 Wissenschaftler:innen, darunter zahlreiche Doktorand:innen, für viele Fragen der Besucher:innen zur Verfügung. Mit Hilfe von Teleskopen und Schutzbrillen konnten hunderte einen Blick auf die vom Mond abgedeckte Sonne werfen. Auch wenn das Ereignis nur knapp eine halbe Stunde dauerte, die Sonne verschwand kurz vor 20 Uhr hinter dem Plabutsch, gab es begeisterten Schlussapplaus.
🗓️ Die nächste Gelegenheit, eine partielle Sonnenfinsternis zu erleben, gibt es in Graz schon am 2. August 2027. Am späten Vormittag wird sich erneut der Mond vor die Sonne schieben und diese bis zu 40 Prozent verdunkeln.
📷 Uni Graz/Weber (1), Schweiger (2-5)
13/08/2026
🌳 Urbaner wird immer wichtiger: Ein paar Blüten auf der Fensterbank heben das Gemüt, die schattenspendende Allee auf dem Weg zum Supermarkt erleichtert den städtischen Alltag im Hochsommer. Uni-Graz-Geographin Anke Strüver erforscht, wie man urbanen Grünraum möglichst allen sozialen Schichten zugänglich machen kann.
🏙️ Geschlossene Häuserreihen, geometrisch gestaltete Straßenzüge, getrimmte Wiesen und Sträucher in den Parks: „Die Stadt ist das genaue Gegenteil zur Natur. Selbst auf Balkonen oder in Grünanlagen werden zwar Tulpen und Geranien gesetzt, aber der Löwenzahn ausgerissen und das Gras bekämpft, das aus kleinen Ritzen sprießt“, schildert Anke Strüver. Bepflanzte Oasen sind dennoch gefragter denn je – als Zonen der Regeneration und der sozialen Interaktion.
💬 „Das ist in der Covid-Pandemie besonders offensichtlich geworden“, erinnert die Forscherin. Im Frühling zieht es die Menschen wieder mehr ins Freie, im Sinne der Volksgesundheit ist das auch begrüßenswert: Die positive Wirkung auf Körper und Geist ist zigfach belegt. „Die Bevölkerung braucht gut strukturierte Parks mit vielfältigen Angeboten, die sind dann hoch frequentiert. Der Grazer Augarten ist ein gutes Beispiel dafür“, ergänzt die Forscherin.
🌡️ Um sich vor hohen Temperaturen schützen zu können, benötige man Grünraum, soziale Kontakte sowie finanzielle Mittel. „Menschen mit Migrationshintergrund, Ärmere aber auch körperlich beeinträchtigte Personen – etwa Ältere oder chronisch Kranke – sind da mehrfach benachteiligt“, resümiert Strüver. Sogenannte Pocket Parks und Grünraumachsen könnten in urbanen Gegenden Abhilfe schaffen. Solche sind beispielsweise nach dem Hurricane Katrina in New Orleans entstanden. „Wenn man stark frequentierte Wege in Alleen verwandelt, damit die Bevölkerung im Idealfall immer im Schatten von A nach B gelangt, ist sehr viel geholfen“, erklärt die Geographin. In Graz sei beispielsweise das rechte Murufer kaum zugänglich. „Das bietet viel Potenzial“, meint die Forscherin. Jeder Baum, den man in versiegelten Vierteln pflanzt, jede Wiese, die angelegt wird, bietet eine kleine Oase für das subjektive Wohlbefinden der Bewohner:innen.
🔗 Wie Urban Gardening in Hamburg und Berlin nicht nur grüne Rückzugsorte schafft, sondern auch soziale Begegnungen fördert, liest du im ganzen Artikel in der UNIZEIT, dem Magazin der Uni Graz:
https://uni-graz.e-publikation.de/de/2-2026/struever
📷 Uni Graz/Begstieger
11/08/2026
🏛️ Kulturerbe retten: Grazer Forschende der Uni Graz und TU Graz machen Römersteine wieder lesbar. Sie haben eine einfache und kostengünstige Methode entwickelt, um Inschriften auf Grabmälern und Weihealtären, die verwittert sind oder beschädigt wurden, wieder erkenntlich zu machen.
🧐 Im Depot des Universalmuseum Joanneum in Graz werden rund 200 Römersteine aufbewahrt, deren persönliche Geschichte in vielen Fällen noch im Verborgenen liegt. Denn ihre Inschriften sind unleserlich geworden. Nicht nur aufgrund von Verwitterung. „Manche von ihnen wurden in späterer Zeit als Baumaterial verwendet, etwa als Türschwelle eingebaut, und dadurch teilweise zerstört“, sagt Gregor Diez, Postdoc am Institut für Antike der Universität Graz.
💡 Der Forscher und das Team um Projektpartner Jakob Woisetschläger von der TU Graz, Experte für optische Messtechnik, arbeiten nun daran, Licht ins Dunkel zu bringen. Und das mit einfachen Mitteln: einer UV-Lampe aus dem Baumarkt, einer Wildkamera und einem Smartphone, um Fotos zu machen. „Wird die Inschrift mit UV-Licht mit einer Wellenlänge von 365 Nanometer angestrahlt, zeigen sich vorher unsichtbare Details. Dabei kann es sich unter anderem um Farbreste oder Schmutz in den Vertiefungen der gemeißelten Buchstaben handeln“, erklärt Diez. Auch Infrarot-Licht bringt Verborgenes zutage. Zu diesem Zweck benutzen die Wissenschaftler:innen eine Wildkamera. „Ist der Stein nicht dicker als drei bis vier Zentimeter, liefert ein Infrarot-Durchlicht-Foto – also eine Aufnahme von hinten – oft weitere aufschlussreiche Informationen“, sagt der Forscher.
♨️ Viele Inschriften lassen sich auf diese Weise rekonstruieren. Ist die Oberfläche zu tief abgetragen oder zerstört ist, kann unter Umständen noch eine Wärmebildkamera weiterhelfen: „Wir haben Steine auf 60 Grad Celsius erhitzt. Aufnahmen beim Abkühlen offenbaren Störungen, die manchmal Rückschlüsse auf nicht mehr lesbare Buchstaben zulassen“, schildert Diez.
⛪️ Römersteine finden sich heute nicht nur in Museen. Viele wurden an Kirchen, manchmal an anderen Gebäuden eingemauert. Daher ist das Team auch im Raum Hartberg und im Bezirk Murau unterwegs, um vor Ort Inschriften zu entschlüsseln.
🤝 Gefördert wurde das von Gregor Diez geleitete Projekt vom Land Steiermark im Rahmen des Programms UFO – Unkonventionelle Forschung. Damit die kostengünstige Methode zur Wieder-Lesbar-Machung antiker Inschriften auch andere Historiker:innen bestmöglich nutzen können, haben die Wissenschaftler:innen eine detaillierte Anleitung verfasst. Die wissenschaftliche Publikation dazu ist soeben erschienen.
📷 Uni Graz/Skrinjar, Ederer, Diez
07/08/2026
😎 Sonnenfinsternis in Graz live erleben: Wenn sich am Mittwoch den 12. August in Graz der Mond teilweise vor die Sonne schiebt, kannst du das Ereignis zusammen mit Wissenschafler:innen der Universität Graz vom Schloßberg aus verfolgen.
🌝 Zwischen 19:30 und 20:15 Uhr sollte in Graz – sofern die Witterung mitspielt – der Mond die Sonne bis zu 85 Prozent verdecken. Das Institut für Physik der Uni Graz hat fünf Teleskope und spezielle Sichtbrillen vorbereitet, durch die Interessierte einen Blick auf die verdunkelte Sonne werfen können.
🤩 Das Himmelsphänomen ist aber nicht nur schön anzusehen, sondern hat einen Mehrwert für die Forschung, bestätigt die Astrophysikerin Manuela Stadlober-Temmer: „Während einer Sonnenfinsternis lässt sich die Korona besser beobachten als mit jedem Instrument.“
🪐 Die Korona der Sonne ist vergleichbar mit der Atmosphäre der Erde. Das Besondere: Die äußerste Schicht ist nicht nur extrem heiß, sondern – überstrahlt vom starken Licht der Sonne – schwer sichtbar. „Die vollständige Bedeckung macht einen hellen Ring mit Strahlen deutlich. Ähnlich wie bei den einfachen Zeichnungen einer Sonne“, erklärt Stadlober-Temmer. „Obwohl die Technologie weit fortgeschritten ist, kein Gerät kann derzeit vor allem die Feinstrukturen der Korona besser erkennbar machen als eine totale Sonnenfinsternis“, betont die Astrophysikerin.
💬 Heuer sollte die totale Sonnenfinsternis in Spanien gut erlebbar sein. Auch einige Physik-Studierende der Uni Graz sind eigens auf die iberische Halbinsel gereist. Darunter Amaia Razquin Lizarraga. Die Physik-Doktorandin beschäftigt sich unter der Betreuung von Astrophysikerin Astrid Veronig mit Sonneneruptionen und koronalen Verdunkelungen. „Wir werden unsere Aktivitäten im Rahmen einer, von der Regierung von Navarra organisierten Veranstaltung durchführen und arbeiten mit anderen Nachwuchswissenschaftler:innen der European Geosciences Union (EGU) und der Lunar Explorers Society zusammen. Es werden bis zu 2000 Besucher:innen erwartet“, schildert Amaia Razquin Lizarraga.
📷 Uni Graz/Tzivanopoulos
06/08/2026
🪴 Hast du Zimmerpflanzen daheim? Uni-Graz-Gärtnermeister Thomas Galik analysiert den Trend um die "Plantmoms and Plantdads", der sich auch unter unseren Studierenden beobachten lässt.
🌿 79 Prozent von rund 700 Studierenden gaben in einer Instagram-Umfrage der Universität Graz an, Pflanzen zu Hause zu haben. Unter Hashtags wie oder wächst die grüne Community stetig weiter.
💬 „Gerade in der jüngeren Generation wird Nutz- und Ziergewächsen wieder eine größere Bedeutung beigemessen“, erläutert Thomas Galik vom Botanischer Garten Graz. Dass Zimmerpflanzen immer wieder Hochphasen erleben, sei übrigens nichts Neues: „Schon in den 1630er-Jahren kam es in den Niederlanden zu einer regelrechten Tulpenmanie.“
🌱 Doch lohnt sich die Liebhaberei überhaupt? „Wenn uns der hektische Alltag über den Kopf wächst, können Zimmerpflanzen wesentlich zu unserem Wohlbefinden beitragen“, hält Galik fest. Pulsfequenz und Blutdruck würden nachweislich sinken. Besonders Efeututen und Grünlilien empfiehlt er Studierenden, denn „Sie wirken sich positiv auf die Luftqualität aus und verzeihen zu viel und zu wenig Wasser.“ Wer lange Freude an seinen grünen Mitbewohnern haben möchte, sollte vor allem Staunässe vermeiden: „Staunässe erstickt die Pflanze.“ Für alle, die während stressiger Prüfungsphasen aufs Gießen vergessen, sind Sukkulenten, Kakteen oder Aloe Vera eine gute Wahl.
🌳 Aber ist das alles? „Man sollte sich bewusst sein, dass man sich nicht nur eine Ware in die Wohnung holt“, betont Galik. Wer das verinnerlicht hat, für den lohnt sich auch ein Besuch im Botanischen Garten. Denn: „Dieser Ort macht glücklich“, meint Galik lachend – und die Wissenschaft gibt ihm recht. Tatsächlich zeigen Studien, dass die verschiedenen Grüntöne der Natur die Stimmung heben und präventiv gegen Depressionen wirken.
Alle Tipps unseres Gärtnermeisters findest du im Artikel in der UNIZEIT, dem Magazin der Uni Graz:
🔗 https://uni-graz.e-publikation.de/de/2-2026/zimmerpflanzen
📷 Uni Graz/Begsteiger
05/08/2026
🏗️ Meilenstein: Die Stadtterrasse beim Graz Center of Physics ist erreicht.
🌳 Der Bau hat entlang der Harrachgasse hat die Ebene der sogenannten Stadtterrasse erreicht. Diese wird von außen über zwei großzügige Freitreppen öffentlich zugänglich sein und parkähnlich mit vielen Bäumen und Sträuchern gestaltet. Die Stadtterrasse verbindet das Universitätsgebäude mit der Stadt und bildet gleichzeitig die Zäsur zum obersten Baukörper, der zurückspringt. Insgesamt wird das Graz Center of Physics um etwa zehn Meter niedriger sein als die ehemalige Vorklinik.
👷 Auf Hochtouren wird bereits im Inneren des Bauwerks gearbeitet. Vor allem in den Untergeschoßen werden die technischen Installationen fertiggestellt sowie die baulichen Anforderungen für die Speziallabore umgesetzt, auch erste Malerarbeiten werden im Laufe der kommenden Wochen beginnen.
📷 BIG/Klaus Grill
03/08/2026
🎶 Ich und mein 🪵
🌲 Können Unternehmen profitabel wirtschaften und gleichzeitig die Umwelt schützen? Ja, sagt Bioökonom Tobias Stern. Fossile Rohstoffe einfach durch nachwachsende zu ersetzen, führt allerdings nicht zwangsläufig zum Ziel. Wegwerf-Produkte schneiden in der Ökobilanz immer schlecht ab.
💬 Pellets statt Heizöl, kompostierbares Plastik, Textilien aus Biomasse: Man nimmt natürliche Ressourcen, um nachhaltiger zu leben oder produzieren. „Ganz so einfach ist die Rechnung leider nicht. Betrachtet man in einer Ökobilanz die verschiedenen Auswirkungen auf die Umwelt über die gesamte Lebensspanne eines Erzeugnisses, so schneiden nachwachsende Rohstoffe nicht immer besser ab“, resümiert Tobias Stern. Der studierte Forstwirt ist Professor für Innovations- und Transitionsforschung an der Universität Graz und hat unter anderem den Einsatz von Holz in der Fahrzeug- sowie von Pflanzenfasern in der Kunststoffindustrie untersucht. „Egal ob Fichte, Soja oder Raps, alle benötigen große Anbauflächen und stehen direkt oder indirekt in Konkurrenz zur Lebensmittelherstellung“, verweist Stern auf ein gemeinsames Manko. Wenn man jedoch zum Beispiel die Nutzungsdauer von Produkten deutlich verlängert, dann lässt sich das Klima wirkungsvoll schützen.
🌬️ „Innovationen, die von der Bevölkerung nicht legitimiert sind, haben keine Chance“, weiß der Transitionsforscher und verweist auf den stockenden Ausbau der Windkraft. Die Argumente der Gegner:innen – etwa dass dadurch Fläche versiegelt wird oder Tiere zu Schaden kommen können – würden auch auf den Straßenverkehr zutreffen, an dem aber nicht gerüttelt wird. Für den Ausstieg aus fossiler Energie seien Windräder trotz ihrer Nachteile alternativlos. „Der Knackpunkt ist“, meint Stern: „Kann man sich an ihren Anblick gewöhnen?“ Daran, zumindest ihre Ökobilanz zu verbessern, arbeitet er mit seinem Team. Im Rahmen des EU-Projekts Re-Fibre suchen sie nach umweltfreundlicheren Materialien zum Beispiel für die Rotorblätter. Der aktuell verwendete glasfaserverstärkte Komposit lässt sich am Ende der Nutzungsdauer schwer recyceln. Neuartige Verbundwerkstoffe aus Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen könnten künftig eine Alternative sein. „Wir haben noch drei Jahre Zeit. Ich bin überzeugt, dass wir bis dahin sehr gute Lösungen finden“, erwartet der Wissenschaftler.
🔗 Für mehr solche Artikel, abonniere die UNIZEIT, das Magazin der Uni Graz:
https://uni-graz.e-publikation.de/de/2-2026/stern
01/08/2026
👏 Drei Autor:innen der Universität Graz unter den Top-3 von 170 Einreichungen bei Essay-Wettbewerb von Österreichische Akademie der Wissenschaften!
❓„Wie verändert Künstliche Intelligenz Ihr wissenschaftliches Fach?“, lautete die aktuellen Preisfrage. Die eingereichten Texte zeigten: Von der Strukturbiologie über die Geschichtswissenschaft bis zur Teilchenphysik: Kaum ein Fach bleibt von Künstlicher Intelligenz unberührt. Der mit 8.000 Euro dotierte erste Platz geht an Christian C. Gruber und Mario Müller, die ihren Beitrag gemeinsam verfassten. Den zweiten Platz belegt Zsófia Turóczy, prämiert mit 6.000 Euro.
🥇 Im siegreichen Essay „Molekulare Architekten“ beschreiben Christian C. Gruber (Innophore) und Mario Müller (Forschungsmanagement der Universität Graz), wie KI-Systeme wie AlphaFold die Strukturbiologie von einer beobachtenden in eine „vorhersagende und gestaltende Disziplin“ verwandeln. Möglich werde das durch sogenannte Catalophores – KI-erkannte Muster in Proteinhohlräumen, die verraten, wo chemische Reaktionen stattfinden. Gruber und Müller vergleichen diesen Vorgang mit einer Google-Suche für Enzyme. Das Labor werde dadurch nicht überflüssig, sondern übernehme die Validierung computergenerierter Hypothesen, schreiben die Autoren. Zugleich mahnen sie zur Vorsicht: Da reine Mustererkennung auch physikalisch unmögliche Moleküle erzeugen könne, brauche es eine „Physics-based AI“, die Naturgesetze fest in die Modelle einbaut – sonst drohe eine „Blackbox-Wissenschaft“ ohne echtes Verständnis der Biochemie.
🥈 Die zweitplatzierte Zsófia Turóczy, Historikerin am Institut für Geschichte der Universität Graz, beschreibt in ihrem Essay ein KI-generiertes Bild von Lenin neben dem jungen Tito – zwei Männern, die sich in Wirklichkeit nie begegnet sind. Sie zeigt, wie leicht sich heute täuschend echte historische Quellen erzeugen lassen – und wie brisant das gerade für Südosteuropa ist, wo Archive fragmentiert oder politisch umkämpft sind. KI lernt aus vorhandenen, aber ungleich verteilten Daten. Dadurch drohe eine „algorithmische Peripherisierung“ des historischen Wissens, so Turóczy: Was in den Daten unterrepräsentiert ist, verschwindet auch aus den Antworten der KI. Die zentrale Kompetenz von Historiker:innen verschiebe sich dadurch weg vom Informationsbesitz hin zur Fähigkeit, Unsicherheit auszuhalten und dort Fragen zu stellen, „wo KI bereits Antworten produziert“.
🔗 Mehr zum Wettbewerb und einen Link zu den kompletten Essays gibt's hier:
https://www.uni-graz.at/de/neuigkeiten/uni-graz-forscherinnen-ueberzeugen-mit-ki-expertise/
📷 Innophore (1), OeAW/Lunghammer (2), Turóczy Privat (3)