Philhippies - Zeit mit Pferden

Philhippies - Zeit mit Pferden Kaum ein Mensch kann sich dem Zauber der Pferde entziehen. Oft reicht es, sie nur zu beobachten…

01/08/2026

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Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz in den 8 Jahren schon gesagt habe….
03/06/2026

Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz in den 8 Jahren schon gesagt habe….

Der Zügel ist nicht zum Lenken da.

Wenn ich diesen Satz in meinen Kursen sage, schaue ich oft erst einmal in erstaunte Gesichter.

„Wie, der Zügel ist nicht zum Lenken da?“
Doch, natürlich hat der Zügel eine richtungsweisende Funktion. Aber er ist nicht das Lenkrad des Pferdes. Und genau da liegt für mich ein ganz entscheidender Unterschied.

Viele Reiter haben gelernt: Will ich nach links, ziehe ich links. Will ich nach rechts, ziehe ich rechts. Will ich langsamer werden, ziehe ich hinten. Das funktioniert vielleicht irgendwie — aber es ist kein feines Reiten.

Denn wenn ich nur über den Zügel lenke, bewege ich oft lediglich den Kopf des Pferdes. Der Körper bleibt dabei gerade, fällt über die Schulter aus oder verliert seine Balance. Das Pferd wird vorne „gestellt“, aber nicht wirklich durch den Körper geführt.

Ein Pferd wird nicht korrekt geritten, indem ich vorne am Maul bestimme, wohin es gehen soll. Richtiges Lenken beginnt viel früher: in meinem eigenen Körper.

Mit meinem Blick.
Mit meinem Sitz.
Mit meiner Balance.
Mit meinem Gewicht.
Mit meinen Schenkeln.
Und erst dann mit einer feinen, begleitenden Hand.

Der Zügel ist für mich keine Bremse, kein Lenkrad und schon gar kein Werkzeug, um ein Pferd in eine Form zu ziehen. Der Zügel ist eine Verbindung. Eine feine Kommunikationslinie zwischen meiner Hand und dem Pferdemaul.

Er ist dazu da, zu fühlen.
Zu begrenzen.
Zu begleiten.
Impulse aufzunehmen.
Halbe Paraden durchzulassen.
Stellung fein zu erfragen.
Den Rahmen mitzugestalten.

Aber er ist nicht dazu da, das Pferd durch die Wendung zu ziehen.

Der innere Zügel darf fragen.
Der äußere Zügel darf begrenzen und führen.
Aber der Körper des Pferdes wird durch Sitz und Schenkel geformt.

Genau das wurde übrigens nicht erst heute erfunden. Schon die alten Rittmeister wussten, dass gutes Reiten nicht aus Ziehen besteht. Die klassische Reitlehre spricht seit Jahrhunderten davon, das Pferd zwischen Schenkel und Hand zu reiten — nicht an der Hand, nicht gegen die Hand, sondern fein verbunden zwischen treibenden und annehmenden Hilfen.

Xenophon schrieb schon in der Antike sinngemäß gegen Zwang und grobe Einwirkung. Später betonten Rittmeister wie La Guérinière immer wieder die Bedeutung einer leichten, maßvollen Hand und eines Pferdes, das aus der Hinterhand an die Hand herantritt.

Das bedeutet: Die Hand empfängt, was von hinten kommt.
Sie produziert es nicht.

Und trotzdem sehe ich immer wieder, dass Unsicherheit beim Reiten zuerst in der Hand landet. Das ist menschlich. Die Hand ist schnell. Der Zügel ist direkt. Ziehen gibt uns für einen Moment das Gefühl von Kontrolle.

Aber Kontrolle ist nicht dasselbe wie Kommunikation.

Ein Pferd, das nur über den Zügel gelenkt wird, lernt oft, sich festzumachen, sich auf die Hand zu legen, sich hinter dem Zügel zu verkriechen oder gegen die Einwirkung zu gehen. Ein Pferd, das über Sitz, Schenkel und eine feine Hand geritten wird, kann dagegen in Balance bleiben.

Für mich ist der Zügel also nicht „unwichtig“. Ganz im Gegenteil. Gerade weil er so fein und bedeutungsvoll ist, sollte er nicht grob benutzt werden.

Der Zügel ist nicht zum Ziehen da.
Er ist zum Fühlen da.

Er ist nicht die erste Hilfe.
Er ist die letzte Verfeinerung.

Und vielleicht ist genau das einer der größten Unterschiede zwischen Reiten und Festhalten.

Denn feines Reiten beginnt nicht in der Hand.
Es beginnt im Sitz.
Im Gefühl.
In der Balance.
Und in der Bereitschaft, dem Pferd zuzuhören, statt es nur zu korrigieren.

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Abschied von Shelly 🥺Abschied von einem ganz ganz Großen. Ich werde nie vergessen, wie ich den kleinen Antonio in deine ...
21/04/2026

Abschied von Shelly 🥺

Abschied von einem ganz ganz Großen.

Ich werde nie vergessen, wie ich den kleinen Antonio in deine Schar gebracht habe, verkrüppelte Füßchen, zerzaustes Gefieder, einfach dazu geschenkt… auch die anderen haben ihn gepiesackt - aber du hast ihnen gezeigt, dass unter deiner Fittiche niemand ausgegrenzt wird, dass es ein Miteinander für alle gibt.

Du warst mit deiner imposanten Größe immer der Star bei unseren Ausflügen „Tierwissen Mobil“, wenn wir in Schulen und Kindergärten waren, so groß und doch so sanft.

Fast 7 Jahre lang hast du mich als Ruhepol im tiergestützten Setting zuhause und auf Achse begleitet, nicht einmal warst du unberechenbar.

Ich denke, dass du damals ganz genau wusstest, dass ich immer auf dich aufpassen werde, als ich dich blutend vor dem kleinen schwarzen Hahn gerettet hab und dass du mir das zurückgegeben hast.

Ich hab dich heute gehen lassen, weil ich sah, dass du nicht mehr konntest. Obwohl du noch so klar gewirkt hast, so weise, hat dein Körper nicht mehr richtig mitgespielt. Es war eine Entscheidung für dich, obwohl es mir nicht leicht gefallen ist.

Leb wohl mein Großer - es gibt hier am Hof eine Menge Leute, die dich vermissen werden …

… und auch wenn ich in Zukunft nur mehr ein Foto von dir dabei haben werde, ich werde bei meinen Anti-Mobbing-Workshops jedem von dir und Antonio erzählen.

Mach‘s gut, Shelly ❤️

Happy 28th Birthday, meine kleine Zuckerschnecke 🐌 ❤️Du bist mein erstes eigenes Pferd, mein wahr gewordener Kindheitstr...
07/04/2026

Happy 28th Birthday, meine kleine Zuckerschnecke 🐌 ❤️

Du bist mein erstes eigenes Pferd, mein wahr gewordener Kindheitstraum. Ich kann mich noch an den Tag, nein, an den Moment, erinnern, als ich sagte: „Ja, ich kauf’ sie. Bitte hol‘ den Kaufvertrag.“

Ich saß auf deinem Rücken, mein kleiner Feuerdrache!

Das ist jetzt bald 11 Jahre her und was haben die Leute mich kopfschüttelnd gefragt, warum ich so ein altes Pferd kaufe.

Nun, weil ich dich von Anfang an als mein erstes eigenes Pferd gebraucht habe.

Durch dich bin ich die Reiterin und die Trainerin geworden, die ich heute bin.

Durch dich habe ich gelernt, was eine harte Zügelhand anrichten kann und dass man auch gebisslos „schön“ reiten kann.

Du warst es, die mich gelehrt hat, dass auch Pferde sich über gelungene Lektionen freuen können und dass man dann nicht weitermachen muss, wenn es eh schon perfekt war.

Du hast mir auch gezeigt, dass man nicht aufgeben soll und Fehler bei sich suchen soll, weil die vielen Monster, die du gesehen hast, sehr oft auch einfach in meiner Vorstellung existierten.

Ich werd nie vergessen, wie wir noch gemeinsam über die Hindernisse geflogen sind und später dann die vielen langen - und schnellen - Ausritte mit den Mädels gemacht haben.

Dann hab ich dich zu mir nach Hause geholt und einen eigenen Reiterhof gegründet.

Irgendwann wurdest du dann Pferd Nummer 1 von insgesamt 7 hier am Hof und ich hab lange nicht verstanden, dass eigentlich du immer die Leitstute warst… ich hab da im Unterricht von Herden und Rangordnung und Stärken und solchen Dingen erzählt und dann hat ein Reitkind gesagt: „Also, ist die Jamajka ja hier die Chefin.“ Stimmt.

So sehr du mich auch heute noch forderst (manchmal reiterlich, manchmal gesundheitlich), so sehr kann ich mich auf dich verlassen, wenn es darum geht, den Kindern zu zeigen, wie man mit Pferden umgeht.

Ich sag immer, dass du meine „alte Qualitätsware“ bist und erzähle stolz, wie vielen Kindern du den ersten Galopp ihres Lebens geschenkt hast… unzähligen und du hast sie für immer zu deinen Fans gemacht.

Ganz in Pension bist du ja noch nicht, das würdest du auch nicht wollen. Trotzdem lasse ich dich kürzer treten, du bekommst die meisten Leckerlis (du bist ja auch das einzige normaldünne Pferd bei uns … hihihi) und wenn ich doch mal wieder auf dir reite und du selber beschließt, dass die Stunde zu Ende ist, dann lache ich heute darüber und lass‘ dir deinen Willen, kleine Dori (ein Insider!)

Auf noch ein paar weitere gesunde Jahre, Queen J 🐴💕

Keine Schule & den ganzen Tag lang bei den Pferden sein … viel cooler geht’s gar nicht 😍🐴
12/03/2026

Keine Schule & den ganzen Tag lang bei den Pferden sein … viel cooler geht’s gar nicht 😍🐴

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