15/06/2025
Und dann bricht „die Natur“ über mich herein…
🕸️ Begonnen hat es vor ein paar Tagen, als ich eine Marienkäferlarve zappelnd in einem Spinnennetz beobachtete. Die Spinne saß schon auf der Lauer.
Soll ich die Larve „retten“, oder nicht?
Marienkäfer sind doch Nützlinge, wir sollten sie also fördern, oder nicht?
🕷️ Und was ist mit der Spinne? Die nützt doch bestimmt auch irgendjemandem etwas!?
🐞 Ich bot der Marienkäferlarve einen Grashalm an und trug sie davon.
Gleichzeitig hatte ich ein schlechtes Gewissen, denn die Spinne wartete womöglich schon länger auf eine passende Beute, war ihres Fanges sicher und dann komme ich und meine, eingreifen zu müssen…
🪶 Am nächsten Tag flog ein Buntspecht gegen unser (abgedunkeltes) Fenster und verstarb.
Die Schischis (unsere beiden Katzen, Tuli & Emilia) ließen sich diese Beute nicht entgehen und verspeisten den Vogel bis auf ein paar wenige Federn…
So war sein Tod nicht umsonst…?
Heute früh gab es eine große Aufregung bei den gefiederten Bewohnern des Zwetschkenbaumes.
Ich erblickte einen Eichelhäher, der ein anderes Vögelchen packte und davonflog.
Nach kurzer Zeit kehrte wieder Ruhe ein in dem Dickicht des Zwetschkenbaumes.
Doch schon wenige Stunden später…
Ein Angriff von einem Sperber, der mit einem Spatz in den Fängen davonzog…
Das alles ist die Natur.
Weder gut, noch böse. Sie ist.
Wir Menschen sind es, die Nützlinge und Schädlinge kennen…
Die die einen Tiere süß finden und die anderen böse, oder gar ekelig.
Mit einer Selbstverständlichkeit fördern wir die einen, die wir süß, schön, etc. finden, ungeachtet dessen, ob es für diese geschützen Tiere überhaupt Platz für ein erfülltes Leben gibt. Vergessen auf die anderen und nehmen so Einfluss auf das Zusammenspiel der Natur…
…zu der wir uns selbst scheinbar nicht zählen bzw. offenbar kaum Zugang dazu haben, wie wir uns da einfügen und einen möglichst wertvollen Platz einnehmen in diesem wunderbaren Netzwerk.
So möchte ich beobachten und reflektieren, was das mit mir macht, was ich sehe. Anstatt gleich zu bewerten, möchte ich verstehen und eintauchen in diese Welt, die mir noch so verborgen scheint.