01/09/2026
Heute Morgen lagen wir noch an einer Boje in Novigrad und warteten eine kleine Gewitterzelle ab, bevor wir weiterfuhren.
Als sich das Wetter beruhigt hatte, sahen wir einen Schwimmer. Eigentlich vorbildlich: grelle Badehaube und eine orange Schwimmboje – er war wirklich gut sichtbar.
Dann schwamm er quer durch die Hafeneinfahrt.
Beim Zurückschwimmen kam ein Fischerboot in den Hafen. Der Fischer war langsam unterwegs und sah den Schwimmer zum Glück rechtzeitig.
Es hätte trotzdem ganz anders ausgehen können.
Der Fischer kam außen an der Mole entlang und bog erst dann in die Hafeneinfahrt ein. Der Schwimmer schaute nicht und reagierte auch nicht auf die lauten Rufe des Fischers.
Und genau diese Situation beschäftigt uns.
In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir von schweren Unfällen auf dem Wasser gelesen. Menschen wurden schwer verletzt, Menschen sind gestorben. Danach wird diskutiert, wer schuld war, wer hätte ausweichen müssen und wer etwas übersehen hat.
Aber vielleicht sollten wir viel früher anfangen:
Bei der gegenseitigen Achtsamkeit.
Ein Skipper muss aufmerksam sein.
Ein Fischer muss aufmerksam sein.
Aber auch Schwimmer, SUP-Fahrer und alle anderen, die sich auf dem Wasser bewegen, müssen ihre Umgebung wahrnehmen.
Eine grelle Badehaube und eine Schwimmboje sind großartig. Aber Sichtbarkeit allein schützt nicht vor einem Boot.
Bitte schaut aufeinander. Rechnet mit Fehlern anderer. Und verlasst euch nie darauf, dass euch der andere schon gesehen haben wird.
Heute ist es gut ausgegangen.
Das sollte nicht vom Glück abhängen. ⚓