Amani High School, located between Zanbaq and Ariana squares, was founded in 1924. Die Unterrichtssprache war fast durchgängig Deutsch.
Der afghanische König Amanullah führte Afghanistan im Jahre 1919 in die Unabhängigkeit und entwickelte schnell ehrgeizige Modernisierungspläne für sein Land. So setzte er sich z.B. 1928 dafür ein, dass seine Frau öffentlich ohne Schleier auftrat. Er setzte die Trennung von Staat und Religion durch und erklärte den Sonntag anstelle des Freitags zum gesetzlichen Ruhetag. Im Jahre 1922 schlugen Berat
er dem König die Gründung einer deutschen Lehranstalt, einer Oberrealschule, in Kabul vor – ein Angebot, das dieser gerne annahm. Am 15.April 1924 eröffnete der erste Schulleiter Walther Iven die Amani-Oberrealschule, wie sie zu Ehren ihres königlichen Förderers genannt wurde. Wie im deutschen Schulsystem wurde die Schule unterteilt in Grundstufe (Klassen 1-5), Mittelstufe (Klassen 6-9) und Oberstufe (Klassen 10-12). Das Ausbildungsziel war die „Vorbereitung der Zöglinge auf das Studium an deutschen Hochschulen mit dem Zweck, Seiner Majestät tüchtige höhere Beamte, Ingenieure, Ärzte und Lehrer zu beschaffen und die Schüler zu selbständigen, verantwortungsvoll handelnden und charakterfesten Menschen zu erziehen.“ Durch das afghanisch-deutsche Schulabkommen von 1928 wurde die Kabuler Reifeprüfung anerkannt; sie berechtigte zum Studium an allen preußischen Universitäten.
1929 wurde König Amanullah von Aufständischen aus Kabul vertrieben. Ihr fanatisch-religiöser Anführer schaffte das Erziehungsministerium ab und schloss alle Schulen. Schulleiter Iven schrieb an seine Frau: „Die Schule diente den Kohistanis(=Tadschiken) als Kaserne und den Afghanen als Viehstall.“ Die Schulmöbel wurden ebenso wie die Fensterrahmen verheizt, die Fensterscheiben landeten auf dem Basar in Peshawar und die Lehrmittelsammlung verschwand spurlos. Das gleiche Schicksal ereilte die Amani-Schule in den neunziger Jahren erneut: 3000 Mudjaheddin, die für zwei Jahre im Schulgebäude untergebracht waren, rissen, da ihnen kein Sold gezahlt wurde, alle Kupferkabel aus den Wänden, sie entfernten die Sanitäranlagen und verkauften alles. Auch die Möbel wurden verheizt. Am 15.Oktober 1929 übernahm dann König Nadir Schah, Vater des letzten Königs Zahir Schah, die Macht. Bald darauf begann wieder der Unterricht an der Schule, die von 302 Schülern besucht wurde. Die Schülerzahl entwickelte sich nun rasant: Waren es im März 1932 noch 491 Schüler, so besuchten 1933 schon 619 Knaben die Amani-Oberrealschule. Im selben Jahr fiel König Nadir Schah einem Attentat zum Opfer; der Attentäter war ein Schüler der Amani-Schule. In der Folge wurden viele Schüler verhaftetet und einige afghanische Lehrer hingerichtet. Die Schule wurde in Nedjat - Lycee umbenannt, da jegliches Andenken an König Amanullah aus dem öffentlichen Leben getilgt werden sollte. Trotz aller Widrigkeiten absolvierte jedoch 1934 der erste Jahrgang die Reifeprüfung. In den Folgejahren verbesserte sich die deutsch-afghanischen Beziehung weiter. 1936 entstand die Deutsche Schule Kabul , 1937 wurde das Technikum gegründet, an der junge Afghanen von deutschen Fachkräften in technischen Berufen ausgebildet wurden. Im Jahre 1941 wurden jedoch die deutsche und die italienische Kolonie zu ihrem eigenen Schutz aus Kabul ausgewiesen und bis zur afghanischen Grenze escortiert, damit sie nicht von den Engländern gefangen genommen werden. An der Nedjat Oberrealschule unterrichteten nun afghanische Lehrer Deutsch als Fremdsprache. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurden die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern wieder aufgenommen und wieder Lehrer an die Amani-Oberrealschule entsandt. 1954 begann der erste deutsche Lehrer seinen Dienst. 1965 waren bereits sechs, in den siebziger Jahren zwanzig Lehrkräfte an der Schule tätig. In den Jahren 1971/72 wurde in der Nähe der deutschen Botschaft ein Neubau erstellt, in dem sich die Schule auch heute noch befindet. Nach dem Putsch 1978 wurde die Zahl der Lehrkräfte stark reduziert. Ab 1985 gab es keine deutschen Lehrkräfte mehr an der Schule, die jetzt wieder ihren ursprünglichen Namen Amani-Oberrealschule erhielt. Dennoch wurde der Schulbetrieb in den Folgejahren aufrecht erhalten, mit Ausnahme der bereits erwähnten Besetzung durch die Mudjaheddin in den neunziger Jahren. Auch während der Taleban-Zeit gab es Unterricht, allerdings mit modifizierten Lehrplänen. Man erteilte sogar zwei Wochenstunden Deutsch! Nach dem Zusammenbruch des Taleban- Regimes wurde von der afghanischen Interimsregierung schon sehr bald der Wunsch nach einem Wiederaufbau bzw. einer Renovierung der Amani-Oberrealschule geäußert. Die Bundesrepublik Deutschland stellte Afghanistan im Rahmen des Stabilitätspakts die erforderlichen Mittel zur Verfügung. Aussenminsiter Fischer konnte die Schule im Jahre 2005 wieder eröfnnen. Seit Juni 2002 ist ein deutscher Koordinator an die Schule entsandt. Im August 2002 wurde mit den Renovierungsarbeiten begonnen.