18/11/2012
Einstieg in die Berufswelt
VON HENDRIK GAASTERLAND
Dinslaken-Hiesfeld (RP). 95 Realschüler des Gustav-Heinemann-Schulzentrums lernten in einem dreitägigen Camp in Essen und Hiesfeld die Berufswelt kennen. Möglich wurde das Projekt durch Fördermittel in Höhe von 6000 Euro.
Wenn im Gustav-Heinemann-Schulzentrum schon der Berufeparcours für die Realschüler aufgebaut wird, lassen es sich auch die Hauptschüler nicht nehmen, sich bei Veranstaltungskauffrau Christina Wagner zu informieren. Foto: martin büttner
Willi Landgraf ist ein Fußballspieler mit Kultcharakter. 508 Zweitligaspiele bestritt der Bottroper – so viele, wie kein anderer Kicker in dieser Klasse. Nach der Laufbahn widmet sich der 44-Jährige einer anderen Karriere: Er fördert Kinder und Jugendliche bei Fußballcamps oder anderen sozialen Projekten, wie der Gemeinschaftsinitiative zur vertieften Berufsorientierung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit.
An dem Orientierungsprojekt nahmen auch 95 Realschüler des Gustav-Heinemann-Schulzentrums teil, die in dem dreitägigen Camp in Essen und in Hiesfeld einen Vormittag mit Landgraf zusammenarbeiten durften und ihre persönlichen Stärken und Schwächen für die spätere Berufswahl entdecken sollten. Der ehemalige Profi coachte die Schüler in Essen und war der Höhepunkt des Camps. "Er versteht es unendlich gut zu motivieren. Nicht nur die Sportler, sondern auch die unsportlichen Schüler", sagt GHZ-Lehrerin Astrid Dames, die hofft, dass ihre Realschüler viel bei Landgraf lernten und dies mit in die Schule und später in den Beruf nehmen.
Auf der Suche nach dem Traumberuf, sei es über den Weg des Studiums oder einer Ausbildung, erfuhren die Schüler auch an den zwei Tagen in Hiesfeld bei verschiedenen Aktivitäten mehr über ihre persönlichen Stärken. Außerschulische Trainer bauten beispielsweise in der Schulaula einen Berufeparcours auf, in dem sich die Achtklässler im medizinischen und im kaufmännischen Bereich, in der Gastronomie, beim Draht biegen und an der Einrichtung eines Schaltkreises versuchen mussten. Handwerkliches Geschick, aber auch Wahrnehmung, Konzentration und räumliches Denken waren an den Stationen gefragt. Im Gemeindehaus an der Büngelerstraße lag dann noch einmal der Schwerpunkt auf der Teamfähigkeit, wo Übungen mit einem erlebnispädagogischen Charakter durchgeführt wurden. Möglich wurde das Berufsorientierungscamp durch 6000 Euro an Fördermitteln. Diese Art von Projekten sind seit fünf Jahren im Schulprogramm des GHZ verankert, damit die Schüler möglichst früh erkennen, wofür die am besten geeignet sind.
"Um Fehleinschätzungen bei der Berufswahl oder den Überlegungen zum weiteren schulischen Werdegang vorzubeugen, sollten Jugendliche sich frühzeitig mit der Arbeitswelt und ihren Ansprüchen auseinandersetzen. Das Berufsorientierungscamp bietet unseren Schülern die Möglichkeit, an attraktiven außerschulischen Lernorten ihre Chancen und Perspektiven auf dem Arbeits-, Hochschul- oder Ausbildungsmarkt zu erkennen. Zusätzlich wird durch das Projekt ihr Selbstbewusstsein und ihre Teamfähigkeit gestärkt", meint Schulleiterin Christiane Pollak.
Info
So geht´s weiter
Im Anschluss an das Camp werten die Schüler die Ergebnisse ihrer "Arbeitsmarktforschung" aus, diskutieren sie mit ihren Mitschülern und stellen sie ihren Eltern in einer eine Projektmappe vor. Außerdem bietet der für die Schule zuständige Berufsberater Claus Karkosch regelmäßige Gespräche zu beruflichen Perspektiven an.