04/09/2026
Bonnhard liefert seit der Einführung der Nationalitätenwahlen 2014 konsequent die zweithöchste Stimmenzahl für die Deutsche Liste in Südungarn.
Die Stadt hat aktuell 17 Wahlkreise, urbane, wie auch ländliche Gebiete, zum deutschen Wahlergebnis trugen die im 20. Jahrhundert eingemeindete Dörfer bisher aber kaum bei.
Das von der Vertreibung schwer betroffene Majosch (Wahlkreis 15) weist in der Regel 11-15 Wähler auf, also um die 1,5-2% der dort abgegebenen Stimmen.
Tabod (Wahlkreis 17) hat eine höhere Aktivität, so erzielte die Deutsche Liste in den letzten drei Wahlen 4,5-8% der abgegebenen Stimmen. Wegen der geringen Bewohnerzahl bedeutet dies aber nur einige Wähler.
Wahlkreis 16 ist das Bermuda-Dreieck von Bonnhard, denn hier gab es bei den bisherigen Wahlen keine einzige Stimme für die Deutsche Liste. Als Erläuterung: Die Dörfer Bersching und Ladoman waren schwer von der Vertreibung und Abwanderung betroffen, sodass letzteres seit einer Weile keine ansässigen Bewohner mehr hat. Der Ortsteil Helleplatte (neben der Landstraße 6) hatte auch vor dem II. Weltkrieg nur ein Dutzend Häuser, welche Zahl sich seitdem halbierte.
Zu der Stadt selbst: Den seit dem 18. Jahrhundert bebauten Nordosten Bonnhards teilen aktuell die Wahlkreise 03 und 04 zwischen sich auf. Diese könnte man als einst deutscheste Gegend der Stadt bezeichnen, so waren sie primäre Schauplätze der Vertreibung. Ein Umstand, der trotz der Mischehen und dem freien Handel mit den Immobilien, auch 80 Jahre später bei den Nationalitätenwahlen gut erkennbar ist.
Im Wahlkreis 03 (Unteregasse u. Froschgasse), erzielte der damalige Kandidat, Emmerich Ritter 2014-2018 noch 3-4% der Stimmen, 2022-2026 waren es jedoch nur 2,8-1,9%. Die Mobilisierung dieses Wahlkreises lag 2014 noch über den Durchschnitt, so gaben 95% der registrierten Wahlbürger ihre Stimmen ab, seitdem geht es aber Berg ab: Zwischen 2018 und 2026 produzierte Wahlkreis 03 die niedrigste oder zweitniedrigste Aktivität von deutschen Wählern der Stadt (2018: 75%, 2022: 63%, 2026: 69%).
Wahlkreis 09, der nördliche und östliche Teil der Fáy Wohnsiedlung zeigt eine ähnliche Tendenz, diese Häuser stellen aber allgemein eine Herausforderung für jeden dar, der auf Stimmen hoft, so auch für die Parteien, denn hier lag die Teilnahme immer unter dem Durchschnitt.
Aus deutscher Hinsicht ist Wahlkreis 11, mit Sitz im Evangelischen Gymnasium und entlang der Oberen Majoschergasse (Kossuth L. u.) einer der aktivsten Gegenden der Stadt. Der Wahlkreis lieferte 2014 gleich beim Start das höchste Ergebnis aller Wahlkreise und 2018 gelang es der Deutschen Liste über 10% der Stimmen einzuholen.
Kein Zufall, denn hier leben einige der bekanntesten und sich am öffentlichen Leben der Stadt beteiligenden Ungarndeutschen, wie auch im benachbarten Wahlkreis 12, entlang der Neuen Gasse (Árpád u.) und Karl-Hoffer-Straße, welche Gegend bei den letzten drei Wahlen einen Anteil von 5-9% aufwies.