19/07/2026
🌳 AUFBAUENDE WERTSCHÖPFUNG DURCH DICHTE BEPFLANZUNG
🌱 Die Dichte der Bepflanzung im Wald-Wildnis-Garten von AUTarcaMatricultura mag auf den ersten Blick überraschen.
🌿 BIOMASSE
Die jährlich durch Photosynthese gebildete Grünmasse im zwei Hektar großen, dicht und artenreich bepflanzten Kernbereich von AUTarcaMatricultura ist etwa doppelt so hoch wie die Menge, die wir für unsere Tiere ernten. Hinzu kommen rund 30 Tonnen Holzzuwachs sowie weitere rund 20 Tonnen Biomasse des unterirdischen Waldes – eines Netzwerks aus Wurzeln, Pilzen und Millionen von Bodenlebewesen.
🌳 DER UNTERIRDISCHE WALD
Viktor Schauberger mit seinen tiefen Naturerkenntnissen zu Wald und Wasser postulierte, dass in einem Wald die schattigen Bereiche die lichten um das Doppelte überwiegen sollten. Auf den Kanaren streben wir wegen intensiver Sonneneinstrahlung und langer Trockenperioden eine dichtere Beschattung an, um Feuchtigkeit und Temperatur zu regulieren und auch im Sommer feuchten Boden sowie gesundes Pflanzenwachstum zu ermöglichen.
Die Empfehlung, Fruchtbäume mindestens sechs Meter voneinander entfernt zu pflanzen, stammt aus der Agrarindustrie. Sie verkauft ein auf Monokulturen ausgerichtetes System aus Pflanzen, Dünger, Fungiziden, Herbiziden und Erntemaschinen. Dort herrscht Konkurrenz zwischen Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen. Entsprechend trägt die Vegetation kaum zur Regulierung des lokalen Klimas bei.
Bei der artenreichen Bepflanzung achten wir darauf, dass alle Waldstufen – Bodendecker, Stauden, Sträucher, kleine, mittlere und große Bäume sowie Kletterpflanzen – vertreten sind. Weltweit gibt es Beispiele jahrhundertealter Mutterbäume mit eng beieinander stehenden Stämmen. Ihre Kronen haben genügend Platz, sich in die günstigste Himmelsrichtung auszubreiten.
🌳 Bäume kuscheln gern!
Dichte Bepflanzung fördert die Wiederbelebung von Quellen sowie die Regeneration des unterirdischen Waldes aus Wurzeln, Pilzen und Bodenlebewesen. Dieses lebendige Netzwerk kann einen Wald selbst nach Extremdürre, Feuer oder Kahlschlag aus den Wurzeln heraus rasch erneuern.
💧 DER WALD NÄHRT UND WÄSSERT SICH SELBST
Der unterirdische Wald mit seinem dichten Geflecht aus Wurzeln und Pilzen ermöglicht den Austausch von Nährstoffen, Wasser und Informationen. Man spricht deshalb auch vom unterirdischen Marktplatz:
🤝 Alle geben – alle nehmen.
Mit den Jahren dringen die Wurzeln immer tiefer in den Boden vor. In Trockenperioden transportieren sie Wasser aus der Tiefe nach oben und versorgen auch flachwurzelnde Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen. In Regenperioden läuft der Prozess umgekehrt: Überschüssiges Wasser wird tief in den Boden geleitet und speist Wasserspeicher sowie Quellen.
🐐 ZIEGEN
Bis zu 15 Kilogramm Blattwerk von Bodendeckern, Kräutern, Sträuchern, Bäumen und Kletterpflanzen frisst eine kanarische Milchziege täglich. Junge, alte und männliche Tiere benötigen deutlich weniger. Für unsere Ziegenherde ernten wir täglich rund 70 Kilogramm Biomasse – über 25 Tonnen pro Jahr.
Mit ihrem vierteiligen Magensystem verwerten Ziegen Pflanzen, die für das Ökosystem unverzichtbar, für uns Menschen jedoch unverdaulich sind, und wandeln sie in hochwertige Energie um: in Milch – ein ganzjährig verfügbares Lebensmittel – und nährstoffreichen, fermentierten Mist. Dieser ist bereits im Tier optimal fermentiert und mikrobiell belebt. Da Ziegen bevorzugt tiefwurzelnde Kräuter, Sträucher und Baumblätter fressen, ist ihr Mist besonders reich an Spurenelementen sowie Kalium, Phosphor und Stickstoff.
🖤 TERRA PRETA
Der Stall wird täglich gereinigt. Kot, Urin und Pflanzenreste fallen in einen tiefer liegenden Bereich. Dort scharren Hühner nach Saaten und Fliegenlarven. Die Ziegen laufen darüber, regelmäßig geben wir Pflanzenkohle hinzu. Durch das ständige Begehen wird der Sauerstoff weitgehend verdrängt und der Misthaufen fermentiert. So gewinnen wir jedes Jahr rund drei Kubikmeter Terra Preta, mit der wir die dichte Bepflanzung nähren.
📖 Text: AUTarcaMatricultura
📷 Bild: Julian und Marian
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